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Friedhöfe in der Region"
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Erlangen (Mittelfranken/Bayern)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Erlangen (interner
Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden zunächst in Baiersdorf beigesetzt, bis
1891 ein eigener Friedhof in Erlangen angelegt werden konnte. Eine längere
Zeit der Planung und Beantragung war vorausgegangen. Zunächst hatte die
Israelitische Kultusgemeinde Erlangen mehrere ablehnende Bescheide von den
zuständigen Behörden erhalten, bis im April 1891 durch einen Plenarbeschluss
des Stadtmagistrates die Errichtung eine Begräbnisplatzes "Auf dem Berg 11
1/2" gestattet wurde. Der Friedhof wurde
am 30. September 1891 durch den Fürther Distriktrabbiner Dr. Jakob
Neuburger
eingeweiht.
Über
die Einweihung des Friedhofes berichteten die "Fränkischen
Nachrichten" am 1. Oktober 1891: "Erlangen, 1. Oktober (1891) (Friedhofeinweihung).
Gestern bei herrlichem Wetter wurde die Übernahme des israelitischen Friedhofs
in feierlicher Weise begangen. Um 2 Uhr nachmittags versammelte sich eine
beträchtliche Anzahl Teilnehmer im neuen Friedhofes am Bubenreuther Wege. Unter
denselben befanden sich Vertreter der städtischen Behörden und Kollegien, des
Bezirksamtes, des Amtsgerichts und des Forstamtes, sowie Angehörige der
katholischen und der (beiden) reformierten Pfarrgeistlichkeit. Nachdem Akkordant
und Baumeister Schickendanz den Bau der israelitischen Gemeinde übergeben und
der Vorstand Gutmeyer denselben dem Schutze und der Obhut der städtischen Behörden
empfohlen hatten, drückte in warmen Worten Herr Rechtsrat Fränger im Namen der
Stadt sich lobend darüber aus, dass die neu situierte israelitische Gemeinde
ein Eigentum zur Bestattung ihrer Leichen erworben habe, mit dem ausgesprochenen
Wunsche, dass es derselben vergönnt bleibe, auf den ersten Benützungsfall noch
geraume Zeit warten zu dürfen. Hierauf stimmte ein dreifaches Quartett von
hiesigen Herren Volksschullehrern das Wied 'Wiedersehen', in zwei Versen
gesungen, an, worauf der derzeitige Rabbiner Dr. Neuburger aus Fürth in mehr
als halbstündiger, herzergreifender Rede die Weihe des Friedhofes und
Einsegnung würdevoll vollzog. Hierauf betete der Lehrer und Kantor Morgenthau
den Psalm 16 in hebräischer Sprache und Herr Dr. Neuburger das Schlussgebet.
Mit dem Vortrage des Liedes 'Am Grabe', gesungen von genanntem Chor, schloss die
fast einstündige Feier, die wohl in den Annalen der Geschichte Erlangens
ehrbares Andenken erhalten wird."
Zusammen mit der Anlage des Friedhofes wurde im
Eingangsbereich an der östlichen Seite ein Taharahaus mit einer Friedhofswärterwohnung
erstellt. Die Grundsteinlegung fand dazu bereits im Juli 1891 statt.
Pläne
| Pläne zum Friedhof |
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Flurkarte von 1891 mit
Eintragung des Friedhofes (Quelle: Stadtarchiv Erlangen 6.1.III 12524,
Ausschnitt) |
Belegungsplan von 1991
(Quelle: "Spuren in Stein" s. Lit.): Die Belegung begann mit der
ersten Reihe an der westlichen Seite. |
| Das Taharahaus /
Friedhofswärterhaus |
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Pläne zum Bau des
Taharahauses mit Wohnung für den Friedhofsaufseher: Für die Tahara
(rituelle Leichenwaschung) wurde ein "Reinigungszimmer" neben
dem "Leichenzimmer" eingerichtet. |
Knapp zwei Monate nach der Einweihung des Friedhofes wurde im November
1891 als erster Max Aronstein beigesetzt; sein Grab befindet sich am
Westrand des Friedhofes (Belegungsplan oben mit Nr. 1 eingetragen; Foto des
Grabsteines unten). Unter den in den folgenden Jahrzehnten beigesetzten Personen
sind auch zwei der drei Religionslehrer der jüdischen Gemeinde: Moritz
Morgenthau und Leopold Katz; der letzte jüdische Lehrer (Justin Fränkel) starb
in der Emigration. In der NS-Zeit wurden noch bis 1939 Beisetzungen vorgenommen.
Beim Novemberpogrom 1938 blieb der Friedhof unzerstört, jedoch wurde er
im Mai 1939 verwüstet.
Nach 1945 wurden im Zeitraum bis Anfang der 1990er-Jahre insgesamt sieben
Beisetzungen vorgenommen, allesamt Patienten jüdischen Glaubens, die in
Erlanger Kliniken verstarben. Der in Erlangen am 8. Juli
1980 verstorbene Prof. Dr. Hans-Joachim Schoeps wurde zunächst auf dem neuen
Israelitischen Friedhof in Nürnberg beigesetzt, jedoch am 24. September 1996 auf
den jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee überführt.
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Links: Historische Aufnahme
(von 1984, Foto: Jürgen Hanke, Kronach) des Grabes von Prof. Dr.
Hans-Joachim Schoeps (1909-1980, seit 1947 in Erlangen tätig) in Nürnberg.
Prof. Schoeps wurde zunächst im neuen Israelitischen Friedhof
(Schnieglinger Straße 155) in Nürnberg beigesetzt, im September 1996
exhumiert und nach Berlin-Weißensee überführt (dort Grab-Nr. 115076 /
Abteilung. C VII / Erbbegräbnis 3860). |
Der jüdische Friedhof Erlangen ist von einer Hecke und einem Drahtzaun umgeben.
Am 6. November 1983 wurde
ein Gedenkstein für die in der NS-Zeit umgekommenen Erlanger Juden aufgestellt.
Erinnert wird mit ihm an die in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Erlanger,
von denen 31 in Konzentrationslagern ermordet wurden und drei durch Suizid
starben.
Nach der Dokumentation von 1991 sind 184 Grabsteine erhalten (ohne die neuesten Steine). Die Friedhofsfläche umfasst 27,20 ar. Die
Friedhofswärterwohnung am Eingang ist bis heute bewohnt.
Seit der Neugründung der jüdischen Gemeinde in Erlangen in der Friedhof
wieder für Beisetzungen dieser Gemeinde geöffnet.
Lage des Friedhofes
Der Friedhof liegt im Norden von Erlangen am Bubenreuther
Weg (Nordhang des Burgberges). Das Haus des Friedhofswärter hat die Anschrift
Rudelsweiherstraße 85.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Erlangen auf dem dortigen Stadtplan:
links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen"
zu
"Friedhof, israel.". |
Fotos
(Fotos: obere beiden Zeilen Hahn, Aufnahmedatum: 24.6.2006;
untere drei Zeilen Jürgen Hanke, Kronach)
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| Eingangstor |
Adresse und Telefon des
Friedhofswärterhauses |
Friedhofswärterhaus /
Taharahaus,
heute
Wohnhaus |
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| Blick auf den
Friedhof (von außerhalb) |
Neueste Gräber |
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Friedhofswärterhaus /
Taharahaus |
Teilansicht des Friedhofes -
vom Eingang kommend |
Grabstätte Schönberger mit
Symbol der Levitenkanne; beigesetzt ist Simon Schönberger aus Ermreuth,
gest. 1931 |
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Grabstein für Max Aronstein,
der
erste auf dem Friedhof Beigesetzte
(1841 Ansbach-1891 Erlangen) |
Grabstein für Louis Charles
Grouse, "Kurier aus London" (1856-1922) |
Grabstein für Lothar
Hopfenmaier,
gefallen 1914 in Frankreich (mit
Eisernem Kreuz und
Krieger-Symbolik) |
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| Rechts: Gedenkstein von
1983 für die Umgekommenen der NS-Zeit |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens
in Bayern. 1988 S. 152. |
 | Stadt Erlangen (Hg.) / Text: Ilse Sponsel:
Spuren in Stein - 100 Jahre Israelitischer Friedhof in Erlangen 30. September
1891 - 30. September 1991. Reihe: Erlanger Materialien Heft 6. |
 | Faltprospekt: Stadt Erlangen (Hrsg.): Der
Israelitische Friedhof in Erlangen. Text Ilse Sponsel mit Vorwort von
Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Erlangen.
In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jahrgang
Nr. 72 vom März 1997 S. 17. |

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