Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Feldafing Friedhof 189a.jpg (62247 Byte)links: Davidstern und Symbol des abgeknickten jungen Baumes 
auf dem Grabstein von Gontarz Sala 
     
  

Feldafing (Kreis Starnberg) 
Jüdischer Friedhof 
(erstellt unter Mitarbeit von Otmar Frühauf, Breitenthal)

Zur Geschichte des Friedhofes  

Vom Mai 1945 bis März 1953 gab es auf dem Gelände einer ehemaligen Reichsschule der NSDAP ein jüdisches Camp (DP-Camp Feldafing), in dem befreite KZ-Opfer lebten, die auf ihre Auswanderung nach Israel oder in andere Länder warteten. Es handelte sich mit gleichzeitig bis zu 6.000 Personen um das größte DP-Lager der amerikanischen Zone. Das Lager stand unter Selbstverwaltung und verfügte über eine Vielzahl kultureller Einrichtungen und sogar mit einer eigenen Währung, dem Feldafinger Dollar.   
  
Die in dieser Zeit auf Grund der Folgen der KZ-Zeiten Verstorbenen wurden auf einem neben dem christlichen Friedhof angelegten jüdischen Friedhof beigesetzt. Ein Denkmal mit der Inschrift ist vorhanden: "Hier ruhen unzählige Opfer jüdischen Glaubens. Sie wurden in den Jahren 1933-1945 durch Nazischergen ermordet". 
 
Auf dem Friedhof sind insgesamt 112 Gräber vorhanden. Der Friedhof wurde am 1. Oktober 1950 vom Präsidenten des Landesentschädigungsamtes Dr. Auerbach als "KZ-Ehrenhain" eingeweiht.  
 
Das Friedhofsgrundstück ist von einer Mauer mit schmiedeeisernem Tor und von Hecken umgeben. Der Friedhof macht nur auf den ersten Blick einen gepflegten Eindruck. Zahlreiche ursprünglich stehende Grabsteinplatten liegen im Gras, einzelne Grabsteine sind nicht mehr am ursprünglichen Grabplatz. Viele Grabsteine sind stark verwittert und unlesbar geworden.    
  
  
Hinweis auf Fotos aus dem DP-Camp Feldafing  
(Quelle: United States Holocaust Museum)   

Feldafing Lager 150.jpg (147318 Byte) Feldafing Lager 151.jpg (171943 Byte) Feldafing Lager 152.jpg (133536 Byte)
Eine der Baracken im 
DP-Camp Feldafing
Talmud-Tora-Schule unter
 Leitung von Rabbinern
Auf dem Weg zur Beisetzung 
eines Verstorbenen
     
Hinweis: das United States Holocaust Museum verfügt über eine größere Anzahl von Fotos aus Feldafing. Sie können eingesehen werden über die Eingabe des Suchbegriffs "Feldafing" auf der entsprechenden Seite mit Suchfunktion der Website.   

 
   
  

Lage des Friedhofes      
  
Im Norden von Feldafing, unmittelbar beim allgemeinen Friedhof: am Ende der Friedenstraße links hinter dem Verwaltergebäude (hier auch Parkmöglichkeit) 
   

  
Link zu den Google-Maps 
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)     
   

Größere Kartenansicht     

   


Fotos 
(Fotos: Otmar Frühauf, Breitenthal, Fotos vom Juli 2010)     

Feldafing Friedhof 198.jpg (162773 Byte) Feldafing Friedhof 197.jpg (153443 Byte) Feldafing Friedhof 172.jpg (107434 Byte)
Aufgang zum Friedhof Weg zum Mahnmal Blick vom Friedhof auf Feldafing
     
Feldafing Friedhof 196.jpg (144941 Byte) Feldafing Friedhof 195.jpg (137735 Byte) Feldafing Friedhof 175.jpg (124509 Byte)
Mahnmal mit alter Inschrift: "Die friede- und heimatlos - nun ruhen - in Abrams Schoß" und Inschriftentafel: "Hier ruhen unzählige Opfer Jüdischen Glaubens. 
Sie wurden in den Jahren 1933-1945 durch Nazischergen ermordet
". Die Inschrift ist missverständlich, da die auf dem Friedhof Beigesetzten erst 1945 und danach an den erlittenen furchtbaren Strapazen bzw. auf Grund der Haftfolgen gestorben sind.
Blick vom Friedhof 
auf Feldafing
  
 
       
Feldafing Friedhof 170.jpg (160652 Byte) Feldafing Friedhof 173.jpg (172375 Byte) Feldafing Friedhof 194.jpg (153351 Byte)
Teilansicht Gräberfeld mit kleinen Grabplatten Weg durch den Friedhof
        
Feldafing Friedhof 193.jpg (155765 Byte) Feldafing Friedhof 176.jpg (136268 Byte) Feldafing Friedhof 178.jpg (160243 Byte)
Teilansicht    Umgestürzte Grabsteine
      
Feldafing Friedhof 186.jpg (156841 Byte) Feldafing Friedhof 192.jpg (165309 Byte) Feldafing Friedhof 191.jpg (156818 Byte)
Teilansicht des sich in insgesamt schlechtem Zustand befindlichen Friedhofes
     
Feldafing Friedhof 180.jpg (175519 Byte) Feldafing Friedhof 181.jpg (164169 Byte) Feldafing Friedhof 179.jpg (180226 Byte)
Einzelne Grabsteine; viele der ursprünglich stehenden Grabsteine liegen auf dem Boden, 
wodurch der Verwitterungsprozess noch beschleunigt wurde. 
           
Feldafing Friedhof 177.jpg (136257 Byte) Feldafing Friedhof 174.jpg (129135 Byte)  Feldafing Friedhof 199.jpg (134202 Byte)
Einzelner Grabstein  Teilansicht  "Verschwundene" Grabsteinplatte
     
Feldafing Friedhof 171.jpg (164742 Byte) Feldafing Friedhof 184.jpg (154031 Byte) Feldafing Friedhof 183.jpg (147885 Byte)
Teilansicht Grabmal für den Rabbiner (Gaon) Baruch Bar David HaKohen Kaplan
mit "segnenden Händen" der Kohanim
  
     
Feldafing Friedhof 182.jpg (163794 Byte) Feldafing Friedhof 185.jpg (177597 Byte) Feldafing Friedhof 188.jpg (145786 Byte)
 Einzelne Grabsteine   Grabstein für Renia Fizhman
(1922 - 4.10.1945)
    
     
Feldafing Friedhof 187.jpg (163424 Byte) Feldafing Friedhof 189.jpg (124427 Byte) Feldafing Friedhof 190.jpg (142387 Byte)
   Grabstein für Gontarz Sala 
(1926 - 4.10.1945)
  
      

    
   

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Feldafing  mit Seite zur "Reichsschule der NSDAP" und zum "Lager für DP's" sowie  Seite zum jüdischen Friedhof   
Seite zum jüdischen Friedhof Feldafing in der Dokumentation des Hauses der Bayerischen Geschichte   

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 296-297. 
Bundeszentrale für politische Bildung (Hg. von Ulrike Puvogel/Martin Stankowski): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. 1995 S. 131.
Simon Schochet [geb. 1926 in Lodz, lebte später als Historiker in Brooklyn Heights, N.Y.],: Feldafing. Vancouver, November House, 1983. 175 S. [Augenzeugenbericht eines der frühesten Lagerbewohner aus den Jahren 1945-46]. -
Ernest Landau: Die ersten Tage in Freiheit. In: Michael Brenner, Nach dem Holocaust. Juden in Deutschland 1945-1950. München 1995. S. 117-28. - [Augenzeugenbericht].    

    

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 03. Oktober 2010