|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zur Übersicht "Synagogen
im Elsass"
Lingolsheim (Dep.
Bas-Rhin / Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Lingolsheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis in die 1930er-Jahre (und wiederum nach 1945). Ihre Entstehung geht in die Zeit des
18. Jahrhunderts zurück. 1766 wurden bereits 15 jüdische Familien
am Ort gezählt, 1784 waren es 18 Familien mit zusammen 84
Personen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 90 jüdische Einwohner, 1849 140, 1861 158, 1870 159, 1910
127.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen
Friedhof in Rosenwiller / Rosenweiler beigesetzt (vgl. noch die Beisetzung
von Rab Nathanel Wolf 1900, Bericht unten). Zur Besorgung religiöser Aufgaben
der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet
tätig war. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat von Strasbourg.
1936 lebten noch 66 jüdische Personen in Lingolsheim. Diejenigen, die in
den folgenden Jahren den Ort nicht verlassen konnten, wurden unter der deutschen
Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert.
Von den in Lingolsheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rene Goldenberg
(1914), Gustave Heumann (1874), Andre Heymann (), Marie Heymann (1908), Moise
Heymann (1866), Sara Hofmann geb. Wolf (1883), Berthe Kahn geb. Wolff (1889),
Marylise Kahn (1925), Fernande Levy geb. Weill (1913), Benjamin Metzger (1868),
Florette Metzger (1878), Marie Metzger (1878), Melanie Metzger (1866),
Marguerite Meyer geb. Heymann (1897), Mathieu Meyer (1890), Jeanette Nerson
(1862), Marcel Nerson (1894), Joseph Presmann (1891), Rebecca Wartensleben geb.
Metzger (1876), Alice Weil (1920), Fanny Weill (1876), Madeleine Weill (1922),
Marthe Weill geb. Meyer (1891), Albert Wolff (1889), Daniel Wolff (1887), Emma
Wolff geb. Caron (1882), Ernest Wolff (1889), Gustave Wolff (1891), Jeanne Wolff
(1898), Lucie Wolff (), Lucien Wolff (1907), Marcel Wolf (1903), Marie Wolff
geb. Heymann (), Raphael Wolf (1890).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Reb Nathanael Wolf (1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1900:
"Lingolsheim, bei Straßburg im Elsass. Am 9. dieses Monats
ist im Alter von 76 Jahren plötzliche in Mann unserer Gemeinde aus dem
Leben geschieden, der es verdient und würdig ist, in Ihrem geschätzten
Blatte erwähnt zu werden: Reb Nathanael Wolf. Durch seinen Tod hat
unsere Gemeinde, deren Zierde er war, einen herben Verlust erlitten. Von
frühester Jugend widmete er jede freie Stunde dem Studium der Gotteslehre
und saß jahrelang zu den Füßen des seligen Gelehrten Rabbi Moscheh
Uttenheim in Straßburg. Im späteren Alter war das Talmudstudium seine
einzige Beschäftigung. Er war ein frommer Mann im wahren sinne des Wortes,
der den Traditionen des alten jüdischen Glaubens mit ganzer Seele
anhing.
Im Trauerhause entrollte Herr Rabbiner Glaser aus Straßburg in einer
halbstündigen, meisterhaften Trauerrede ein Bild des entschlafenen
Freundes; es blieb kein Auge tränenleer bei dieser beredten und
zutreffenden Schilderung der hohen Tugenden und des großen allgemeinen
Verlustes des teuren Verewigten.
Die Leiche wurde nach Rosenweiler
überführt und auf dem alten, berühmten Friedhofe beerdigt. Der überaus
imposante Leichenzug und die zahlreiche Beteiligung auch von
Nichtisraeliten bei seiner Beerdigung legten beredtes Zeugnis ab, wie
geachtet und geschätzt der Dahingeschiedene in allen Kreisen gewesen war.
Möge Gott die trauernde 86-jährige Witwe und Familie trösten. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Spende der Lederfabrik Adler und Oppenheimer an die
Stadt (1906)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Januar
1906: "Lingolsheim i. Elsaß. Die hiesige Lederfabrik Adler
und Oppenheimer stellte der Stadt Mark 10.000, sowie eine jährliche
Unterstützung von Mark 500 für Schulzwecke zur
Verfügung." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge wurde 1762 erstellt. 1864 wurde sie durch
eine neue Synagoge ersetzt. Diese wurde in der Zeit des Zweiten Weltkrieges
zerstört.
Nach 1945 wurde - in den 1960er-Jahren - eine neue Synagoge erstellt.
Adresse/Standort der Synagoge:
Fotos
Die Synagoge in
Lingolsheim
(Quelle: Franz. Informationsseite
siehe Link) |
 |
|
| |
|
|
| |
|
|
Die zerstörte
Synagoge
(Quelle: Rothè/Warschawski s.Lit. S. 92) |
 |
|
| |
|
|
| |
|
|
Die in den 1960er-Jahren
erbaute Synagoge
(Quelle: Rothè/Warschawski s.Lit. S. 92) |
 |
|
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 |
Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 39.92.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Lingolsheim Bas-Rhin dis. The
Jewish community in Lingolsheim, today a suburb of Strasbourg, dates from the
18th century. In 1766, there were 15 families in Lingolsheim. In 1784 the
community comprised 18 families (84 persons). The synagogue was inaugurated in
1864. In 1936, there were 66 Jews listed in Lingolsheim. During Worldwar II
they were expelled by the Germans to the south of France, along with the rest of
Alsace-Lorraine Jews. Twenty were deported. The local synagogue was vandalized
and looted.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|