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"Synagogen im Vogelsbergkreis"
Kestrich mit
Groß-Felda (Gemeinde Feldatal, Vogelsbergkreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1808 38 jüdische Einwohner, 1828 73 (15,4 % von insgesamt 385
Einwohnern), 1861 100 (25,2 % von 397), 1880 52 (14,1 % von 361), 1900 34 (16,7 % von 224), 1910 32 (10,7 %
von 298). Die jüdischen Familienvorsteher waren als Vieh- und Warenhändler
tätig. Der 1770 geborene und 1838 verstorbene Salomon Adler hatte eine
Spezereihandlung.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische
Konfessionsschule vor kurz vor 1900; im selben Gebäude wie die Synagoge), ein rituelles Bad
(angebaut an das Schul- und Synagogengebäude) und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als Lehrer werden
genannt: von 1834 bis 1848 Isaak Adler (aus Lengsfeld); von 1848 bis 1850
Marckus Hauser (aus Grünberg); 1850 bis 1863 Lehrer Metzger; 1863 bis 1865
David Collin; von 1865 bis 1884
(siehe Ausschreibung der Stelle von 1884 unten) Ruben Jacob Leermester
(gestorben 1888); sein Nachfolger war M. Heller (1890/91 genannt, siehe unten);
danach bis 1925 Lehrer Steinhauer; 1925 bis 1931 Lehrer Stern; 1935/36 Lehrer
Jakob Bick. Die Gemeinde gehörte
zum orthodoxen Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Gießen.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Hugo
Bacharach (geb. 28.2.1896 in Kestrich, gef. 26.11.1918) und Moses Katz (geb.
26.4.1877 in Kestrich, gef. 26.2.1916).
Um 1924, als zur Gemeinde noch 27 Personen gehörten (9,8 % von insgesamt
275 Einwohnern, in fünf Familien), waren die Gemeindevorsteher Siegmund
Bacharach, Leopold Kapenberg und Nathan Goldenberg. 1932 waren die
Gemeindevorsteher weiterhin die genannten Herren Siegmund Bacharach (1. Vors.),
Nathan Goldenberg (2. Vors.) und Leopold Kapenberg (3. Vors.). Im Schuljahr
1931/32 erhielten noch vier schulpflichtige Kinder der Gemeinde
Religionsunterricht.
Anfang 1933 lebten noch 24 (8,9 % von insgesamt 271 Einwohnern), zum 1.
September 1933 noch 19 jüdische Personen in Kestrich (in fünf Familien). In
den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (der Gemeindevorsitzende
Siegmund Bacharach nach Südafrika, Familie Goldenberg in die USA). Im September
1938 waren noch 16, 1939 nur noch drei jüdische Einwohner am Ort. Auch
Anfang Februar 1942 waren es noch drei, die im September dieses Jahres in das
Ghetto Theresienstadt deportiert wurden.
Von den in Kestrich geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sally
Bacharach (1903), Chaje Blum geb. Bleichfeld (1879), Dr. David Robert Blum (1879), Hermann Blum
(1865), Robert Blum (1879), Salomon Blum (1864), Selma Görtz geb. Blum (1874), Norbert Goldenberg (1885), Irma
Kapenberg geb. Mayer (1884), Leopold Kapenberg (1880), Leopold Katz (1875),
Jeanette Löb geb. Katz (1881), Rosa Maas geb. Goldenberg (1883), Sara Roth geb.
Kapenberg (1870).
Aus Groß-Felda sind umgekommen: Cips Sidda Hill geb. Katz (1910) und
ihre Tochter Irene Hill (1928).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1884
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1884:
"Die hiesige Religionslehrer-Stelle nebst Vorsängerdienst soll bis
zum 1. Mai dieses Jahres besetzt werden. Gehalt beträgt pro Jahr 700 Mark
sowie freie Wohnung.
Bewerber wollen sich unter Beilage der Zeugnisse an Unterzeichneten
wenden.
Kestrich, den 12. März 1884. Löb Katz, I.
Vorstand." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1884: "Die hiesige
Religionslehrerstelle mit einem Gehalt von 600 Mark und freier Wohnung ist
alsbald zu besetzen.
Unverheiratete Bewerber werden bevorzugt. Polen und
Russen bleiben unberücksichtigt.
Kestrich (Oberhessen), 5. Dezember 1884.
Der Vorstand: Löb Katz." |
Anzeige von Lehrer Leermeester (1886)
Ruben Jacob Leermeester ist 1822 in Amsterdam geboren. Er war
verheiratet mit der gleichaltrigen Regina geb. Danzig aus Linz am
Rhein. Warum
er von Amsterdam nach Kestrich kam, ist nicht bekannt. Gemeinsam mit seiner Frau
und einer Tochter wohnte er im Haus "Am Erlenbach 7" in Kestrich, wo
er von 1865 bis 1884 als Lehrer tätig war. Er starb 1888 in Kestrich; sein von
seinen Schülern gestiftetes Grab ist im Friedhof erhalten.
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1886: "Wimpel,
Mappot und Mazzewot – (Grabstein)-Inschriften werden schön und billig
verfertigt durch Ruben Jacob Leermeester,
Lehrer in Kestrich,
Oberhessen." |
Spendenaufruf für die Lehrerwitwe Regina
Leermester (L.R., 1890)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1890:
"Die Witwe R.L. in Kestrich, Oberhessen, hat ihren Mann vor
ca. zwei Jahren durch den Tod verloren. Dieselbe ist mir zwei Kindern
zurückgeblieben. Jeder, der deren Mann gekannt hat, muss sagen, dass es
ein tätiger und diensteifriger Lehrer und ein frommer und rechtschaffener
Jehudi war. Trotzdem, dass ihn Gott mit mehreren Schlaganfällen
heimgesucht hatte, hat er doch sein Amt zur größten Zufriedenheit seiner
Vorgesetzten bis an sein Lebensende verwaltet. Diese zurückgebliebene Lehrerwitwe
ist nicht nur heimatlos und der Willkür fremder Menschen preisgegeben,
sondern ist auch vor kurzer Zeit durch schwere Schicksalsschläge ganz
brotlos geworden. Dabei ist sie eine sehr kränkelnde und schwache Person,
die nicht mehr im Stande ist, ihr Brot zu verdienen.
An die Herren Kollegen möchte ich hauptsächlich die ergebenste Bitte
richten, für die genannte Frau, die lieber darbt, als öffentlich ihre
Not zu klagen, und die nicht durch eigene Schuld in diese drückende Lage
geraten ist, mir schleunigst Spenden zusenden zu wollen. Dringende Hilfe
tut not. Ich hoffe nicht umsonst an die Herzen unserer edlen
Glaubensgenossen appelliert zu haben. Jede kleine Gabe ist willkommen.
Unter Bestätigung der obigen Angaben erklären sich gerne bereit, für
die bezeichnete Lehrerwitwe Spenden in Empfang zu nehmen.
Kestrich, 27. Oktober. M. Heller, Lehrer und Kantor. Döbel,
Goldenberg, Vorsteher". |
Anzeige von Lehrer M. Heller (1891)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1891: "Bitte nicht zu
übersehen! Ein sehr achtbarer, braver und rechtschaffener Mann in Aschbach, Bayern, ist durch betroffenes, unverschuldetes Unglück in große
Not geraten. Derselbe ist nun in Gefahr, sein einziges Gut, ein Häuschen,
zu verlieren und des Obdachs beraubt zu werden. Dieser lässt durch mich
edel gesinnte Menschen bitten, damit er sein Geschäft fortführen und
seine zahlreiche Familie ernähren kann, ihn gütigst möglich reichlich
zu unterstützen. Indem ich den betreffenden wirklich gütigen würdigen
Mann allen Gönnern, Freunden und Kollegen angelegentlichst empfehlen
kann, bin bereit, eingehende Gaben zu empfangen und darüber zu
quittieren.
M. Heller, Lehrer und Kantor, Kestrich, Oberhessen." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Spendensammlung
für ein "Sorgenkind" der Gemeinde Seligmann Moses
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1875: "Für
Seligmann Moses in Kestrich gingen bis jetzt ein: von Zadok Rapp in
Reibach bei Umstand 1 fl., Peretz Katz in Jesberg 1 fl. 45 kr., H.St.
(Poststempel Frankfurt am Main) 2 fl. 55 kr., unbenannter (Postst. Hanau)
1 fl. 45 kr., L. Herz in Friedberg 2 fl. 55 kr. Zusammen 10 fl. 20 kr. Im
Namen des Notleidenden sagen wir den edlen Gebern unseren herzlichsten
Dank und sehen weiteren milden Gaben entgegen. Kestrich 17. Februar 1875.
In Abwesenheit des ersten Vorstehers: Joseph Kapenberg, 2. Vorsteher." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1875: "Bitte an
wohltätige Glaubensgenossen!
Der Sohn des hiesigen Gemeindemitgliedes
Seligmann Moses erkrankte in seinem etwa 30. Lebensjahr vor ca. 2 Jahren
durch einen Fehltritt am Fuße. Alle ärztliche angewandte Hilfe blieb
erfolglos. Er wurde daher in das Krankenhaus (Klinik) zu Gießen gebracht.
Und da auch diese Ärzte die Heilung für unmöglich hielten, so wurde der
Fuß amputiert. Hierdurch ist dem sonst so redlichen und fleißigen jungen
Manne die Möglichkeit genommen, seinem Berufe als Hausierer mit Ware
nachzugehen. Sein oben erwähnter Vater ist schon über 60 Jahre alt und
war dieser vom Unglück Heimgesuchte die Stütze und auch der Ernährer
seines alten schwächlichen Vaters. Wir bitten daher alle wohltätigen
Glaubensgenossen um recht zahlreiche und baldige Spenden und erklären und
recht gern zur Entgegennahme bereit. Die Namen der edlen Geber sollen dann
in diesem Blatte veröffentlicht werden. Kestrich, Großherzoglich
Hessisches Landgericht Ulrichstein, Ende Januar 1873. Der Vorstand: M.J.
Blum, Joseph Kapenberg, Göbel Goldmann." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1877: "Bitte an
wohltätige Glaubensgenossen.
Unsere Glaubensgenossen werden sich
erinnern, dass Ende Januar 1875 ein Unterstützungsaufruf von uns in
diesem Blatte erschien wegen eines jungen Mannes namens Seligmann Moses
von hier, welcher seinen rechten Fuß durch Amputation verlor. Sein alter
Vater, der auch in diesem Aufruf erwähnt wurde, ist vor etwa 4 Wochen
gestorben. Da die Wunde unaufhörlich eitert, so muss derselbe umso mehr
kräftiger leben und seine Schwester, welche ihn verpflegen muss, ist
dadurch gehindert, ihrem Berufe (Hausieren mit Ware) nachzugehen. Die
Spenden, die ja von nah und Fern an uns gingen, gehen bald zu Ende,
weshalb wir uns vertrauensvoll an Alle, die ein mitleidiges Herz für Arme
und Kranke haben, mit der Bitte wenden, nach ihren Kräften eine Unterstützung
für den arbeitsunfähig gewordenen Seligmann Moses hier zu geben und erklären
wir uns zur Entgegennahme recht gerne bereit, auch wollen wir die Namen
der edlen Geber in diesem Blatt veröffentlichen.
Kestrich Kreis Alfeld im
Februar 1877. Der Vorstand Löb Katz. Döbel Goldenberg. Anschel
Goldenberg II.
Nachbemerkung.
Die Redaktion erklärt sich bereit, Spenden in Empfang zu nehmen und
weiterzubefördern." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser
vorhanden.
1839 wurde ein Fachwerkgebäude des 18. Jahrhunderts zu einem jüdischen
Gemeindezentrum umgebaut. Das Wohnhaus wurde in der Folgezeit als Schule mit
Lehrerwohnung verwendet, das rechte Drittel zum Betsaal mit Frauenempore
ausgebaut. Ein Vergrößerungsbau für die dadurch mögliche Erweiterung des
Betsaales wurde angebaut. 1870 wurde das Gebäude renoviert. Der Betraum
hatte 41 Plätze für Männer und 17 für Frauen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge völlig
zerstört.
1940 wurde das Gebäude der Synagoge vom Bürgermeister an eine nichtjüdische
Familie verkauft, die es in der Folgezeit als Wohnhaus nutzte. Beim Umbau zum
Wohnhaus wurde eine Zwischendecke eingezogen. In den 1980er-Jahren war
das Gebäude dringend sanierungsbedürftig. Ein neuer Besitzer ließ die linke Hälfte
(Schule und Lehrerwohnung mit Teil des Betsaales und der Frauenempore) des Gebäudes
unter Nachahmung des ursprünglichen Fachwerks nach dem Abbruch 1994 wieder
aufbauen. Nach 2001 wurde der Erweiterungsbau des Betraumes restauriert.
Im Juli 2005 konnte die ehemalige Synagoge als Gedenk- und Kulturstätte
eingeweiht werden. Die Inneneinrichtung des Betraumes und die Frauenempore (mit
teils alter Brüstung) wurden teilweise wieder hergestellt. Seitdem finden in
der ehemaligen Synagoge Kulturveranstaltungen und Musikabende statt.
Adresse/Standort der Synagoge: Erlenbacher
Str. 1
Fotos
(Quelle der Fotos: www.juedisches-museum-vogelsberg.de)
Plan des ehemaligen
jüdischen Gemeindezentrums
(Altaras 1988 S. 10; 2007² S. 258) |
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Im Gebäudeteil
links war die Schulstube die Lehrerwohnung und ein Teil des Betsaales,
im
Obergeschoss die Frauenempore. Der Anbau ergab eine erhebliche
Vergrößerung
des Betsaales. |
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Blick auf das ehemalige
jüdische Gemeindezentrum |
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Im linken
Gebäudeteil befand sich die Schule
und Lehrerwohnung, aber auch ein Teil
des
Betsaales sowie Frauenempore
(vor der Restaurierung im März 2001);
rechts der Anbau von 1839 |
Der Anbau rechts ergab 1839
eine
Vergrößerung des Betsaales
(Foto nach Restaurierung von 2003) |
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| Hinweistafel |
Gedenktafel
mit Inschrift: "Die eigene Freiheit bewahrt, wer die Freiheit des
anderen achtet und schützt.
Zum Gedenken an die Leiden und den Tod unserer ehemaligen jüdischen
Mitbürger während der Zeit des Nationalsozialismus. Gemeinde
Feldatal.
Ehemalige Synagoge. 1839 von Abraham Bacharach und Ehefrau Delz (Delsa)
geb. Lewi erbaut und der jüdischen Gemeinde vermacht. 1870 renoviert. Der
Betraum hatte 41 Männer- und 17 Frauenplätze.
Im Jahr 2005 teilweise rekonstruiert und zur Gedenkstätte
umgebaut". |
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Plakat zur Einrichtung der
"Dauerausstellung Fundstücke" -
Eröffnung Sonntag, 5. April 2009 |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 2009:
Gedenkstunde zur Erinnerung an die Ereignisse
beim Novemberpogrom 1938 |
Artikel in der "Wetterauer Zeitung" vom 9. November 2009 (Artikel):
"Eine schweigende Mehrheit hat alles mitangesehen
Feldatal (rs). 'Das Schweigen der Mehrheit ermöglichte damals und ermöglicht auch heute das Böse' - Mit diesen mahnenden Worten wandte sich am Montag Abend Bürgermeister Ernst Uwe Offhaus auch als Vorsitzender des Vereines Historisches Feldatal an die knapp ein Dutzend Besucher einer Gedenkveranstaltung in der alten Synagoge von Kestrich zur Reichspogromnacht von 1938..."
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| Mai 2010:
Bericht über einen der musikalischen Abende in
der ehemaligen Synagoge |
Artikel im "Lauterbacher Anzeiger" vom 4. Mai 2010 (Artikel):
"Feldatal. Wohltuend natürliches Konzert
KESTRICH. "The Bowmans" gastierten in alter Synagoge - "Lasse mich vom Herzen führen".
(mp). Da stehen sie. Zwillinge, 34 Jahre alt, die eine mitten aus New York, die andere aus Woodstock. Sarah und Claire Bowman, in ihrem breiten amerikanischen Slang wie aus dem tiefsten Tenessee begrüßen sie die Gäste und machen auch so ihre Ansage. Es ist eben alles authentisch, kein Übersetzer, kein Verstärker. Das hat was. Wohltuend natürlich und so gar nicht synthetisch und gestylt.. "The Bowmans" nennen sich die beiden Sängerinnen, die ihr Orchester selbst spielen und es in einem Koffer mit dabei haben: eine Westerngitarre, toll gespielt von Sarah, ein himmelblaues Glockenspiel, zwei Schellenringe, ein paar
Rhythm-Eggs..." |
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| November 2010:
Gedenkstunde zur Erinnerung an die Ereignisse
beim Novemberpogrom 1938 |
Artikel im "Lauterbacher Anzeiger" vom 11. November 2010 (Artikel):
"Feldatal. Diskriminierung schon in den Anfängen bekämpfen
KESTRICH. Gedenkfeier zum 9. November in der Alten Synagoge Kestrich
(gsi). Mit der Niederlegung eines Trauergestecks an der Gedenktafel neben der Alten Synagoge gedachte man am Dienstagabend in Kestrich der 21 jüdischen Mitbürger, die dem Holocaust zum Opfer fielen.
Ehrenbürgermeister Ernst-Uwe Offhaus erinnerte daran, dass aufgebrachte Männer des Dorfes die Synagoge in Kestrich am Abend des 9. November 1938 in Brand stecken wollten. Einem Anwohner war es zwar gelungen, sie von diesem Vorhaben abzubringen, wohl aus Angst, dass die Flammen auf sein Haus übergreifen könnten, dennoch verschafften sie sich Zutritt zu dem Gotteshaus, plünderten und zerstörten das Inventar, dessen Reste sie auf dem Bolzplatz verbrannten..." |
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| September 2011:
Glasmalereien für die ehemalige Synagoge |
Artikel im "Lauterbacher Anzeiger"
vom 20. September 2011: "Motive des Holocaust auf Glasfenstern in
der Synagoge. Die Berliner Professorin Helma Sauerbrey übergab zwei
ihrer Werke nach Kestrich - Museumsverein stellt Esther-Rolle als Leihgabe
zur Verfügung..."
Link zum Artikel: Motive des Holocaust auf Glasfenstern in der Synagoge (Lauterbacher Anzeiger, 20.09.2011) - auch eingestellt
als pdf-Datei |
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| November 2011:
Die Glasmalereien wurden eingeweiht |
Artikel im "Gießener Anzeiger"
vom 21. November 2011: "Motive zur Mahnung und des Gedenkens in
der Synagoge.
Kestrich. Dauerleihgabe der Berliner Professorin Helma Sauerbrey
wurden feierlich eingeweiht - ihre Glasmalereien leben vom Spiel des
Lichts..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei |
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| Mai 2012:
Die erste Etappe des
"Judenpfades Vogelsberg" konnte eingeweiht
werden |
Artikel im "Kreis-Anzeiger" vom 4.
Mai 2012: "'Die jüdische Geschichte wird lebendig gemacht'.
Vogelsbergkreis (gsi). Zunächst war es nur eine Idee des Alsfelder
Journalisten und Politologen Joachim Legatis, Mitglied im Förderverein
zur Geschichte des Judentums im Vogelsberg, jetzt nach elf Jahren der
Vorbereitung konnte nun bei strahlendem Sonnenschein die erste Etappe des
'Judenpfades Vogelsberg' - Wege von insgesamt 52 Kilometer Länge -
eingeweiht werden..."
Link zum Artikel: „Die jüdische Geschichte wird lebendig gemacht“ (Kreis-Anzeiger, 04.05.2012) |
| Hinweis: der "Judenpfad" soll
die alten Handelswege der Vogelsberger Landjuden über Stumpertenrod bis
Ulrichstein, nach Storndorf oder Romrod oder von Ober-Gleen nach Kirtorf
wiederbeleben. Auf 52 Kilometer Länge informieren künftig 54 Tafeln mit
49 Testen über die Geschichte der jüdischen Landbevölkerung im 19.
Jahrhundert der Region. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 441-442. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 110 mit Abb. S. 10 und 204) |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 97-99. |
 | dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007² S.
256-258. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirk Gießen und Kassel. 1995 S.
193. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 295. |
 | Ernst-Uwe Offhaus: Geschichte der Juden in Kestrich.
2005 220 S. Weitere
Informationen zu dieser Publikation. |
 | Katharina Jacob (Verein Landjudentum Vogelsberg): Kestrich: Brave
Händler. Eingestellt in 2011: pdf-Datei
- online zugänglich. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Kestrich Hesse. The community,
numbering 100 (25 % of the total) in 1861, disbanded in 1936 and within a year
most of the Jews had left. Three were deported in 1942.

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