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Trimberg (Gemeinde
Elfershausen, Kreis Bad Kissingen)
Zur jüdischen Geschichte des Ortes - Süßkind von Trimberg
Übersicht:
Zur
jüdischen Geschichte Trimbergs - über Süßkind von Trimberg
Nach
den Angaben der bedeutendsten deutschen Liederhandschrift des Hochmittelalters,
der Manessischen Liederhandschrift (Codex Manesse) war Trimberg der
Geburts- und Heimatort des Minnesängers "Süßkind, dem Juden von
Trimberg". Die von ihm überlieferten Gedichte sind in die zweite
Hälfte des 13. oder in das frühe 14. Jahrhundert zu datieren. Weitere
gesicherte Informationen
zum Leben Süßkinds sind nicht bekannt, immer wieder finden wissenschaftliche
Diskussionen um diesen "ältesten jüdischen Dichter deutscher
Sprache" statt. Ganz unsicher ist, ob Süßkind von Trimberg identisch ist
mit einem Juden namens Süßkind der 1218 in Würzburg ein Grundstück in der
Nachbarschaft des Dietrichspitals erwarb und einige Jahre als Arzt im Hospital
wirkte.
Auch zur jüdischen Geschichte
Trimbergs liegen keine weiteren Informationen vor. So weiß man nicht, ob es im Mittelalter weitere jüdische
Einwohner am Ort gab.
Die Darstellung Süßkinds in der Manessischen Liederhandschrift (siehe oben) zeigt ihn mit
einem charakteristischen Spitzhut, wie er zur Tracht der deutschen Juden seit
dem IV. Lateranischen Konzil gehörte.
Zu Grundfragen der Diskussion um Süßkind von Trimberg vgl. den Wikipedia-Artikel
"Süsskind von Trimberg"
sowie die dort angegebenen Links und die genannte
Literatur
Beiträge
zu Süßkind von Trimberg in jüdischen Periodika zwischen 1896 und 1936
Hinweis: die Beiträge konnten bislang nur teilweise
abgeschrieben werden - zum Lesen bitte die Textabbildungen anklicken
Beitrag über Süßkind von Trimberg von Richard M.
Meyer (1896)
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| Der obige Beitrag
erschien in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Juli
1896. |
Aus einem Kissinger
"Badebrief" von 1900 über die Burg Trimburg und den Minnesänger
Süßkind von Trimberg (1900)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. August 1900:
"Von der Reise. III.
Kissingen, Anfang August (1900). Waren Sie schon in Trimberg? Diese
Frage habe ich sehr oft an meine Freunde in Kissingen gerichtet, aber ich
muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass selbst solche, die mir kurz
vorher über meine Vorträge in unseren Literaturvereinen viel
Freundliches gesagt haben, von unserem einzigen jüdischen Minnesänger
Süßkind von Trimberg so gut wie gar nichts gewusst haben. O ja, das
verehrte Publikum sorgt schon dafür, dass wir nicht hochmütig werden und
dass die Bäume unseres sogenannten Ruhmes nicht in den Himmel wachsen!
Dass ich selbst es mir natürlich nicht habe entgehen lassen, die Heimat
Süßkinds von Trimberg aufzusuchen, über den ich schon so viel gesagt
und geschrieben, werden die geneigten Leser, die auch meinen diesmaligen
Wanderungen zu folgen die Geduld haben, gewiss als selbstverständlich
annehmen. Ich fand auch Begleiter für meine Partie: einen wackeren
Berliner Freund, der für alles, was Juden und Judentums angeht, ein
warmes Herz hat, und eine liebenswürdige Frankfurter Familie, der man
dasselbe nachrühmen kann. An einem der heißesten Sonntage dieses Jahres
machten wir den Besuch auf der Trimburg, die man etwa in anderthalb Stunden
zu Wagen von Kissingen aus erreicht.
Der Anblick der Burg ist ein überraschender. Weit hinaus ragt das
Gemäuer der prachtvoll erhaltenen Ruine Trimburg über das malerisch zu
ihren Füßen gelegene Dorf. Die Burg liegt auf einem Berge, welcher sich
frei und steil aus einem anmutigen und fruchtbaren Tale erhebt. Hier hat
einst das mächtige Geschlecht der Trimberger gehaust, von dem die
Geschichte des Landes viel zu singen und zu sagen weiß. Mit einem kleinen
Vorrat von Phantasie kann man sich sogar das Schloss wieder aufbauen, denn
der Freihof, die linke Mauer, die Tore des inneren Burghofs, der Gewahrsam
und einige Türme und Zugbrücken sind noch recht gut erhalten. Die Burg
muss sehr alt sein, dann nach einer Urkunde vom Jahre 1290 war sie schon
damals, wie ein Reiseführer sagt, 'ruinös' und wurde von einem reichen Dompropst
wieder hergestellt. dasselbe war der Fall nach dem Bauernkrieg, wo Bischof
Julius von Würzburg 'das Schloss fast neu gebaut' hat. Später geriet das
stolze Schloss wieder in Verfall, und erst in neuerer Zeit hat die
Badeverwaltung von Kissingen die Ruine wieder in guten Stand setzen
lassen, in der sicheren Voraussetzung, |
dass
die Trimburg dann häufig von Kurgästen besucht werden würde. Der Blick
von dem sogenannten Fähnleinsturm in die Weite über Städte, Dörfer,
Wiesen, Rebgelände und Höhenzüge ist ein wahrhaft überwältigender.
Auch kann man, steigt man auf der bequemen Treppe in den Rittersaal wieder
hinab (falls nicht zu viel Kissinger Kurgäste da sind!) sich gar
wohl in die Zeit versetzen, wo hier eine Schar wackerer Minnesänger zum
Turnier vor de stolzen Schlossherrn Konrad I. und seiner edlen Gemahlin
erschienen sind.
Und unter diesen soll nun unser armer Süßkind von Trimberg gewesen sein!
Der Gedanke, der an sich schon seltsam genug ist, erscheint einem hier
angesichts der mächtigen Burgruine immer seltsamer. Und doch ist es so. Wahrscheinlich
hatte er hier und an anderen Ritterhöfen seine Kunst verwertet, dann
aber, vielleicht erst im Alter, die Erfahrung gemacht, die bisher keinem
seiner Nachfolger erspart geblieben; nur dass er mehr Stolz besaß wie
Viele von diesen. Er ließ sich wieder einen langen Bart wachsen, und in
dem weiten Mantel und dem trichterförmigen Judenhut zog er von dannen, um
denen nicht mehr sein Lied zu singen, 'die seines Sangs nciht wert'.
Wollte Gott, dass viele seiner Nachfolger unter unseren Glaubensgenossen
den demütigen Stolz dieses einzigen jüdischen Minnesängers
besäßen.
Es ist begreiflich, dass das Dorf Trimberg, welches eigentlich nur aus
einer einziger großen Gasse besteht, nach der Besichtigung der Ruine
unser besonderes Interesse in Anspruch nahm. Mein Reiseführer berichtet
darüber: 'Hier wurde der berühmte Minnesänger Süßkind, der Jude von
Trimberg, der wohl von 1218 bis 1225 am Hospital zu St. Egid und Dietrich
in Würzburg als Arzt tätig war, geboren und wird sein Geburtshaus im
Dorfe gezeigt.' Die große Zuversicht, mit der diese Angaben gemacht
werden, ist anzuerkennen; aber leider sind sie doch auf Sand gebaut. Aus
den wenigen Urkunden, die noch erhalten sind, lässt nicht nichts mit
Sicherheit feststellen, als dass Süßkind in Trimberg gelebt hat. Feste Ergebnisse
über die Verhältnisse seines Lebens hat bis jetzt niemand zutage
gefördert. Nur sein Judentum haben ihm weder die Germanisten noch die Historiker
streitig machen können; an Versuchen dazu hat es wahrhaftig nicht
gefehlt! Ja, selbst die, welche sein Judentum anerkennen, stellen es in
Abrede, dass sich in den wenigen Dichtungen, die uns von ihm erhalten
sind, Spuren jüdischen Geistes fänden. Und doch sollte darüber
eigentlich nur der urteilen, der selbst, wenn auch nur einen Hauch, von
dem Wehen dieses jüdischen Geistes in sich verspüret
hat.
Mit dieser literarhistorischen Vorlesung, die ich meinen Reisegenossen
halten musste, gelangten wir an das Haus Nr. 52 zum Schuhmacher Zoll, vor
dem schon im Sommer 1893 zwei Touristen, ein hervorragender jüdischer
Schriftsteller und ein gelehrter Literaturhistorischer standen, um dort
festzustellen, ob noch eine Kunde von dem jüdischen Minnesänger in
seiner Heimat fortlebt. Damals war es ihnen schwer etwas zu erfahren;
heute zeigt schon jedes Kind im Dorfe auf das Haus. Es ist inzwischen zu
Ansehen gelangt; denn es ist ja am Ende die einzige Merkwürdigkeit in dem
kleinen Dorfe. Das Haus hat Richard M. Meyer, der eine von den
beiden, seinerzeit in unserem Blatte ausführlich beschrieben (Jahrgang
1896 S. 356). Was der junge Zoll damals nur als schüchterne Vermutung
hinstellte, das verkündete er uns jetzt nach sieben Jahren mit der
Sicherheit eines alten Schlosskastellans, der den Besuchern an jedem Tag
hundert Mal die seiner Obhut unterstellten Merkwürdigkeiten in der alten,
wohl einstudierten Litanei vordeklamiert. 'Ja, hier hat der Dichter
Süßkind gewohnt, in diesem Hause, in diesem Zimmer, vor vielen hundert
Jahren.' So weiß es durch 'Erbsage' usw.
Die Befürchtung, die die beiden Wanderer damals hegten, ist eingetroffen.
Man hat in den armen Schuster hineininterpretiert, was man von ihm hören
wollte. Nur eine Variante kann ich als gewissenhafter Literaturhistoriker
nicht verschweigen. Während der junge Zoll seinen damaligen Besuchern verkündete:
'Ja, hier hat der Jüd gewohnt', sagte er uns, ohne dass wir bis dahin
etwas davon erwähnt hatten: 'Manche haben gesagt, dass er ein Jüd
gewesen, es ist aber nicht wahr'. Dieser Schlusssatz weist übrigens
mit Sicherheit darauf hin, dass die Strömungen des Tages auch bis nach
dem weltfernen Trimberg gedrungen sind.
Selbstverständlich haben wir dem Manne seinen guten Glauben nicht
genommen, aber wenn die 'Erbsage' sich so weiter entwickelt, wird
Süßkind von Trimberg am Ende in dem fränkischen Dörfchen noch zu einem
katholischen Heiligen gemacht werden.
Der alte Zoll ist schon tot, und der junge wusste nichts mehr von der
Geschichte, der der alte den beiden Besuchern auf ihrer Forschungsfahrt im
Sommer 1893 erzählte, dass Süßkind es mit denen auf der Burg oben
gehalten habe, dass er ihr 'Schmuser', ihr 'Beiläufer' gewesen sei, dass
es ihm im Alter schlecht ergangen, weil seine Kinder von ihm fortgelaufen
und er nicht mehr viel gehabt habe. Ob der 'Schmuser' eine literarhistorische
Legende und 'schmusen' vielleicht so viel wie erzählen oder plaudern
bedeutet, sodass eine Spur immerhin auf den Dichter zurückwiese, weiß
ich nicht. Das aber weiß ich, dass der letzte Teil der Tradition
buchstäblich auf Wahrheit beruht, denn Süßkind war wirklich ein armer
Mann. Er klagt in einem seiner Lieder mit bitterer Satire darüber, dass
Hebeauf und Findenichts ihm schweres Leid antäten, dass Herr Roth von
Darbian nicht von ihm weiche, und dass Herr Dünnehaben in seinem Hause
eine unumschränkte Herrschaft ausübe. Man sieht, auch hierin war
Süßkind von Trimberg der Ahne aller jüdischen Dichter, die nach ihm kamen.
G.K." |
Beitrag über Süßkind von Trimberg von Prof. Dr.
Rover (Main 1911)
Der Beitrag gibt einen Einblick in die wissenschaftlichen
Diskussionen am Anfang des 20. Jahrhunderts zu Süßkind von
Trimberg
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1911: "Süßkind
von Trimberg, ein jüdischer Minnesänger.
Von Prof. Dr. Rover in Mainz. Es ist gewiss eine eigenartige
Erscheinung, dass zu einer Zeit, als man, besonders während der
Kreuzzüge, die Juden aus Fanatismus verfolgte und ihnen fast alle
Berufszweige außer Handel- und Geldgeschäften verschloss, sich unter die
Schar der christlichen Minnesänger des 13. Jahrhunderts auch einer aus
jenem verachteten und gehasstem Stamme wagte, - Süßkind von Trimberg,
den uns die Manesse'sche Handschrift als Zeitgenossen Walthers von der
Vogelweide, abstehend von seinen christlichen Kollegen, als Juden,
kenntlich an seiner damals vorgeschriebenen Tracht mit dem dreieckigen
gelben Butzhute abbildet. Von einem in Trimberg von der Saale,
unweit Würzburg ansässigen Rittergeschlechte nennt das
Mittelalter auch einen Dichter Hugo, den berühmten Verfasser eines
didaktischen Epos, betitelt der 'Renner'. Nur dürftig und ziemlich
unzuverlässig fließen die Quellen über Geburt, Erziehung und
Lebensschicksale des jüdischen Minnesängers Süßkind von Trimberg.
Ob man aus der Abbildung in der Maness'schen Liederhandschrift, in der er
vor einem Stiftsherrn steht, der mit Krummstab und Teful vor ihm auf einem
Thronsessel sitzt, auf ein Schutzverhältnis des Minnesängers etwa zu dem
Bischof von Fulda schließen kann, bezweifelte Roethe in einem
Aufsatz in den 'Allgemeinen Deutschen Biographien', Pfarrer Dr.
Krätzinger in Mettenheim denkt ('Deutsche Blätter', 1870) an ein
Verhältnis zu einem Stiftsherren des Würzburger Hospitals, in dessen
Nähe Süßkind, einer Urkunde aus dem Jahre 1225 zufolge, vielleicht
infolge seines ärztlichen Berufs wohnte. Das St. Aegidien-Spital soll mit
Bewilligung des Dompropsts Otto ein Grundstück an ihn unter der Bedingung
verkauft haben, eine unterirdische Wasserleitung auf seine Kosten
einrichten und unterhalten zu lassen. Roethe dagegen in seiner bereits
zitierten Biographie scheint die Echtheit dieser von Krätzinger
angeführten Würzburger Urkunde zu bezweifeln, da er Süßkinds Auftreten
um die Wende des 12. Jahrhunderts annimmt. Auf die Ausübung des
ärztlichen Berufs, vielleicht weil ihm der Beruf eines fahrenden Sängers
keinen ausreichenden Lebensunterhalt gewährte, glauben manche Ausleger
seiner Lieder aus allegorischen Vergleichen und Latwergen schließen zu
dürfen, doch waren solche Lieder der jüdischen Lehrweisheit geläufig.
Wenig Anhaltspunkte gewähren uns auch des Dichters eigene Lieder. Recht
sinnig hat der jüdische Schriftsteller Livius Fürst ('Illustrierte
Monatshefte für das gesamte Interesse des Judentums') sie zu einer
gereimten Biographie Süßkinds verwoben, aus der wir einige Bruchstücke
zitieren wollen. So schildert er des Minnesängers Auftreten bei einem
Hochzeitsfeste des Töchterleins des Schlossherrn Heinrich von Trimberg an
der Saale. Im Dorfe unten vor einer Herberge hat soeben ein Tross
fahrender Sänger gehalten, unter denen wir die bekannten Namen hären,
die auch die gastfreie Wartburg des Landgrafen Hermann zu bewirten
pflegt.
|
'Die Tür geht auf: Mit edlem Schritt
Ein Jude auf die Schwelle tritt.
In seinen schönen, edlen Zügen
Scheint tiefer Lebensernst zu liegen.
Schwarz ist sein Haar und schwarz sein Bart.
Der Blick ist nicht von scheuer Art;
Die Haltung stolz, die Sprache rein, -
Fürwahr, das kann kein Jude sein!'
'Ich bin's! so sagt der bleiche Mann,
'Was seht ihr mich so fragend an,
Als ob ich Euch ein Fremdling wär?
Herr Walther, kennt Ihr mich nicht mehr,
Den Ihr gelehrt auf machen Reisen
Des Minnesanges edle Weisen?'
'Süßkind! Gott grüß Dich!' Walther sprichts,
und freundlich milden Angesichts
Springt grüßend er von seinem Roß
Und winket der Gefährten Troß:
'He, Wolfram, Bitwolf! heran!
Seht diesen braven Sänger an;
Ja, Süßkind ist es, der mir wert
Vor allen, die ich singen lehrt?
Er ist ein Jude, - mir ist's gleich;
Mich soll in meiner Künste Reich
Kein Glaube scheren und kein Stand.
Kommt, reichet ihm die Bruderhand.
Nun Süßkind, folg' und als Genoss,
Auf zu der Trimberg stolzem Schloß,
Um dort mit uns in Lied und Tönen,
Die Hochzeitsfeier zu verschönen.'
'Habt Dank, ihr Herren, doch mein Gesang,
Hat schlummern müssen jahrelang;
Wer weiß, ob mir der Kunst Gewalt
Noch ist geblieben, nun ich alt.
Ich hab ein Weib und Kinder viel;
Die Not vertrieb das Saitenspiel, -. |
Sei's denn! Ich will's noch einmal wagen
Und will mit Euch die Laute schlagen,
Will mit Euch gehen leben, singen -
Vielleicht schenkt mir mein Gott Gelingen.
Bald zogen all im Freudenschein
Des Morgens in die Burg hinein,
Und in dem kunstgewölbten Saal,
Erklangen Lieder ohne Zahl.
Den Bitwolf, den Ofterdingen,
Wolfram und Walther hört man singen.
Da trat auch aus der Sänger Chor
Süßkind mit seiner Laute vor,
Und bei der Saiten Feierklang,
Erscholl sein edler Festgesang:
'Gedanke! Frei für Jedermann
Für jeden Thoren, jeden Weisen!
Wer Dich versteh'n, Dir folgen kann,
Der ist an Herz und Sinn ein Mann,
Den führst Du durch Stein und Eisen;
Und spottend eines Menschen Hand,
Trägt ihn der Fittich übers
Land.
Gedanke! Schneller als das Licht,
Gewalt'ger als die Macht, der Sinn!
Flög ich auf Deinen Schwingen nicht,
Was wär' mein Sang und mein Gedicht
Und was der goldne Lohn der Minne?
O trage mich, des Geistes Bahn
Hoch über Adlern himmelan!'
Und Beifall hob sich in der Rund
Und tat sich laut dem Sänger kund
Der schlug den Blick zur Braut hinan
Und spielte zarter und begann:
|
'Des Mannes Kron', es ist die reine Frau;
Sie nennt er seinen Stolz und seine Ehre.
Was wär, mit aller Pracht des Hauses Bau
Wenn drinnen nicht das Weib die Seele wäre?
An seinen treuen Weibes Seite mag
Der Mann sein Dasein selig froh verbringen.
Ihr Licht erhellt ihm jeden trüben Tag -
Ich will ihr Lob, solang' ich lebe, singen.'
Zum Danke neigte sich die Braut,
Ihn lobten alle Frauen laut,
Und für die Lieder bot zum Dank
Der Burgherr ihm den Ehrentrank.
Doch Süßkinds Blick schweift in die Runde;
Ein neues Lied entströmt dem Munde:
'Ich weiß ein Tränklein wunderbar
Und will's euch künden auf ein Haar,
Wie man's bereitet, dass es frommt.
Für jedes Übel, das da kommt.
Viel Zucht und Treu' muss drinnen sein
Auch Kraft und Milde tut hinein,
Und dass es wohl sich mischen kann,
Tut etwas Mäßigung daran.
Und habt den Trank ihr recht vollbracht,
Dann gebet auf das Glas wohl acht,
Denn nur, wenn dieses klar und rein,
Kann, was darinnen heilgsam sein.
Dass ihr des Tränkleins Namen weißt.
Vernehmt, dass es die Ehre ist.
Heil Jedem, der nach Weiser Art
Im reinen Herzen sie bewahrt!'
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Fortsetzung
des obigen Beitrages in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23.
November 1911: |
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Über
"Suezkint von Trimberg" (Beitrag von Max Serog, erschienen 1936)
Artikel
in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins"
vom 12. März 1936: |
Fotos
Die Trimburg über
Trimberg
(Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 30.4.2011) |
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Ergänzender Hinweis:
| "Süßkind von
Trimberg - Der Minnesänger mit dem Judenhut" - Eine
Gruppe von Spielleuten mit mittelalterlichem Instrumentarium begleiten die
von dem Berliner Sänger Hans Hegner dargebotenen 12 Lieder Süßkind von
Trimbergs. Dazu werden von Frank Limbach aus Göttingen Texte aus
Friedrich Torbergs Roman "Süßkind von Trimberg" gelesen.
Erläuterungen durch den Minnesang-Spezialisten Dr. Lothar Jahn aus
Hofgeismar. Informationen auf der Website www.minnesang.vom. |
| Termine u.a.: Synagoge
Voehl am 1. Oktober 2011 ab 20 Uhr. Lindenmühle
Burguffeln am 2. Oktober 2011 ab 20 Uhr |
Presseartikel
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Friedrich Torberg: Süßkind von Trimberg. Frankfurt
1972. Roman. |
 | Roland Flade: Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte
vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Würzburg 1987 S. 11-14. |
 | siehe die im Wikipedia-Artikel
zu Süßkind von Trimberg angegebene Literatur |

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