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Friedhöfe in der Region"
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Friedhöfe im Kreis Waldeck-Frankenberg"
Bad Wildungen (Kreis
Waldeck-Frankenberg)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Bad
Wildungen (interner
Link)
Hinweis: 2023 erschien
eine Publikation zum jüdischen Friedhof in Bad Wildungen (siehe Literatur)
Zur Geschichte des Friedhofes
Der jüdische Friedhof wurde um 1860 angelegt. Auf dem Friedhof wurden in den folgenden Jahrzehnten
neben den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde der Stadt auch einige Juden
beigesetzt, die nach Bad Wildungen zur Kur kamen und dort verstorben sind.
Mehrere Grabsteine sind in russischer Sprache beschriftet.
Überlegungen zum Bau einer
jüdischen Leichenhalle (1904)
Artikel
in "Israelitisches Familienblatt" vom 8. September 1904: "Bad Wildungen.
(Jüdische Leichenhalle.) Jedem jüdischen Badegast wird es nicht eben
erfreulich ausgefallen sein, dass, wenn hier ein Israelit stirbt, dessen
Leiche nach einer mit den religiösen Symbolen der christlichen Kirche
geschmückten christlichen Kapelle verbracht, dort gewaschen und angekleidet
werden muss, da wir hier leider eine eigene jüdische Leichenhalle, in der
diese Vorrichtungen vorgenommen werden könnten, nicht besitzen. Diese
Zustände haben mehrere Badegäste veranlasst, Schritte zur Abstellung dieses
Zustandes zu unternehmen. Die kleine israelitische Kultusgemeinde Wildungens
ist zu mittellos, um aus eigener Kraft den Beitrag aufzubringen, den die
Errichtung einer Leichenhalle, erfordert. Von den 4.000 Mk., welche für die
Erwerbung des Grunds und Bodens nötig sind, haben diese Herren inzwischen
3051 Mk. zusammengebracht: hoffentlich gelingt es ihnen, den noch fehlenden
Rest von Wohltätern zu erhalten." |
In
der NS-Zeit wurden die meisten Grabsteine umgestürzt und beschädigt.
Nach 1945 wurde der Friedhof wieder hergerichtet. Die
Friedhofsfläche beträgt 27,45 ar. Etwa 100
Grabsteine sind erhalten.
In der Nähe des Eingangs befindet
sich seit 1946 ein Ehrenmal "Zum ewigen Andenken an die Opfer der israelitischen
Gemeinde Bad Wildungen, die in den Jahren 1933-1945 ihr Leben in KZ-Lagern
qualvoll lassen mussten. In Liebe gewidmet von den Überlebenden!".
Historische Aufnahme
Lage des Friedhofes
An der "Weinbergstraße" in Altwildungen
(eingetragen auf dem Stadtplan
der Stadt Bad Wildungen; "Weinbergstraße" eingeben).
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Bad Wildungen auf dem Stadtplan des "Städte-Verlages):
links anklicken oder unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd., Altwildungen" |
Link zu den Googlemaps
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 8.4.2010)
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Das Eingangstor
mit Blick auf
den gegenüber der Altstadt
Bad Wildungens gelegenen
Friedhof |
Hinweistafel |
Ehrenmal beim
Eingang zur Erinnerung
an die in der NS-Zeit ermordeten
jüdischen
Einwohner der Stadt |
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Grabsteine von links für
Samuel Leiser
(1836-1901), einen 1901 verstorbenen
russischen Kurgast
sowie
Moritz Baer (1869-1901) |
Grabsteine vordere Reihe
(Rückseiten
deutsch beschriftet) für links:
Heinemann Wallach
(1826-1898) und
rechts: Rickchen Samuel geb. Nagel |
Grabstein im Vordergrund links
für
Rosette Baruch geb. Weinberger
(gest. 1865)
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Grabstein links
für Bela Wallach
geb. Lengass (geb. in Heddernheim
bei Frankfurt), rechts
für Baruch Baruch
(1830-1890) |
Die drei
abgebildeten Grabsteinen
zeigen wie viele andere des Friedhofes
die Spuren
der Schändungen durch das
Umstürzen der Grabsteine in der NS-Zeit |
Das untere, unbelegte
Friedhofsgrundstück |
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Teilansicht des mittleren
Friedhofsteiles -
Blick nach oben in Richtung
Friedhofseingang an der
Weinbergstraße |
Grabstein für Samson Mayer
Wilner
aus Warschau, gest. 1. Tamus 5654
(= 5. Juli 1894) |
Grabstein links
für Chaim Joel Fischer aus
Kischoniow (gest. 19.7.1921), rechts für
Israel
Eiser Bar Chaim Jizchak Aschkenasi
aus der Gegend von Wilna |
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Grabstein
links für Adolph Friedensohn aus Nimptsch (Niemsza,
Niederschlesien,
1855-1880), in der Mitte (auf Foto rechts auf der linken
Seite) für Fanni Oppenheim(er)
aus Wildungen (1830-1879); Grabstein
rechts (auf Foto rechts Mitte) für Meschulam
genannt Feibel Ben Baruch, gest. 26. Tischri 5627 (5. Oktober 1866) |
Kindergrabstein
(Doppelgrabstein) für
Rosalie Spiegel und Laura Spiegel |
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Blick vom mittleren Teil des
Friedhofes
auf die Altstadt von Bad Wildungen
mit der evangelischen
Stadtkirche |
Rückseite des Grabsteines
oben für
"Feibel Baruch, gestorben 1866"
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Rückseite des Grabsteines
für
Rosette Baruch geb.Weinberger
(gest. 29.12.1865) |
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Grabstein für
Shajer Wolf Kopelmann
(1865 in Tykotzin [polnisches Tykocin] -
1920 in Wildungen) |
Grabstein für
Gerson Krittenstein
(1877-1928), Inhaber des "Hotels
Germania" in Bad
Wildungen |
Grabstein für Albert
Archenholz
aus Essen - Ruhr (1831-1898) |
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Grabsteine in der vorderen
Reihe: links
für Moses Mannheimer (1852-1918),
rechts für Max Katz
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Grabstein für Sara Hirsch
(1836-1906)
und Samuel Hirsch (1838-1909)
aus Wellen (heute: Ortsteil
der
Gemeinde Edertal) |
Grabstein links für Juda
Oppenheimer
(1856-1919), rechts für Abram Korenblatt
aus Kischinew (heute Chişinău,
Moldau,
gest. 1920) |
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Blick über den oberen Teil
des Friedhofes
an der Weinbergstraße, links der
Grabstein für Meier Marx
(1850-1926) |
Grabstein für Isaak
Buchheim
(1851-1926) und Emilie Buchheim
(gest. 1926) |
Grabstein links für Frau
Gywja Mojsewicz
aus Kalisch (gest. 1929), rechts für
Jacob Mannheimer
(1862-1930) |
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Grabstein links
für Rosa Samuel
geb. Ballin-Oppenheimer (1879-1931)
mit Gedenkinschrift
für den im KZ Riga
ermordeten Isaak Samuel, rechts
Grabstein für Julius
Katz (1874-1931) |
Grabstein links
für Settchen Marx
geb. Frank (1852-1930), rechts dahinter
für Erich
Baruch (1907-1922) mit
Gedenkinschriften für seine im KZ Riga
umgekommenen
Eltern Berthold Baruch
und Paula geb. Rothschild |
Grabstein links für Gütchen
Katz
geb. Boley (1936-1923), Mitte für
Abraham Moses (1852-1923) und
rechts für Minna Katz geb. Isak |
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Grabstein links für
Saul
Jacob Luriev
aus Litauen (geb. 1923), rechts für
Ludwik Silberberg aus
Warschau
(1859-1913) |
Grabstein für Bernhard
Hoffmann
aus Wien (1841-1915) |
Grabsteine von links: für
Levy Jungheim (1849-1937),
Fanny Jungheim (1850-1932) und
Frieda Florsheim
(1904-1932) |
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Grabstein für Amalie
Wertheim
geb. Kaiser (1860-1938) |
Grabstein für Klara
Baer
(1857-1934) |
Grabstein für
Leopold Külsheimer
(1883-1933) mit Gedenkinschrift für
die 1942 in KZ
Theresienstadt
umgekommene Helene Külsheimer |
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Blick vom Friedhof zum
Schloss
Friedrichstein und einen
Teil von Altwildungen |
Blick vom oberen Teil des
Friedhofes
zum Eingang (rechts der Birken
in der Bildmitte) |
Grabstein für Lina Levy
(1898-1933)
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Grabstein
für Rosalie Hammerschlag geb. Harth (1848-1933) mit Gedenkinschrift
"Zum Andenken an Adolf Hammerschlag, Max Hammerschlag, Edgar
Hammerschlag,
Herm. Hammerschlag, Irene Hammerschlag geb. Vöhl, Inge
Hammelschlag, Käthe Wolf
geb. Hammerschlag, Meier Wolf, Hans Wolf, Anita
Wolf, gest. als Märtyrer in KZ-Lagern
1933-1945. In Liebe gewidmet von
der einzig Überlebenden Selma Hammerschlag geb.
Katz". |
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Links und Literatur
Links:
Quellen:
| Hinweis
auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bad
Wildungen |
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs
(innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus
hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar:
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41
Zu Bad Wildungen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur
Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):
HHStAW 365,830 Geburtsregister der Juden von Bad Wildungen
1833 - 1858; enthält auch Bergheim, Mandern, Wellen https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289739
HHStAW 365,834 Sterberegister der Juden von Bad
Wildungen 1841 - 1848; enthält auch Bergheim, Mandern,
Wellen https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1674996
HHStAW 365,832 Trauregister der Juden von Bad Wildungen 1848 -
1858; enthält auch Bergheim, Mandern, Wellen https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1030570
HHStAW 365,835 Sterberegister der Juden von Bad
Wildungen 1859 - 1875 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4101076
HHStAW 365,831 Geburtsregister der Juden von Bad
Wildungen 1859 - 1876 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031372
HHStAW 365,833 Trauregister der Juden von Bad Wildungen 1865 -
1875 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4607206
HHStAW 365,836 Abschrift des Gräberverzeichnisses des jüdischen
Friedhofs in Bad Wildungen, angefertigt im März 1943 durch Hans
Oppenheimer aus Kassel 1888 - 1938
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289717
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Literatur:
 | Arnsberg II,403-406. |
 | Johannes Grötecke: Spurensuche. 2003.
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Eva
Flörsheim / Johannes Grötecke / Alfred Hucke / Richard
Oppenheimer: Der gute Ort am Weinberg. Der jüdische Friedhof in Bad
Wildungen. Hrsg. vom Waldeckischen Gechichtsverein e.V. Erschien 2023. 20 €.
Bezug über die Bucxhhandlung Buchland in Bad Wildungen oder über Johannes
Grötecke Te. 5621-969304, e-Mail:
johannes.groetecke@gmx.de
Zu diesem Buch: "Im Judentum wird der Friedhof auch als 'guter Ort'
bezeichnet. In Bad Wildungen ist der jüdische Friedhof der letzte Rest des
einstigen jüdischen Lebens. Ruhig, ja idyllisch gelegen, erzählt dieser
besondere Ort vom Leben und Sterben der Juden. Zudem ist der Spiegelbild der
Stadtgeschichte. So künden etwa die Gräber jüdischer Kurgäste aus ganz
Europa von der Ära, als Wildungen 'Weltbad' war.
Dieses Buch möchte den bislang wenig beachteten Friedhof aus seinem
'Dornröschenschlaf' holen. Eine Schulklasse der Alten Landesschule Korbach,
Nachfahren ehemaliger Bad Wildunger Juden und Regionalforscher wirken daran
mit. Sie recherchieren die Geschichte des Ortes, fotografieren die
Grabsteine, übersetzen die Inschriften, schildern ihre persönlichen Bezüge
zu den Gräbern und setzen sich pädagogisch mit dem Friedhof auseinander.
Diese Dokumentation ist ein weiterer Baustein lokaler Gedenkarbeit. Sie
möchte die Verstorbenen würdigen sowie dieses besondere historische und
kulturelle Erbe bewahren."
vgl. Presseartikel:
https://www.hna.de/lokales/frankenberg/bad-wildungen-ort78074/der-gute-ort-am-weinberg-92677538.html
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