Zur jüdischen Geschichte
in Kützberg
In Kützberg lebten jüdische Familien im 18./19.
Jahrhundert. 1803 gab es sechs, 1814 sieben Judenfamilien (mit zusammen 35
Personen) in Kützberg.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Kützberg auf insgesamt sechs Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Mayer Löb Lack (Viehhändler und Schlächter; 1810 wird er als Jud Meier
bezeichnet), Oscher David Rund (Schmusen), Joachim David Rund (Schmusen), Getsch Löb Lack (Schmuser
und Viehhändler; 1810 wird er als Jud Götz bezeichnet), Josel/Joseph Löb Lack (Viehhandel), Joseph Abraham Rug (Schmusen).
Diese Personen haben 1817 den Untertaneneid abgelegt.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts sind die jüdischen Familien vom Ort verzogen,
u.a. die Familien Rund und Lack nach Obbach.
1830 wurden noch 23 jüdische Einwohner gezählt (Angabe nach dem Handbuch für
den Unter-Mainkreis des Königsreichs Bayern von Anton Rottmayer. Würzburg 1830
S. 363)
An Einrichtungen war in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr
wahrscheinlich ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Die in
Kützberg verstorbenen jüdischen Personen wurden auf dem jüdischen Friedhof
in Euerbach beigesetzt.
Von den in Kützberg geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): in den
beiden Listen werden keine Personen aus Kützberg genannt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde