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Zur Übersicht über die Synagogen
Dornum (Kreis
Aurich/Niedersachsen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Zur ehemaligen Synagoge in Dornum siehe vor
allem die Seiten bei
www.synagoge-dornum.de
| Aktuell im April
2012: Bei der Gedenkstätte Synagoge
wurde mutwillig ein Fenster eingeworfen |
Pressemitteilung der Polizeiinspektion
Aurich/Wittmund vom 20. April 2012:
"POL-AUR: Altkreis Norden (ots) - Dornum - Sachbeschädigung
Eine Fensterscheibe schlugen unbekannte Täter am Donnerstag zwischen 09.00 Uhr und 14.00 Uhr in Dornum ein. Bei dem angegriffenen Objekt handelt es sich um die Gedenkstätte der Synagoge Dornum in der Kirchstr. Die Täter beschädigten ein Fenster neben der Haupteingangstür der Gedenkstätte.
Sachdienliche Hinweise werden an die Polizei Norden, 04931/9210,
erbeten." |
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Dornum bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre
Entstehung geht in die Zeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück.
Die ersten Juden konnten unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg zuziehen
(1626);
im Ort selbst durfte jedoch zunächst (bis 1717) nur eine Familie wohnen.
Unter dem Barockfürsten Haro Joachim von Closter (1700-1707) wurden weitere jüdische Handwerker und Kaufleute in Dornum
aufgenommen. 1712/13 werden genannt: Levy Isaak (Geldverleiher), Isaak Levy und
Aaron Levy, von denen zumindest Levy Isaak bereits in einem eigenen Haus lebte. 1723 wird der jüdische
Friedhof erstmals genannt.
Im Laufe des 19. Jahrhundert stieg die Zahl
jüdischer Einwohner an: 1802 31, 1804 37 (von insgesamt 727), 1861 12
jüdische Familien, 1867 65 jüdische Einwohner (von insgesamt 926), 1885 61
(von insgesamt 794), 1905 83 (etwa 9 % von insgesamt 841), 1925 58 (7,3 % von
insgesamt 789). 1850 findet man unter den jüdischen Familienvorständen die
Berufe: Lehrer, Kerzenzieher, Uhrmacher, Regenschirmhersteller, Gerber,
Pferdehändler, Trödler und Bauredner (letzterer, Levy Schönberg wanderte 1880
nach New York aus; er war der Großvater der als Komiker bekannten Marx
Brothers).
An
Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
israelitische Schule (zeitweise - von 1882 bis 1922 - öffentliche jüdische Volksschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof (s.u.). Die Schule
wurde 1908 noch von 28 Kindern besucht. Zum Unterricht und zur Besorgung
religiöser Aufgaben
der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter
und Schächter tätig war. Die Stelle wurde immer wieder neu ausgeschrieben
(siehe Anzeigen unten).
Die jüdische Gemeinde Dornum gehörte zum Rabbinat Aurich, später zum
Landrabbinatsbezirk Emden.
Die jüdischen Einwohner waren spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts im
gesellschaftlichen Leben des Ortes weitestgehend integriert. In der 1838 gegründeten
Bürgerwehr waren auch jüdische Mitglieder. In den Mitgliederlisten anderer
Vereine (Schützenverein!) finden sich gleichfalls jüdische Mitglieder. Zudem
gab es jüdische Vertreter im Gemeinderat (zuletzt bis 1933 Aaron Wolffs).
Im Ersten
Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gustav Friedhelm geb. 20.3.1881
in Dornum, gef. 17.8.1916), Ernst Friedhelm (geb. 29.9.1895 in Dornum, vor 1914
in Braunschweig wohnhaft, gef. 28.7.1916), Ernst Rose (geb. 8.3.1895 in Dornum,
gef. 2.9.1917), Josef Rose (geb. 28.12.1895 in Dornum, gef. 16.4.1917) und Wilhelm
Wolf Weinthal (geb. 2.10.1892 in Dornum, gef. 30.7.1917). Zu ihrem Gedenken wurde
in der Synagoge eine Tafel angebracht, die erhalten ist.
Um 1930
bildeten den Synagogenvorstand Aron Wolffs (1. Vorsitzender) und Dr. Cohn
(Schriftführer). Die israelitische Schule gab es damals auf Grund der
zurückgegangenen Zahl der Gemeindeglieder nicht mehr. Ende der 1920er-Jahre
besuchten vier jüdische Kinder aus Dornum die israelitische Volksschule in
Esens. Zu Beginn der NS-Zeit gehörten jüdischen Familien noch eine Textil- und
Lederwarenhandlung (Daniel Cohen), eine Manufakturwarenhandlung (van Cleef),
eine Pferdehandlung (Jakob Rose), eine Viehhandlung (Weinthal) und eine
Schlachterei (Moses Rose).
1933 lebten noch 53 jüdische Personen in Dornum (von insgesamt 826
Einwohnern). Auf Grund der schnell
einsetzenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts
verließen bis Ende 1933 bereits über 20 von ihnen den Ort. Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge demoliert (siehe unten). Die jüdischen Einwohner wurden
auf Lastwagen nach Norden gebracht und dort im städtischen Schlachthaus
eingesperrt. Die Frauen und Kinder wurden nach einigen Stunden entlassen, die
Männer in das KZ Sachsenhausen überführt. 1939 wurden noch 14 jüdische
Einwohner gezählt (von insgesamt 833 Einwohnern). Die letzten acht jüdischen
Einwohner zogen im Rahmen der erzwungenen Evakuierung der ostfriesischen Juden
am 8. März 1940 nach Wunstorf.
Von den in Dornum geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):: Bertha Abraham geb. Abrahams (1913),
Bernhard Abrahams (1876), Moritz Abrahams (1905), Ilse Brager geb. Abrahams (1916), Sophie
Dunkel geb. Gans (1876), Else Frankenberg geb. Rose (1893), Moses Gans (1882),
Walter Haase (1892), Wolf Hess (1882), Karoline (Käthe) Hess (1901), Meta
Kempinski geb. Abrahams (1906), Hanni Kohn geb. Weinthal (1867), Alma Leiser
geb. Wolffs (1904), Helga Leiser (1933), Albert Löwenbach (1872), Ino (Theo,
Ihno) Rose (1900), Margot Rose (1936), Ursula Rose (1934), Henriette Schloss
geb. Wolffs (1899), Käte (Käthe) Visser geb. Rose (1896), Brunhilde Weinthal
(1922), Elkan Weinthal (1888), Frieda Weinthal geb. Abrahams (1901), Karla
Weinthal (1930), Lieselotte Weinthal (1926), Rosa Weinthal geb. Speier (1893),
Siegfried Weinthal (1925), Walter Weinthal (1909), Willi Weinthal (1921), Eva
Wolffs geb. Wolffs (1872).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer und der Schule
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1850 /
1870 / 1871 / 1874
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. April 1855:
"Anzeigen. Unter Angabe der damit verbundenen Diensteinnahme werden
die in der Provinz Ostfriesland erledigten jüdischen Schulstellen zur
behufigen Besetzung öffentlich bekannt gemacht: ...
Bei der Gemeinde Dornum die Stelle eines Religionslehrers,
Vorbeters und Schächters: neben völlig freier Station ein Fixum von 80
Talern und eine eventuelle Zulage von 20 Talern ...
Unverheiratete Bewerber belieben ihre desfallsigen portofreien Anmeldungen
baldigst an das Landrabbinat zu richten. Emden, im März 1855. Der
Landrabbiner Hamburger." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Juni 1870:
"Die Synagogengemeinde Dornum (Ostfriesland) sucht zu sofortigem
Antritte einen Lehrer, der zugleich das Amt eines Vorbeters und
Schächters zu versehen hat, für ein Gehalt von 120 Talern bei freier
Kost, Wohnung, Feuerung und Licht. Meldungen unter Beilegung der Zeugnisse
an den Vorsteher H. Haase." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Februar 1871: Die
Synagogengemeinde Dornum (Ostfriesland) sucht zu baldigem Antritt einen
Lehrer, der zugleich Vorbeter und Schochet ist. Gehalt 120 Taler bei
freier Kost, Wohnung, Feuerung und Licht. Von Zeugnissen begleitete
Meldungen nimmt entgegen. Dr. Kroner. Aurich, im Februar 1871." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Januar 1874:
"Vacanz. Die Lehrer- und Kultusstelle der israelitischen
Gemeinde zu Dornum in Ostfriesland ist vom 1. Februar
laufenden Jahres an vakant. Reflektanten beliebten sich unter Einsendung
von gehörig beglaubigten Zeugnis-Abschriften bei dem dasigen
Synagogengemeindevorstande zu melden." |
Bau eines Schulgebäude für die jüdische Volksschule
(1904)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. Mai 1904:
"Dornum (Ostfriesland). Volksschulhaus. Dank den Subventionen der
Königlichen Regierung und des Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Bundes war
es unserer nur aus 18 Familien bestehenden Gemeinde vergönnt, ein
Schulgebäude für die hiesige öffentliche jüdische Volksschule im
verflossenen Winterhalbjahre errichten zu können. Das im April vollendete
Haus, im schönsten Teile unseres Fleckens gelegen, enthält eine
Familienwohnung für den Lehrer, einen Garten, einen schönen Schulsaal,
der allen modernen Anforderungen entspricht usw. Für die gegenwärtig von
20 Schülern besuchte Schule ist unter anderem auch ein Spiel- und
Turnplatz vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit für das Zustandekommen des
Gebäudes zeigte Herr Landrat Bayer-Norden, der auch den Kauf des
Schulgrundstückes bewerkstelligte." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Spendenaufruf für eine verarmte Familie
(1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1900: "Wohltätigkeit.
In der hiesigen Gemeinde liegt ein armer und mittelloser Glaubensgenosse,
welcher Frau und vier kleine Kinder zu ernähren hat, krank darnieder.
derselbe ist derartig aller Mittel entblößt, dass es ihm in der Tat
nicht einmal möglich ist, den Mietzins für seine Wohnung zu zahlen und
den Hausiergewerbeschein einzulösen, wodurch es ihm nach hoffentlich
baldigst zu erwartender Genesung ermöglicht würde, seinem vollständig
darniederliegenden Geschäfte - Handel und Schlachterei mit Kleinvieh -
nachzugehen und so seiner Familie den allernötigsten Lebensunterhalt zu
verschaffen. Die hiesige Gemeinde, aus 15 Mitgliedern bestehend, ist zu
klein und schwach, um mit Erfolg helfen zu können. Mildtätige Brüder
und Schwester, es ist wahr, dass gar oft der Notruf unglücklicher Wesen
an Eure mitleidiges Ohr dringt. Aber das Wort unserer Weisen:
'Freundliches Wohl tun kennt kein Maß' gebietet auch hier schnelle Hilfe.
Der allgütige Vater hat noch nie menschenfreundliche Menschen den Segen
für wahres Wohl tun vorenthalten. Der Unterzeichnete und die
Geschäftsstelle dieses Blattes sind gerne bereit, auch die kleinsten Gaben
entgegenzunehmen.
Dornum Ostfriesland, im Mai 1900. S. Lotheim,
Lehrer." |
Zu einzelnen Personen aus
der Gemeinde
Über Minna (Minie) geb. Schönberg (1864-1929), Mutter
der Marx Brothers
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe
und Einzelpersonen
Anzeigen der Schlächterei M. Rose (1888 /
1890)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1888:
"Koscher. Die Schlächterei M. Rose, Dornum,
Ostfriesland versendet franco gegen Nachnahme extra feines frisch
geschlachtetes Marsch-Hammelfleisch
9 Pf. Netto 4 Mark 40 Pfennig.
fettes Rindfleisch 9 Pfd. Netto 5 Mark 40 Pfennig." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Dezember 1890:
"Empfehle extrafeines, ostfriesisches Rind- & Hammelfleisch,
sowie alle Sorten Wurst und ff. Rauchfleisch zu soliden Preisen.
M. Rose, Metzgerei und Versandgeschäft, Dornum
(Ostfriesland)." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge (Betraum in einem der jüdischen Häuser) wird erstmals um 1730
genannt. Die 1841 erbaute Synagoge konnte nur unter großem finanziellem
Engagement der überwiegend in armseligen Verhältnissen lebenden jüdischen
Familien und mit Hilfe des Darlehens eines christlichen Geldverleihers gebaut
werden. Fast 100 Jahre war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen
Gemeindelebens. Sie wurde mehrfach erneuert, u.a. wurde 1920 elektrisches Licht
eingerichtet.
Nach 1933 wurde die Synagoge kaum noch benutzt, da die
erforderliche Zahl von zehn männlichen Gottesdienstbesuchern nicht mehr
zustande kam. Am 7. November 1938 wurde das Gebäude vom letzten
Gemeindevorsteher Wilhelm Rose an einen örtlichen Tischlermeister verkauft,
dessen Haus an das Synagogengebäude grenzte. Beim Novemberpogrom 1938 wurde im
Synagogengebäude von SA-Männern eingebrochen, um Gegenstände aus dem Inneren
herauszuholen, darunter die Ehrentafel mit den Namen der fünf jüdischen
Gefallenen des Ersten Weltkrieges und die Totenbahre. Die Gegenstände wurden
auf dem Marktplatz öffentlich verbrannt. Auch die im Haus des letzten
Gemeindevorstehers Wilhelm Rose gestohlenen Torarollen wurden verbrannt.
Das
Synagogengebäude blieb auch nach 1945 erhalten und wurde als Möbellager,
Brennstofflager und als Geschäft genutzt. 1981 wurde es renoviert, doch
zunächst weiterhin gewerblich genutzt. Seit einer weiteren umfassenden
Renovierung 1990/91 ist die ehemalige Synagoge zu einer Gedenkstätte mit
einer regelmäßigen Ausstellung u.a. zur Geschichte der Dornumer jüdischen
Gemeinde umgestaltet. Das Gebäude ist heute die einzige in Ostfriesland
erhaltene Synagoge und wird von dem Förderverein Synagoge Dornum
unterhalten.
Hinweis: Gedenkstätte Synagoge Dornum
- Synagoge, Bilder und Exponate aus dem jüdischen Leben. Kirchstraße 6, 26553
Dornum, Tel. 04933/342. Leiter der Gedenkstätte: Georg Murra-Regner (E-Mail).
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag 15.00 Uhr - 18.00
Uhr und nach Vereinbarung.
Gliederung der Ausstellung:
 | Einführung in die allgemeine jüdische Geschichte |
 | Bücher und Exponate zur jüdischen Religion sowie die
Entwicklung des jüdischen Gemeindelebens |
 | Darstellung der Geschichte der Dornumer Juden von 1755 bis
zur zwangsweisen Auflösung der jüdischen Gemeinde |
 | Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bürger (Shoa) |
Fotos der Synagoge:
(Fotos obere Zeile: Hahn, Aufnahmedatum: Juli 1987; mittlere Zeile: Quelle)
Einzelne Presseberichte
| März 2009:
Gesandter der Botschaft des Staates Israel besucht die ehemalige Synagoge. |
Artikel aus dem "Anzeiger für Harlingerland" vom 16.03.2009
"Fühle mich zuhause" - Gesandter des Staates Israel Ilan Mor besucht Synagogenverein Dornum
Dornum/hä – Auf Einladung der stellvertretenden Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, Gitta Connemann (MdB), war gestern der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Ilan Mor, zu Gast in Ostfriesland. Während einer Rundreise, begleitet vom Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ostfriesland, Wolfgang Freitag, zu den historischen Stätten der Juden besuchte er auch die Synagoge Dornum. Begrüßt wurde er vom Vorsitzenden des Synagogenvereins, Georg Murra-Regner, der ihn durch die Ausstellung und über den jüdischen Friedhof führte.
"Ich fühle mich wie zuhause", sagte Ilan Mor mit Blick auf die Inschrift über der Eingangstür der Synagoge:
"Das ist das Tor zum Herrn. Die Gerechten werden hineingehen da" (Psalm 118, Vers 20 der Lutherbibel). Mit großem Interesse folgte der Gesandte den Ausführungen Murra-Regners über die Arbeit des Synagogenvereins. Die Existenz der Synagoge und die Arbeit des Vereins erinnere daran, dass Juden und Christen in Dornum einst eng zusammenlebten.
"Sie zeigt aber auch, wie groß der Verlust ist. Daran muss sich die deutsche Gesellschaft stets
erinnern." Georg Murra-Regner wertete den Besuch als Anerkennung. Wichtiger sei, dass die Synagoge nun bis Israel bekannt werde. |
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| August
2010: Anklage wegen Volksverhetzung
und Haftstrafe für Dornumer Einwohnerin |
Artikel
vom 7. August 2010 im "Ostfriesischen Kurier" (Lokalteil
Norden):
"Verleumdung von Kriegsgräueln.
Gericht: Anklage wegen Volksverhetzung - Haftstrafe für 65-Jährige aus
Dornum.
Angeklagte zeigt sich unverbesserlich. Einschlägig gerichts- und
polizeibekannt hört sie nicht auf, zu provozieren.
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. |
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| Mai
2011: Die Gemeindebücher der
jüdischen Gemeinde Dornum wurden aufgearbeitet |
Artikel von Tatjana Gettkowski in der "Ostfriesen-Zeitung" vom
31. Mai 2011 (Artikel):
"Ein Stück Geschichte wird wieder sichtbar
Der Leiter der Synagoge Dornum Georg Murra-Regner hat die früheren Gemeindebücher der jüdischen Gemeinde aufgearbeitet. Sie waren am 10. November 1938 von den Nazis verbrannt worden.
Dornum - Georg Murra-Regner verbringt an manchen Wochentagen vier bis fünf Stunden in Archiven, Standesämtern und Einwohnermeldeämtern der Region. In mühevoller Kleinarbeit entziffert er zum Teil in Sütterlinschrift verfasste Urkunden und Dokumente. Mit seinen umfangreichen Recherchen hat der Leiter der Synagoge und der Gedenkstätte Dornum die Gemeinderegister der jüdischen Gemeinde von Dornum wieder aufgearbeitet und damit ein Stück verschwundener ostfriesischer Geschichte wieder sichtbar gemacht.
"Voller Hass waren die Gemeinderegister am Vormittag des 10. November 1938 in Dornum verbrannt worden", berichtet der Leiter der Synagoge. Ziel der Nationalsozialisten sei es gewesen, die Erinnerung an das Volk so auszulöschen, als hätte es nie existiert. "Aber all diese Menschen haben das Leben in Dornum mitgeprägt. Sie sind ein Teil unserer Geschichte." Ihm sei es darum ein Anliegen gewesen, einen Beitrag zu leisten, dass die Namen dieser Menschen nicht vergessen werden.
"Wir bekommen von Jahr zu Jahr mehr Anfragen aus aller Welt", berichtet Murra-Regner. Kinder, Enkel und Urenkel vieler Emigrierter hätten den Wunsch, etwas über ihre Wurzeln zu erfahren. "Sie wollen wissen, woher sie kommen. Dieses Bedürfnis hat jeder Mensch. Doch viele ihrer Vorfahren konnten nicht darüber sprechen, was sie erlebt haben und warum sie ausgewandert sind", weiß er. Mit Hilfe der Gemeindebücher lassen sich die Anfragen nun leichter beantworten." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Horst Reichwein: Die Juden in Dornum in nationalsozialistischer
Zeit. In: Frisia Judaica. Beiträge zur Geschichte der Juden in Ostfriesland
(Hg. von Herbert Reyer und Martin Tielke). Aurich 1988 (=
Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands. Bd. 67). |
 | ders.: Die Juden in der ostfriesischen Herrlichkeit Dornum (1662-1940).
Dornum 1995. |
 | ders.: Steinerne Zeugen jüdischen Lebens in Dornum. Dornum 1994. |
 | Georg
Murra-Regner / Andrea Döhrer: Die Weinthals. Das Schicksal einer
jüdisch-ostfriesischen Familie. Hrsg. von der Gedenkstätte "Synagoge
Dornum" e.V. Juli 2010.
In dieser Dokumentation wird das Schicksal einer jüdischen ostfriesischen
Familie im Nationalsozialismus geschildert. Die Familie von Elkan und Rosa
Weinthal aus Dornum steht stellvertretend für all die Familien, die Opfer
der Nationalsozialisten wurden. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Dornum. By 1723, the Jewish
community had an old burial ground and in 1841 a synagogue. The community
numbered 63 (7 % of the total) in 1861, and included members from neighboring
villages in East Friesland. Mostly poor tradesmen, the Jews could not hold
regular Sabbath services and the Emden rabbinate complained about their
unsupervised ritual slaughtering (shehitah) practices. Numbering 85 at
its height in 1905, the community ran a school attended by 28 children in 1908.
Their numbers dwindled after worldwar I. After the Nazi rise to power in 1933,
most of Dornum's 52 Jews left, about 24 emigrating abroad, primarly to
Scandinavia, the Americas, and Palestine. In June 1938, three Jewish citizens
were arrested and transported to the Buchenwald concentration camp, where one
died. Although in October 1938, the 15 remaining Jews disposed of the synagogue,
the building was nevertheless plundered on Kristallnacht (9-10 November
1938), and the Torah scrolls set on fire. Jewish men were arrested and
incarcerated in Sachsenhausen. By March 1940, there were no Jews left in Dornum;
24 perished in Nazi camps and ghettoes.

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