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Münnerstadt (Kreis
Bad Kissingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur jüdischen Geschichte
in der Stadt
In der den Grafen von Henneberg gehörenden Stadt
Münnerstadt gab es nur im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. In dem um
1200 zur Stadt erhobenen Siedlung konnten sich im Laufe des 13. Jahrhunderts
Juden ansiedeln, die jedoch am 20. April 1298 Opfer der sogenannten
Rintfleisch-Verfolgung wurden. In den Jahrzehnten danach konnten sich wieder
einige jüdische Familien/Personen in der Stadt niederlassen und eine Gemeinde
bilden. Bei der Judenverfolgung in des Pestzeit 1348/49 wurde diese wiederum
vernichtet.
Auch im 15. Jahrhundert lebten einige Juden in der Stadt: 1409 wurde ein der
Ermordung eines Christenkindes angeklagter Jude verbrannt. 1442 schuldete das
Hochstift Würzburg, dem zeitweise die Hälfte der Stadt gehörte, einem
Münnerstädter Juden 30 Gulden.
Im 19./20. Jahrhundert haben sich dauerhaft keine jüdischen Familien /
Personen in der Stadt niedergelassen. Das Gymnasium der Stadt wurde allerdings
von jüdischen Schülern von Gemeinden aus der Umgebung besucht. Der
Religionsunterricht wurde durch durch einen jüdischen Religionslehrer erteilt
(1897 durch Lehrer Bergenthal aus Neustadt an der Saale, siehe Bericht
unten).
Berichte zur jüdischen Geschichte
Jüdische Gymnasiasten erhalten Religionsunterricht durch
den jüdischen Lehrer aus Neustadt
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23.Dezember 1897:
"Aus Unterfranken, 23. Dezember (1897). Am Königlichen Gymnasium zu
Münnerstadt, woselbst keine Israeliten wohnen, das aber von sieben
israelitischen Schülern aus der Umgegend besucht wird, hat das
Königliche Staatsministerium auf Antrag des Herrn Distrikts-Rabbiners
Bamberger zu Kissingen israelitischen Religionsunterricht eingeführt und
die Erteilung desselben, da der Herr Rabbiner dieselbe nicht übernehmen
konnte, dem Religionslehrer Bergenthal in Neustadt
an der Saale, das mit Münnerstadt Bahnverbindung hat,
übertragen.
Für diese Fürsorge, dass auch den wenigen israelitischen Schülern der
Religionsunterricht nicht mangle, der nunmehr auf Staatskosten erteilt
wird, sei der höchsten Stelle der wärmste Dank
ausgesprochen." |
Zur Geschichte der Synagoge
Die mittelalterliche jüdische Gemeinde hatte eine
Synagoge. Sie wird nach der Verfolgung in der Pestzeit genannt: 1351 übergab
Gräfin Juta von Henneberg den Bürgern der Stadt die Synagoge.
Auf dem Grundstück der Synagoge wurde ab 1351 das erste Rathaus der Stadt
erbaut (das neue Rathaus wurde 1469 erbaut). An Stelle des ersten Rathauses
wurde Mitte des 16. Jahrhunderts die Kelterhalle, das ehemalige Keltergebäude des
Klosters erbaut. Trotz der verschiedenen Überbauungen haben sich offenbar lange
Spuren der jüdischen Geschichte auf dem Grundstück erhalten. So war im Innern
der ehemaligen Kelterhalle noch lange des frühere Judenbad (Mikwe) erkennbar.
Es ist nicht mehr vorhanden.
Standort der mittelalterlichen Synagoge:
Finstere Gasse
Fotos / Plan
Standort der
mittelalterlichen Synagoge
(Quelle für das Foto: Stadt Münnerstadt,
www.muennerstadt.de |
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Die auf dem Grundstück der
mittelalterlichen
Synagoge stehende, im 16. Jahrhundert
erbaute
Kelterhalle |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 559; III,2 S. 908. |

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