|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen"
Zur Übersicht "Synagogen im Rheingau-Taunus-Kreis"
Eltville am Rhein
mit
Kiedrich (Rheingau-Taunus-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Eltville bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938.
Bereits im Mittelalter gab es zeitweise mehrere jüdische Familien in der
Stadt (Stadtrechte seit 1332), vermutlich kam es auch zur Gründung einer
kleinen Gemeinde (innerhalb des Gemeindeverbandes
Mainz-Rheingau). 1331 wird Salman von Eltville in Frankfurt als Bürger
aufgenommen. 1342-1343 verpfändete der Mainzer Erzbischof Heinrich III. von
Virneburg seine Steuern von den Eltviller Juden an Abraham von Kreuznach.
1343 werden vorübergehend Jakob ben Mose mit Sohn und Schwiegersohn in Eltville
genannt. Sie ließen sich später in Bingen
nieder. Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurden auch
in Eltville Juden ermordet.
1354 werden wieder Juden genannt. 1356 und nach 1384 wanderten mehrere
jüdische Personen beziehungsweise Familien in der Stadt zu, die wiederum durch die
Erzbischöfe von Mainz aufgenommen wurden. Auch im 15. Jahrhundert ließen sich
mehrere Juden aus anderen Städten in Eltville nieder (1437 aus Worms, 1438
einer oder mehrere aus Mainz, 1467 fünf jüdische Personen, darunter einer aus
Eppstein); mehrere Eltviller Juden werden in anderen Städten genannt (Heidelberg, Dortmund, Frankfurt,
Mainz, Windecken).
Sie lebten zumindest teilweise vom Geldhandel. Ein jüdischer Arzt wird 1362
genannt. 1467 und danach lebte ein Rabbiner namens Cossmann in Eltville. Die
damals in der Stadt verstorbenen Juden wurden in Mainz
beigesetzt.
Von einer Vertreibung der Juden aus Eltville ist nichts bekannt. Keine
Erwähnungen von Juden in der Stadt liegen jedoch aus der Zeit zwischen 1517 und
1603 vor.
Die Entstehung der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde geht in das 17./18.
Jahrhundert zurück. 1603 wird eine jüdische Familie in der Stadt
genannt, 1627 zwei, 1659 drei, 1691 und 1718 sind es vier jüdische Familien. Im
18. Jahrhundert gehörten (nach der Synagogenordnung von 1787) die in Erbach, Oestrich,
Neudorf, Kiedrich, Rauenthal, Hattenheim sowie Ober- und Niederwalluf lebenden
jüdischen Personen zur Gemeinde in Eltville.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1825 34 jüdische Einwohner, 1842 28, 1871 28 (0,9 % von insgesamt
2.585 Einwohner), 1885 51 (1,5 % von 3.340), 1895 58 (1,6 % von 3.646), 1900 49
(28 männlich, 21 weiblich), 1905 32
(0,8 % von 4.065). Weiterhin gehörten die in Orten der Umgebung lebenden
jüdischen Personen zur jüdischen Gemeinde in Eltville, so die in Erbach (1865
eine Familie), Kiedrich, Oestrich
(zeitweise auch selbständige Gemeinde), Mittelheim und Rauenthal (1865 vier
Familien) lebenden
jüdischen Einwohner. 1842 wurden feste jüdische Familiennamen
angenommen: in Eltville Neumaier, Meier, Mannheimer und Meiersohn, in Rauenthal
Neumann, in Kiedrich Nathan und in Mittelheim Loeser; zu Oestrich
siehe dort. Die jüdischen Familien waren angesehene Händler, teilweise mit
Läden in der Stadt, Handwerker und Metzger.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule,
ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt,
der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Ansonsten wurden die Schüler
der Gemeinde durch auswärtige Lehrer unterrichtet, der Vorbeterdienst
ehrenamtlich verrichtet. Die Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Wiesbaden.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: aus Eltville Jacob Mannheimer
(geb. 11.2.1884 in Eltville, gef. 7.7.1918) und Sally Neumann (geb. 3.4.1889 in
Rauenthal, Rheingau, gef. 13.5.1916) sowie Max Lehmann aus Oestrich
(geb. 24.9.1890 in Gissigheim, gef. 30.9.1915). 1931
wurde für sie in der Synagoge eine Gedenktafel angebracht. Außerdem sind aus
Eltville gefallen: Max Haimann (geb. 21.7.1886 in Eltville, vor 1914 in Kein
wohnhaft, gef. 25.9.1915) und Josef Simons (geb. 1.10.1879 in Eltville, vor 1914
in Friedberg wohnhaft, gef. 11.8.1918), aus Oestrich Hugo Wertheim (geb.
2.11.1869 in Oestrich, vor 1914 in Saarlouis wohnhaft, gef. 10.6.1915) und Sally
Rosenthal (geb. 19.2.1872 in Oestrich, gef. 4.9.1917).
Um 1924, als 48 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt wurden (1,2 % von
insgesamt 4.137 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Jacob Simons, Leopold
Bach und Max Neumann. Den Religionsunterricht der damals acht jüdischen Kinder
der Gemeinde erteilte Lehrer Arnold Katzenstein aus Schierstein. 1932 waren die
Gemeindevorsteher Leopold Bach (1. Vors.) und Eduard Rosenthal (2. Vors.).
Weiterhin unterrichtete Lehrer Katzenstein aus Schierstein die im Schuljahr
1931/32 insgesamt elf Kinder der jüdischen Gemeinde.
1933 lebten noch 37 jüdische Personen in Eltville (0,9 % von insgesamt
4.340 Einwohnern). In
den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen (Wiesbaden, Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert. 10
Personen konnten in die USA auswandern, je eine Person nach Palästina/Israel
und nach London. Drei Personen sind nach 1933 in Eltville verstorben. Die
letzten jüdischen Einwohner wurden von Eltville aus deportiert. Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge geschändet und verwüstet (s.u.). 1939 wurden noch
sechs jüdische Personen in Eltville gezählt.
Von den in Eltville geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Joanna
Arnold geb. Italiaander (1873), Bertha Bender geb. Mannheimer (1879), Paula
Ensgraber geb. Heyum (1887), Regina Grohé geb. Mannheimer (1889), Emma Lesem
geb. Ackermann (1874), Gunda Loeb geb. Mannheimer (1879), Erna Lähnemann geb.
Baar (1893), Alfons Mannheimer (1886), Alfred Mannheimer (1914), Betty
Mannheimer geb. Levi (1877), Günter Mannheimer (1925), Moritz Mannheimer
(1868), Otto Mannheimer (1924), Walter Mannheimer (1919), Artur Neumann (1921),
Lore Neumann (1926), Friedel Simons (1918), Helene Simons (1887), Julius
Simons (1878) Elsa Stern (1911).
Aus Kiedrich werden in den angegebenen Listen keine Personen genannt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Kurze
Beschreibung der Gemeinde (1936)
Artikel im
"Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom 20. Juli 1936:
"Eltville.
Ort wohl aus der Römerzeit, erhält 1331 Stadtrecht, gilt damals als
Hauptstadt des Rheingaus, wird Standort Günthers von Schwarzburg, der
hier, von Karl IV. belagert, der Kaiserwürde entsagt (1349). In demselben
Jahr Judenverfolgung (‚schwarzer Tod’)! – Synagoge, um 1830 erbaut,
Schwalbacher Straße, nicht weit davon Friedhof, neben dem allgemeinen." |
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet für Eltville und
Oestrich 1920
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Februar 1920:
"Die Kultusgemeinde Eltville sucht möglichst per sofort einen
tüchtigen Lehrer, Schochet und Chasen. Gehalt Mark 1.500 nebst
1.000-1.500 Mark Teuerungszulage sowie Nebeneinkommen. Offerte mit
Lebenslauf und Zeugnisabschrift an Eduard Rosenthal, Oestrich am
Rhein." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Besuch der Kaiserin von Russland bei Gutsbesitzer Salomon
Marix in Eltville (1864)
Anmerkung: Der Bericht kann sich nur auf einen Besuch der russischen
Kaiserin bei der Familie Salomon Marix beziehen; wieso hier von Adolph Marx die
Rede ist, ist nicht bekannt.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. August 1864: "Eltville (Nassau), den
26. Juli (1864). Ihre Majestät, die Kaiserin von Russland, welche gegenwärtig
in Bad Schwalbach weilt, beehrte heute unseren Glaubensgenossen, den
Gutsbesitzer Herrn Adolph Marx, mit Allerhöchstihrem Besuche." |
| |
Salomon Marix war ein jüdischer
Tuch- und Seidenwarenhändler, der aus Paris stammte und sich 1849 in
Eltville niedergelassen hat. Er erwarb zwischen 1850 und 1860 91 Morgen
Land in der Stadt. Er besaß neben seiner Villa und dem 1864 erbauten
Gästehaus (spätere "Villa Elvers") an der Erbacher Straße
1 ein Haus am Burgplatz, ein Haus am Bahnhof und die Eltviller Aue
(bzw. Königsklinger Aue, 80 ha große Binneninsel im Rhein). Auch
in Johannisberg (Erwerb des Schlosses Hansenberg 1861) und Wiesbaden hatte
er Güter. Das Marix'sche Anwesen reichte vom Rheinufer bis zur Erbacher
Straße, von dort bis zur Wörthstraße und zum Kiliansring. Im Park der
Villa Elvers gab es eine Orangerie, Treibhäuser mit Aufenthaltsräumen,
verschiedene chinesische Pavillons, einen Weiher, auf dem Seerosen
blühten u.a.m.
In der Villa Marix gab es auch eine Synagoge.
Salomon Marx errichtete in Villmar eine durch Wasserkraft maschinell
betriebene Marmorfabrik auf der linken Lahnseite ("Nassauische
Marmorwerke"). |
Die
1864 als Gästehaus der Villa Marix erbaute, später sogenannte
"Villa Elvers" (Foto aus dem Artikel im "Wiesbadener
Kurier" vom 13.2.2009, siehe Link) war durch einen Übergang
mit dem Haus der Familie Marx verbunden. Zahlreiche prominente
Gäste konnte Salomon Marix hier empfangen, darunter die russische
Kaiserin, den König von Württemberg, Mitglieder der herzoglich
nassauischen Familie oder des preußischen Königshauses. Auch Albert
Schweitzer soll zu Gast gewesen sein. |
| Salomon Marx hatte zwei Söhne - Paul und
Myrtil - und eine Tochter Olga. Nach seinem Tod 1873 in
Wiesbaden wurde der Eltviller Besitz unter den Kindern aufgeteilt, Tochter
Olga erhielt die Eltviller Aue (daher auch "Olga-Insel"
genannt). Nach einigen Jahrzehnten wurden die Besitztümer der Familie
weiterverkauft. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Familie Marix keinen
Besitz mehr in Eltville. |
| |
| Links:
|
| |
Hinweis: Die Villa Elvers wird
2010/11 zu einem Wohnhaus mit hochwertigen Wohnungen umgebaut
(nähere Informationen siehe Artikel
in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 10. April 2010 [pdf-Datei];
über das "Projekt "Villa am Park" siehe Website www.vap-gmbh.de). |
Über den Kaufmann und Schriftsteller Gerson Stern in
Kiedrich (1936)
Artikel
im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom
Juli 1936: "Am Kiedricher Bach aufwärts durch Kiedricher Tal in 1
Stunde nach Kiedrich. Hier schrieb Gerson Stern, der hier lange
Jahre als Kaufmann lebte und nebst seiner Gattin Außerordentliches für
die Verinnerlichung und jüdische Erfülltheit der Juden des Rheingaues
leistete und leistet, seine viel gelesenen Romane 'Weg ohne Ende' und 'Auf
drei Dingen steht die Welt'. Der Flecken Kiedrich hat dank der Bemühungen
des englischen Baronets Sutton sein altertümliches Gepräge erhalten
können. Die Pfarrkirche, 1481 abgeschlossener Bau, sehr sehenswert,
desgleichen der Bassenheimer Hof, der 'Lange Hof' und zahlreiche
Holzhäuser. Über Kiedrich die Ruine Scharfenstein, 1/4 km oberhalb
Kiedrich der Kiedricher Sprudel, die 'Virchowquelle'. - Eine der
schönsten Wege des Rheingaus: Vom Schwalbacher Tor in Kiedrich nach
Kloster Eberbach." |
| |
Über Gerson Stern: Der Schriftsteller Gerson Stern (1874-1956) stammte aus Holzminden im Weserbergland und lebte bis zu seiner Emigration in Kiedrich im Rheingau. 1939 zog er nach Palästina und gab 1941 zusammen mit Schalom Ben-Chorin in Tel Aviv die Anthologie »Menora« (Walter Menke) heraus, in der Else Lasker-Schüler mit den beiden Gedichten »Herbst« (Ich pflücke mir am Weg das letzte Tausendschön) und »Mein blaues Klavier« vertreten ist. – Sterns Hauptwerk, der Roman »Weg ohne Ende« von 1934, ist 1999 vom Verlag Carl Böschen (Siegen) neu aufgelegt worden (ISBN 3-932212-19-3).
Links: Titelbild des 2002 im Carl Böschen-Verlag aufgelegten, 1935
erstmals in Berlin erschienenen Werkes "Auf drei Dingen steht die
Welt". |
| Links: Wikipedia-Artikel
zu Gerson Stern |
Anzeigen jüdischer
Gewerbebetriebe
Lehrlingssuche des Manufaktur- und Konfektionsgeschäftes
E. Haimann (1900)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1900:
"Suche für mein
Manufaktur- und Konfektionsgeschäft zum baldigen Eintritt einen
Lehrling.
E. Haimann, Eltville, Rheingau." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum in einem der
jüdischen Häuser vorhanden (1787 im Haus des Enoch Abraham).
1831 hat das jüdische Gemeindeglied Israel Mayer der jüdischen Gemeinde
ein Gebäude in der heutigen Schwalbacher Strauße überschrieben und dieses zu
einer Synagoge umbauen lassen. Es wurde ein zweigeschossiger Massivbau mit
Stilformen des romantischen Klassizismus erstellt. Das Gebäude hatte
beziehungsweise hat ein steiles Satteldach traufseitig zum Verlauf der Straße
und einen Zwerchgiebel mit zwei Rundbogenfenstern. Die Fassade zeigt eine
dreiteilige Fenstergruppe mit Rundbögen und kleiner Brüstung.
In der
Synagoge hatte es im Betsaal im Erdgeschoss auf ca. 30 Quadratmetern 44 Plätze für Männer,
auf der Empore 30 für Frauen. Schwierigkeiten mit
dem Gottesdienst gab es in den 1840er-Jahren, da die Oestricher Juden ihre
eigene Synagoge eingerichtet hatten und nicht mehr genügend Männer
regelmäßig zum Gottesdienst nach Eltville kamen.
Am 5. September 1931 konnte das 100-jährige Bestehen der Synagoge gefeiert
werden. Der "Rheingauer Bürgerfreund" berichtete am 7. September
1931: "Israelitische Gemeinde feiert 100-jähriges Bestehen der Synagoge.
...Sie wurde 1831 erworben und zweckentsprechend umgebaut... Es wurde seit
Jahrzehnten an einen Neubau gedacht, aber in Anbetracht der schlechten
Verhältnisse davon Abgesehen. Die Synagoge wurde jetzt renoviert. Die
Eröffnungs- und Begrüßungsrede hielt Lehrer Katzenstein aus Schierstein - die
Festrede der Bezirksrabbiner Dr. Lazarus aus Wiesbaden. Es wurde eine Tafel für
die für das Vaterland Gefallenen enthüllt."
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
durch SA-Leute völlig verwüstet, das Gebäude blieb erhalten. Es ging wenig
später in Privatbesitz über und wurde zu einem bis heute bestehenden Wohn- und Geschäftshaus
umgebaut. Eine Hinweistafel ist angebracht.
Adresse/Standort der Synagoge: Schwalbacher
Straße 3 (frühere Holzstraße bzw. Holzgasse Gebäude Nr. 179)
Fotos
(Fotos: sw-Fotos: links aus Arnsberg Bilder s. Lit. S.49,
rechts aus Altaras 1988 S. 177; farbige Fotos Hahn, Aufnahmedatum 10.8.2008)
| |
Historische Fotos
sind noch nicht vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der
Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
| |
|
|
Das ehemalige
Synagogengebäude
nach 1945 |
 |
 |
| |
Das Gebäude um 1970 |
Das Gebäude im Juli 1984 |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Blick auf das
Gebäude der ehemaligen Synagoge |
Hinweistafel:
"Hier befand sich von
1832-1938 die Synagoge der
Israelitischen
Kultusgemeinde Eltville" |
| |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| März 2010:
Verlegung von "Stolpersteinen" in
Kiedrich |
Artikel im "Wiesbadener Kurier"
vom 13. März 2010 (Artikel):
"Kiedrich - Erstmals Stolpersteine
Kiedrich. (red). Auf Initiative des Förderkreises Kiedricher Geschichts- und Kulturzeugen hat der Künstler Gunter Demnig drei sogenannte Stolpersteine (Gedenksteine) angefertigt für den jüdischen Schriftsteller Gerson Stern, seine Ehefrau Erna und seinen Sohn Joel Harry Stern, die unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes 1937 Kiedrich verließen und im März 1939 nach Palästina emigrierten. Die Steine werden nun zum Gedenken vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Stern verlegt. Dazu sind alle Kiedricher am Dienstag, 16. März, um 13.30 Uhr in die Scharfensteiner Straße 16 eingeladen." |
| |
Artikel im "Wiesbadener Kurier" vom 17. März 2010 (Artikel):
"In Kiedrich hoch angesehen.
STOLPERSTEINE Förderkreis erinnert mit der Aktion von Gunter Demnig an die jüdische Familie Stern.
(dre). Im Jahr 2000 startete Gunter Demnig sein Projekt Stolpersteine zur
'Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer im
Nationalsozialismus'. Seitdem verlegte der Künstler in 536 Orten Deutschlands und anderen Ländern Europas gut
23.000 Stolpersteine, aber noch keinen einzigen im Rheingau. Das änderte jetzt die Initiative des Förderkreises Kiedricher Geschichts- und Kulturzeugen mit dem 537. Ort..." |
| |
Artikel im "Wiesbadener Tagblatt"
vom 3. April 2010 (Artikel):
"Erinnerung an "Tante Erna"
KIEDRICH - GEDENKEN Die ehemalige Kiedricherin, für deren Familie ein Stolperstein verlegt wurde, ist unvergessen.
(red). In Kiedrich ist vor kurzem der erste Stolperstein im Rheingau verlegt worden. Auf Initiative des Förderkreises Kiedricher Geschichts- und Kulturzeugen wird damit an die
Familie Stern erinnert: Den Kaufmann, Gutsbesitzer und Autor Gerson Stern, seine Frau Erna und ihren Sohn Joel Harry. Von 1920 bis 1937 lebte die Familie in der Scharfensteiner Straße 16. Den zweiten Vorsitzenden des Förderkreises, Rudolf Fenzl, erreichte nun ein Schreiben von Christel Michal- Evenari, die mit dem Sohn des Bruders von Erna Stern verheiratet war. Eliahu Evenari ist allerdings vor einigen Jahren gestorben..."
|
| |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 207-208; III,1 S. 298-300. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 157-159. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 49. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 177-178. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 144. |
 | dies.: Neubearbeitung der beiden Bücher. 2007. S.
368. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S.
292-293. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 366-367.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Eltville
Hesse-Nassau. Jews living there in the 14th century fell victim to the Black
Death persecutions of 1348-49. A permanent community was only established in
1780. Its members, who opened a synagogue in 1831 and numbered 58 (over 1 % of
the total) in 1895, were affiliated with Wiesbaden's rabbinate. In 1925 the
community also had members in Erbach (27), Oestrich (18) and three other
neighboring villages. On Kristallnacht (9-10 November 1938), SA men
destroyed the synagogue's interior and Nazis looted Jewish property (especially
wine cellars) throughout the region. Of the 37 Jews left in Eltville, 12
emigrated and 18 removed elsewhere; all those remaining in the area were
deported by 1941.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|