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"Synagogen im Kreis Groß-Gerau"
Kelsterbach (Kreis
Groß-Gerau)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Kelsterbach bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. Nach dem Auszug der Hugenottenfamilien 1712 aus dem 1699 von ihnen
gegründeten Neu-Kelsterbach konnten in die frei gewordenen Häuser jüdische
Familien einziehen (lange hieß die Neu-Kelsterbacher Straße daher auch
"Judengasse"). 1789 werden an jüdischen Familienvätern genannt:
Levi, Afram, Jacob Seligman und Schimmer.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1815 sechs jüdische Familien, 1827 46 jüdische Einwohner (5,0 %
von insgesamt 930 Einwohnern), 1838 36 (3,7 % von 962), 1861 82 (6,9 % von 1.186), 1880 78
(4,6 % von
1.693), 1890 83 (4,3 % von 1.921), 1900 64 (2,1 % von 2.964), 1910 74 (1,8 % von
4.012). Mitte des 19. Jahrhunderts erwarben die jüdischen Familienväter ihren
Lebensunterhalt insbesondere als Fruchthändler, Schuhmacher, Spezereikrämer,
Metzger, Schneider. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffneten
sie mehrere Läden am Ort (u.a. Manufakturwarenhandlungen,
Kolonialwarengeschäfte, Metzgerei, Schuhmacherei).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule,
ein rituelles Bad und seit 1889 ein eigener Friedhof (zuvor Beisetzungen in
Groß-Gerau). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe
Ausschreibungen der Stelle unten). Die Gemeinde gehörte zum orthodoxen
Bezirksrabbinat Darmstadt II.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Max Adler (geb.
25.7.1890 in Kelsterbach, gef. 18.5.1915) und
Julius Levi (geb. 31.5.1896 in Kelsterbach, gef. 27.9.1916).
Um 1924, als zur Gemeinde noch 46 Personen gehörten (0,76 % von insgesamt
etwa 6.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Willy Adler I., Daniel
Hirsch, H. Herzfeld. Als Schochet war Bernhard Kahn tätig. Den
Religionsunterricht der schulpflichtigen jüdischen Kinder der Gemeinde erteilte
Lehrer Julius Rothschild aus Groß-Gerau.
1932 waren die Gemeindevorsteher Willy Adler (1. Vors.), Daniel Hirsch (2.
Vors.) und Moritz Adler (3. Vors.). An jüdischen Vereinen bestanden insbesondere
die Männerchewro (Wohltätigkeitsverein). Im Schuljahr 1931/32 gab es
noch fünf jüdische schulpflichtige Kinder, die Religionsunterricht
erhielten.
1933 lebten noch 47 jüdische Personen in Kelsterbach (0,9 % von insgesamt
5.253 Einwohnern). Es handelte sich um die Angehörigen der Familien Daniel
Adler (Schuhmacher, Neukelsterbacher Str. 39), Moritz Adler (Textilgeschäft,
Schlossweg 5), Ferdinand Adler (Neukelsterbacher Straße 15), Leopold Marx /
Moses Fleischmann (Posterwarengeschäft Bergstraße 1), Wilhelm Adler / Moritz
Strumpf (Handelsvertretung Neukelsterbacher Straße 21), Leopold Adler / Beretz
(Schuhmacherei, Bergstraße 9 und Kleine Mainstraße 2), Hermann Adler
(Sportartikelgeschäft, Rüsselsheimer Straße 25), Hugo Herzfeld
(Futtermittelhandel, Mainstraße 68), Daniel Hirsch (Metzger, Untergasse 4),
Jakob Moritz (Möbelgeschäft, Mainstraße 81), Speier / Blumenthal
(Neukelsterbacher Straße 1 und 13), Wolf Paw (Bergstraße 23).
In
den Jahren nach 1933 sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung,
der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (sieben in die USA, zwei
nach Brasilien; viele verzogen nach Frankfurt am Main). Nach dem Februar 1939 wurde kein jüdischer
Einwohner mehr am Ort gezählt.
Von den in Kelsterbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emanuel Adler (1882),
Eugen Ernst Adler (1885), Friedrich Adler (1910), Herrmann Adler (1866), Isaak
Julius Adler (1865), Julius Friedrich Adler (1883), Rosa Adler geb. Wallerstein
(1872), Recha de Beer geb. Adler (1862), Katharina Beretz (1870), Emma Berger geb. Sonnenberg (1879), Bernhard Blumenthal (1882), Meta Blumenthal
geb. Speier (1888), Edmund Eskeles (1876), Hermann Eskeles (1865), Else
Fleischmann geb. Marx (1902), Herbert Fleischmann (1929), Moses Fleischmann
(1898), Bertha Herzfeld geb. Adler (1875), Hugo Herzfeld (1877), Frieda van Hessen geb. Adler (1871), Daniel Hirsch (1877),
Lea Hirsch geb. Beretz (1883), Nannchen Lipschitz
geb. Hirsch (1878), Emma Marx geb. Adler (1875), Jakob Moritz (1889), Martha
Moritz geb. Levi (1894), Emma Nassauer geb. Adler (1876), Jenny Neustädter geb.
Adler (1893), Ruth Neustädter (1923), Johanna Schwarz geb. Eskeles (1879),
Ferdinand Sonnenberg (1886), Babette Speier geb.
Eskeles (1857), Mina Weiß geb. Sonnenberg (1888).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrer / Vorbeters / Schochet 1867 /
1876 / 1886 / 1890 / 1891 / 1893
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1867:
"In der israelitischen Gemeinde zu Kelsterbach bei Höchst am Main
ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorsängers vakant. Nähere
Auskunft erteilt auf frankierte Anfragen
der Vorstand." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1876:
"In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers und
Kantors vakant und sofort zu besetzen.
Bewerber belieben sich zu wenden an den Vorstand der israelitischen
Gemeinde zu Kelsterbach am Main." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1886:
"In der israelitischen Gemeinde Kelsterbach am Main ist die Stelle
eines Lehrers, Vorbeters und Schächters in Erledigung gekommen und soll
bis zum 15. Dezember dieses Jahres wieder besetzt werden.
Einkommen ca. Mark 800.
Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden.
Der Vorstand A. Adler I." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1890:
"Die hiesige Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle ist per 1.
März 1891 zu besetzen. Reflektanten wollen ihre Offerten an den
unterzeichneten Vorstand einreichen.
Kelsterbach, 29. November 1890. Der Vorstand A. Adler I." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1891:
"Die hiesige Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle ist per
1. März 1891 zu besetzen. Einkommen ca. 800 Mark. Reflektanten wollen
ihre Offerten an den unterzeichneten Vorstand einreichen.
Kelsterbach, 18. Januar 1891. Der Vorstand A. Adler I." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1891:
"Die hiesige Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle
ist per 1. Juli dieses Jahres zu besetzen. Einkommen ca. 800 Mark. -
Reflektanten wollen ihre Offerten an den unterzeichneten Vorstand
einreichen.
Kelsterbach. Der Vorstand: A. Adler I." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Dezember 1893:
"Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets ist per
sofort zu besetzen. Gehalt 500 Mark und ca. 250 Mark Nebenverdienst.
Offerten nebst Zeugnisabschriften beliebe man baldigst einzusenden.
Kelsterbach, 18. Dezember 1893. Der Vorstand: A. Adler II." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zur Goldenen Hochzeit von Abraham Adler I. und
Fanny geb. Straus (1909)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. September 1909:
"Kelsterbach, 15. September (1909). Ein seltenes Fest wurde hier
gefeiert. Das Ehepaar Abraham Adler I. und Frau Fanny geb. Straus,
feierten gestern das Fest der Goldenen Hochzeit. Mit einer Schar von
Kindern und Enkeln gesegnet und beliebt bei der ganzen jüdischen Gemeinde
wurde das Jubelpaar auch in der Synagoge gefeiert. Herr Lehrer Stern aus
Rüsselsheim (hielt) eine ergreifende Ansprache, welche mit großer
Begeisterung aufgenommen wurde." |
Zum Tod von Abraham Adler I. (1911)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1911: "Kelsterbach
am Main, 3. Oktober (1911). Am 27. September verschied hier Herr
Abraham Adler I. im 78. Lebensjahr, tief betrauert von den Seinen und von
allen, die dem trefflichen, wahrhaft frommen und gottesfürchtigen Manne
nahe standen. Sein Lebensziel war treue Pflichterfüllung. Beseelt von Gottesfurcht
und Menschenliebe mit offenem Herzen und offener Hand, dabei schlicht und
bescheiden im Wesen, so lebte und wirkte er in seinem Kreise, vorbildlich
und anspornend. Sein Heimgang bedeutet einen schweren Verlust für seine
Familie wie für seine zahlreichen Freunde, nah und fern. Seine Seele
sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Daniel Hirsch erhält die Hessische Tapferkeitsmedaille
(1918)
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. März 1918:
"Der Krieg und die Juden. Frankfurt am Main. Hermann Rothschild,
Musikantenweg 21, erhielt die Hessische Kriegsdenkmünze und Daniel Hirsch
- Kelsterbach die Hessische Tapferkeitsmedaille." |
Zum Tod von Abraham Adler II, langjähriger Gemeindeältester und
Vorstand (1920)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar 1920: "Kelsterbach
am Main, 25. Januar (1920). Am 27. Tewet (= 18. Januar 1920)
verstarb hier plötzlich und unerwartet Abraham Adler II. im Alter von 75
Jahren. Mit ihm ist ein wahrhaft religiöser Jehudi dahingegangen, noch so
recht von altem Schlag. Seit einer Reihe von Jahren Gemeindeältester und
Vorstand, verstand er es in seiner Person alle edlen Vorzüge zu
vereinigen, und seiner Kehilloh in allem ein Vorbild zu seine. Herr
Rabbiner Dr. Marx, Darmstadt widmete dem Verstorbenen warme Worte des
Dankes im Namen seiner Gemeinde und Klall Jsroel ("Gesamtheit
Israel"). Die Familie, wie die Gemeinde verloren ihr Haupt. Möge er,
der so viel Gutes getan, in Frieden ruhen! Seine Seele sei eingebunden in
den Bund des Lebens." |
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Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 30. Januar 1920: "Kelsterbach. Im Alter von 75 Jahren
verschied Abraham Adler II., seit 40 Jahren Vorsteher unserer
Gemeinde, ein frommer, sehr geachteter Mann." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von A. Adler IV (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1900: "Ein
Junge, aus achtbarer Familie, kann das Schuhmacherhandwerk erlernen
und junger Gehilfe per sofort gesucht.
A. Adler IV., Kelsterbach am Main." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser
vorhanden. Im 19. Jahrhunderts befand sich die Synagoge seit 1827 in
einem Fachwerkhaus an der Neukelsterbacher Straße. Der Betraum befand sich im
1. Obergeschoss über einer darunter befindlichen Wohnung. Die Frauenempore lag
im Dachgeschoss. 1862 wurde diese Synagoge erneuert beziehungsweise
gründlich "ausgebessert". Nach 1890 stand eine erneute Renovierung
an. Wegen des schlechten Bauzustandes riet Kreisbautechniker Wagner in seinem
Gutachten dringend, einen Neubau vorzunehmen, da auch eine Reparatur des alten
Gebäudes ziemlich teuer wäre.
Nach längeren Überlegungen beschloss die jüdische Gemeinde, einen
Synagogenneubau an Stelle der alten Synagoge vorzunehmen, auch wen die
Finanzierung für die relativ wenigen Familien ein schwieriges Unternehmen war.
Am 21. August 1896 konnte die neue Synagoge durch Rabbiner Dr. David
Selver aus Darmstadt eingeweiht werden:
Die Einweihung der Synagoge am 21. August 1896
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1896:
"Kelsterbach am Main. Am 21. August (1896) fand unter Beteiligung
sämtlicher Konfessionen des Ortes die Einweihung unserer neu erbauten
Synagoge statt. Zur Abhaltung der Feier war Rabbiner Herr Dr. Selver,
Darmstadt erschienen, zur Abhaltung des Festgottesdienstes Herr Lehrer
Vooß aus Rüsselsheim. Um 5 Uhr
nachmittags wurden die heiligen Torarollen aus dem alten Bethause
abgeholt, dann zog man unter Gesang in das neue Gotteshaus ein. Hierauf
wurden die üblichen Gesänge intoniert, wonach Herr Dr. Selber die
Weiherede hielt. Auch Lehrer Vooß entledigte sich seines Amtes zur
größten Zufriedenheit. Bemerkenswert ist es, dass auch alle Nichtjuden
sich an diesem Feste sehr stark beteiligen, da der Ort nicht nur aufs
schönste geschmückt war, sondern auch alle Honoratioren beim Zuge sowohl
wie auch beim Gottesdienste vertreten waren, ein Beweis, dass an unserem
Orte das schönste Einverständnis unter den verschiedenen Konfessionen
herrscht." |
Der mit einem Rundbogen versehene
Eingang zum Synagogengebäude war von der Straßenseite. Hoch über dem Eingang
war eine hebräische Inschrift angebracht. Auf dem Dachgesims waren Gebotstafeln
angebracht. Vom Synagogenvorraum ging der Treppenaufgang zu einer zweiseitig
angebrachten Frauenempore. Altaras s.Lit. S. 139: "Es bleibt
bewundernswert, mit welchem Können man diesen Gebäudestreifen (4 x 8 Meter)
funktionsgerecht eingerichtet und dieser Ausstattung auch einen festlichen
Rahmen verliehen hat". Es gab je 35 Plätze für Männer und Frauen in der
Synagoge.
Nachdem in den Jahren nach 1933 die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder schnell
zurückging, sodass auch an regelmäßige Gottesdienste nicht mehr zu denken
war, wurde das Synagogengebäude am 27. Oktober 1938 für 1.800 RM an eine
christliche Familie verkauft, die es zu einem Wohnhaus umbaute. Dadurch entging
die ehemalige Synagoge beim Novemberpogrom 1938 einer Zerstörung.
Ortsansässige und auswärtige Nationalsozialisten waren bereits vor dem
Gebäude aufgezogen und randalierten, als als neue Besitzer herbeieilte und sie
von weiteren Zerstörungen abhalten konnte.
Das Gebäude blieb bis zur Gegenwart als Wohnhaus erhalten .
Adresse/Standort der Synagoge:
Neukelsterbacher Straße 17
Anmerkung: 1989 wurde am Anfang der Neukelsterbacher Straße ein großes
Schild angebracht, das auf die Bedeutung dieser ältesten Straße und auf die
Häuser der Hugenotten-Familien wie auch auf die jüdischen Bürger und ihre
Synagoge in dieser Straße hinweist.
Fotos / Pläne
(Quelle: Pläne aus dem Staatsarchiv Darmstadt in: Schleindl
s. Lit. S. 345; dritte Zeile - sw-Fotos: Altaras s.Lit. 1988 S. 139; untere
Zeile: www.synagogen.info)
| Das
Synagogengebäude vor dem Umbau 1895/96 |
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Der alte Betsaal
befand sich über einer
Wohnung in der rechten Haushälfte im
Obergeschoss
(Frauenempore im
Dachgeschoss) |
Altes Untergeschoss mit
Wohnungen
in beiden Gebäudehälften |
Altes Obergeschoss
mit dem Betsaal
der Männer und dem Aufgang zur
Frauenempore im
Dachgeschoss |
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Gegenüber dem obigen Bild ist
erkennbar,
wie 1896 die rechte Gebäudehälfte zur
Synagoge mit einer
repräsentativen
Fassade umgebaut wurde |
Verlängerung der rechten
Gebäudehälfte
in den Garten mit der Apsis
für den Toraschrein und dem
Aufgang zur Frauenempore |
Schnitt durch das Gebäude mit
Blick
auf den Toraschrein und dem
darüber liegenden Rundfenster
im
Erdgeschoss |
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Das ehemalige
Synagogengebäude
im September 1985 |
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Gebäude von der Straße
gesehen;
die äußerlichen Charakteristika
der früheren Synagoge sind beseitigt |
Rückseite des Gebäudes |
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Das ehemalige
Synagogengebäude
im Jahr 2001 |
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Gebäude von der
Straße
gesehen |
Gedenkstein auf dem Friedhof
"Dem Andenken
der Israelitischen
Gemeinde gewidmet". |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Juli 2010:
In einem Presseartikel wird an die jüdische
Geschichte in Kelsterbach erinnert |
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 28. Juli 2010 (Artikel):
"Wo einst die Synagoge stand
Die Dokumentation spart die Willkür zur Nazizeit nicht aus. Die Synagoge entging der Zerstörung, weil sie ein Christ gekauft und zum Wohnhaus umgebaut hatte.
Kelsterbach. Die Untermainstadt hat eine lange jüdische Geschichte, die bis in die Gründungszeit reicht. Im Stadtarchiv gibt es dazu noch interessante Dokumente..." |
| Hinweis: der Artikel, in dem weitgehend
Informationen aus dieser Seite von "Alemannia Judaica"
aufgenommen wurden, ist auch als pdf-Datei
eingestellt. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 440-441. |
 | Harald Freiling: Juden in Kelsterbach: jüdische
Familien und jüdische Gemeinde in Kelsterbach zwischen 1774 und 1945.
Kelsterbach 1988. 121 S. |
 | ders.: Juden in Kelsterbach: jüdische Familien und
jüdische Gemeinde in Kelsterbach zwischen 1774 und 1945. Kelsterbach 1990.
44 S. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 138-139. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 117. |
 | Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn.
Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss
des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990.
Insbesondere S. 192-205. 344-345. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 294-295.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Kelsterbach
Hesse. Affiliated with the Orthodox rabbinate of Darmstadt, the community
numbered 82 (7 % of the total) in 1861, but economic factors led to its decline
and by Kristallnacht (9-10 November 1938) it had ceased to exist. Of the
47 Jews living there in 1933, 20 emigrated and 27 perished in the
Holocaust.

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