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"Synagogen im Kreis Bergstraße"
Heppenheim
an der
Bergstraße (Kreis Bergstraße)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Heppenheim an der Bergstraße lebten jüdische Personen bereits im
Mittelalter. Ob es zur Bildung einer Gemeinde mit eigenen Einrichtungen
kam, ist nicht bekannt. Die Stadt gehörte von
1232 bis 1803 zum Erzbistum Mainz, war eine der neun Städte des Mainzischen
Oberstifts, von 1461 bis 1623 an die Pfalzgrafschaft verpfändet. 1333 ließ ein
Jude Jacob von Heppenheim ein Darlehensgeschäft in die Frankfurter
Gerichtsbücher eintragen. 1336 verpflichteten sich die Juden zu Weinheim,
Heppenheim und Bensheim auf drei Jahre, ihre Wohnsitze nicht ohne Erlaubnis des
Erzbischofs zu verlassen. Bei der Judenverfolgung während der Pestzeit 1348/49
wurde das jüdische Leben in der Stadt vernichtet. In der 2. Hälfte des 14.Jahrhunderts und im 15.
Jahrhundert hört man nur vereinzelt von jüdischen Personen in Heppenheim. 1429
ließ Erzbischof Konrad III. von Mainz alle erzstiftischen Juden inhaftieren und
ihre Güter konfiszieren. Dies traf auch die Heppenheimer Juden. Erst Mitte des
16. Jahrhunderts hört man wieder von zwei Juden in Heppenheim.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17.
Jahrhundert zurück. Im Jahr 1700 wurden allerdings erst 10 jüdische
Einwohner gezählt.
Im 18. und 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen
Einwohner stetig zu: 1806 56 jüdische Einwohner (1,7 % von insgesamt 3.190
Einwohnern), 1828 77 (2,1 % von 3.654), 1861 119 (2,7 % von 4.625), 1890 148
(2,8 % von 5.293), 1900 111 (1,9 % von 5.779, etwa 40 jüdische Familien), 1910
115 (1,6 % von 7,033). Demnach ging seit den 1890er-Jahren die Zahl der
jüdischen Einwohner in Heppenheim durch Aus- und Abwanderung wieder deutlich zurück.
Bis Mitte des 19.
Jahrhunderts lebten die jüdischen Familien überwiegend vom Handel mit Vieh und
Landesprodukten. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden von ihnen mehrere Handlungen
und Gewerbebetriebe in der Stadt eröffnet, die teilweise große Bedeutung für das
wirtschaftliche Leben hatten. 1856 gab es ein Zigarrengeschäft der
Gebr. Morgenthau aus Mannheim, nach 1900 bestand ein größeres
Manufakturwarengeschäft mit Bankgeschäft (Wilhelm Wolf Mainzer), eine
jüdische Arztpraxis (Dr. Frank), zwei jüdische Metzger, ein kleines
Spezereiwarengeschäft sowie mehrere Viehhandlungen, Mehl- und
Getreidehandlungen sowie eine Weingroßhandlung.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine
Religionsschule und ein rituelles Bad (Bosengasse 8, Gebäude erhalten siehe
Fotos). Die
Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf dem Verbandsfriedhof in Alsbach
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe
Ausschreibungen der Stelle unten). Die Gemeinde gehörte zum orthodoxen Rabbinat Darmstadt II.
Im Ersten Weltkrieg
beklagte die jüdische Gemeinde den Soldatentod zweier ihrer Mitglieder: David
Frank (geb. 1.11.1894 in Heppenheim, gef. 24.8.1916) und Unteroffizier Friedrich
Frank (geb. 18.12.1891 in Heppenheim, gef. 4.10.1915). Außerdem ist gefallen:
Unteroffizier Julius Stern (geb. 4.4.1887 in Heppenheim, vor 1914 in
Gelsenkirchen wohnhaft, gef. 23.12.1914).
Um 1925, als in Heppenheim wieder etwa 124 Personen zur
jüdischen Gemeinde gehörten (1,6 % von insgesamt 7.693 Einwohnern),
gehörten dem Vorstand der Gemeinde an: M. Sundheimer, Josef Frank, Alex
Goldschmidt. Als Lehrer, Kantor und Schochet war Nathan Friedmann tätig
(insgesamt von vor 1908 bis 1938). Er erteilte auch Religionsunterricht für die
damals 20 schulpflichtigen jüdischen Kindern (u.a. in der Oberrealschule in
Heppenheim). Um 1932 ist als Vorsitzender der Gemeinde Dr. Frank
eingetragen. Als jüdischer Verein wird der "Frauenbund" genannt, der
im Bereich der Wohlfahrtspflege engagiert war.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 113 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938
wurde die Synagoge zerstört (s.u.); es kam in der Stadt zu einem gewaltsamen
Pogrom: etwa
200 bis 300 Personen zogen in der Pogromnacht zum 10. November 1938 durch die Stadt und demolierten und plünderten die Wohnungen
und Geschäfte der noch in Heppenheim lebenden jüdischen Familien (Bertold
Mainzer, Friedrichstraße; Jakob Mainzer, Karl David, Markus Hirsch und der
Familie Meier-Sundheimer). Im Mai 1939 lebten noch 37 jüdische Personen in
Heppenheim. Zu Beginn der Deportationen starb Fanny Scotti geb. Belmonte an
Suizid. Im September 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner Heppenheims
deportiert.
Von den in Heppenheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; ergänzt durch einige Namen
vom Denkmal am Synagogenplatz): Mathilde Adler geb.
Sundheimer (1879), Leo Bach (1881), Rosa Bach geb. David (1885), Helmut Baruch
(1915) Friederike
Bloch geb. Mayer (1882), Charlotte Blum geb. Mainzer (1875), Louis Bodenheimer
(1876), Stefanie Cahn (1895), Betty Fernheimer geb. Stern (1883), Ernest Fischel
(1918), Sophia Fischern geb. Bär (1872), Henriette (Jettchen, Hedwig) Friedheim geb. Kanstein (1875), Bertha Fuld
geb. Joseph (1877), Bertha Goldschmidt (1869), Helene Groß geb. Salomon (1856),
Selma Herz geb. Salomon (1894), Bertha Hirsch (1862), David Hirsch (1883), Erna
Hirsch (1920), Klara Hirsch (1887), Leo Hirsch (1887), Selma Hirsch geb. Frank
(1896), Philipp Kuhn (1893), Herbert Lichtenstein (1932), Kurt Lichtenstein
(1929), Lina Lichtenstein geb. Lachenbruch (1899), Moritz Lichtenstein (1894),
Bertha Mainzer geb. Morgenthau (1882), Berthold Mainzer (1877), Jakob Mainzer (1874), Albert Marx (1893), Lucia Mayer (1903), Mathilde Mayer
geb. Simon (1887), Max Mayer (1886), Ernst-Ludwig Meyer (1917), Helene Meyer
geb. Cohen (1879), Franziska Morgenthau (1888), Hedwig
Morgenthau (1882), Julie Morgenthau geb. Klein (1864), Johanna
Mathilde Oberndorf geb. Hirsch (1887), Paula Opper geb. Marx (1890), Rebekka
Sander geb. Mayer (1870), Bertha Schwarz geb. Hirsch (1861), Fanny Scott geb.
Belmonte (1873), Adolf Stern
(1878), Jakob Strauss (1906), Erna (Emma) Strauß geb. Selig (1895),
Margot Strauß (1920), Eva
Sundheimer (1923), Ida Sundheimer geb. Rothschild (1885), Ludwig Sundheimer
(1919), Maier Sundheimer (1881).
Achtung: einzelne der oben genannten Personen könnten auch aus Heppenheim
a.d. Wiese stammen!
Auf einem Denkmal auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge
stehen die Namen der von Heppenheim aus deportierten jüdischen Personen (siehe
Foto unten).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1869 / 1871 /
1875 / 1881 / 1904
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember 1869: "Konkurrenzeröffnung.
Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers und Vorsängers, mit
welcher gleichzeitig das Schächteramt verbunden, ist erledigt, und soll
mit dem 1. Januar 1870 anderweitig besetzt werden. Mit dieser Stelle ist
ein fixer Gehalt von 300 Gulden nebst freier Wohnung und circa 175 Gulden
Akzidenzien verbunden, und es werden Bewerber um dieselbe aufgefordert,
unter Vorlage ihrer Zeugnisse binnen 14 Tagen sich zu melden.
Heppenheim a.d. Bergstraße, den 9. November 1869. Für den
israelitischen Vorstand Moses Löb Hirsch. B. Hirsch." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1871: "Konkurrenzeröffnung.
Die Religionslehrer- und Vorsängerstelle dahier, mit welcher das Schächteramt
verbunden, ist erledigt und kann bis 1. März kommenden Jahres wieder
besetzt werden. Der Gehalt als Lehre rund Vorsänger beträgt jährlich
325 Gulden – nebst Akzidenzien und circa 50 Gulden Nebenverdienst, sowie
freier Wohnung mit Bett und die Gebühren als Schächter werden zu 150
Gulden – angeschlagen.
Konkurrenzfähige Bewerber um diese Stelle wollen sich binnen 4 Wochen
unter Vorlage ihrer Zeugnisse an den unterzeichneten Vorstand wenden.
Heppenheim, am 6. November 1871. Für den israelitischen Vorstand. M.L.
Hirsch." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Februar 1875: "Konkurrenzeröffnung.
Die israelitische Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle
dahier, womit ein jährlicher Gehalt von 400 Gulden fix und 250 bis 300
Gulden Nebenakzidenzien nebst 15 Gulden für Anschaffung des
Heizungsmaterials und freie Wohnung verbunden, ist erledigt und soll durch
einen tüchtigen Lehrer bis 1. Januar 1875 wieder besetzt werden. Bewerber
um diese Stelle wollen sich innerhalb 14 Tagen unter Vorlage ihrer
Zeugnisse bei dem unterzeichneten Vorstande melden.
Heppenheim a.d.B., im Dezember 1874. Für den israelitischen Vorstand: B.
Hirsch, Salomon Stern, S. Bodenheimer". |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1881: "Die hiesige
Stelle eines Vorbeters, Religionslehrers und Schächters ist in Erledigung
gekommen und soll wieder bis zum 20. Oktober 1881 besetzt werden. Fixer
Gehalt 700 Mark, Nebenverdienste 500 Mark. Inländische Bewerber wollen
sich an den Unterzeichneten wenden. Heppenheim, 20. Juli 1881. Der
Vorstand Feist Stern." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1904: "Die Stelle
eines Religionslehrers, Kantors und Schochets, verbunden mit der
Religionslehrerstelle an der Realschule und mit sicherem Einkommen von
1.600 Mark ist alsbald durch einen seminaristisch gebildeten Lehrer zu
besetzen. Bewerber belieben sich unter Angabe ihres Lebenslaufes und
Beilage ihrer Zeugen an den Unterzeichneten zu wenden.
F. Sundheimer, Heppenheim an der Bergstraße." |
Bericht über das gute Verhältnis zwischen
Christen und Juden in Heppenheim anlässlich der Eheschließung von Lehrer M. Oppenheimer (1891)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1891: "Heppenheim. In der gegenwärtigen bewegten Zeit, da antisemitische
Heißsporne kein Mittel – und mag es noch so verwerflich sein –
verschmähen, den konfessionellen Frieden zu stören, ist es doppelt
wohltuend, wahrzunehmen, wie rechtlich denkende und rechtlich handelnde Männer
ihren Abscheu gegen der Frevler Streben unverblümt zum Ausdruck bringen.
Ungeachtet der Erfolge, die die weltbeglückenden Reichstagsabgeordneten
Pickenbach und Zimmermann in unserem lieben Hessenlande errungen, hat der
gesunde Sinn der Bewohner unseres Städtchens keinen Schiffbruch erlitten.
Vor einigen Wochen lenkte unser Lehrer, Herr Oppenheimer, sein Schifflein
in den Hafen der Ehe. Von der Hochzeitsreise kommend, wurde ihm schon am
Bahnhofe seitens eines christlichen Kollegen ein herzlicher Willkommengruß
entboten. Freitagabend begab sich der hiesige Gesangverein, der die Elite
unseres Städtchens zu seinen Mitgliedern zählt, in die Wohnung unseres
Herrn Lehrers und brachte dem jungen Ehepaare ein Ständchen. Sichtlich
gerührt, dankte derselbe in schönen, beifällig aufgenommenen Worten und
schloss mit dem Wunsche, dass das harmonische Verhältnis zwischen den
Bekennern verschiedener Konfessionen nicht getrübt werden möge. Diese
Auszeichnung, die unserem wackeren Lehrer erwiesen worden, ist ebenso
ehrend für denselben, als erfreuend für uns." |
Lehrer M. Oppenheimer wirbt für sein Knaben-Pensionat (1892)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1893: "Knaben-Pensionat.
Heppenheim a.d.B. Knaben, welche die hiesige Realschule (einjährige
Berechtigung) besuchen, finden bei mir unter Zusage familiärer Behandlung
und bester Pflege, Aufnahme. Nachhilfe in allen Fächern. Eigenes Haus mit
schönem Garten (in) gesunder Lage. Billige Pensionsbedingungen. Beginn
des neuen Schuljahres 10. April.
M. Oppenheimer, Religionslehrer an der
Großherzoglichen Realschule. Referenzen seitens der Großherzoglichen
Direktion sowie bei Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Marx, Darmstadt." |
Fragen des Lehrergehaltes (1893)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1893: "Darmstadt. Betreffs
eines Gesuchs von Israeliten aus Heppenheim und Umgegend um
Gehaltsbewilligung an den israelitischen Religionslehrer für
Religionsunterricht an der Großherzoglichen Realschule
zu Heppenheim an der Bergstraße beantragt der I. Ausschuss: die Kammer
wolle die Großherzogliche Regierung ermächtigen, für den in der
Finanzperiode 1891/94 erteilten oder noch erteilt werdenden
Religionsunterricht eine nach dem Aufwand für den gleichen
Religionsunterricht an den kleinen Realschulen bemessene Vergütung zu gewähren.
Ohne Zweifel wird die II. Kammer dem Beschlusse ihres I. Ausschusses
beitreten." |
Lehrer Nathan Friedmann wirbt für seine Ferienpension (1908)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Juni 1908:
"Schüler finden angenehmen Ferien-Aufenthalt bei Lehrer Friedmann,
Heppenheim a.d.B." |
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben
"Eine Messe lesen" für einen verstorben
jüdischen Mann? (1931)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Januar 1931:
"(Ein seltener Fall von Nächstenliebe). Aus Heppenheim a.d.B. wird
uns geschrieben: In unserem Städtchen, in dem fast überwiegend
Katholiken wohnen, herrschte immer ein gutes Verhältnis zwischen Juden
und Christen. Allerdings ist auch unsere Gegend vom Antisemitismus nicht
verschont geblieben. Nun ereignete sich in letzter Woche folgender Fall.
Vor wenigen Wochen starb im Ausland der Sohn einer hiesigen jüdischen
Familie. In den letzten Tagen kam eine evangelische Nachbarsfrau, eine
Dame der ersten Kreise, zu dem jüdischen Lehrer und fragte ihn, ob ein
Andersgläubiger 'eine Messe' für einen Juden lesen lassen könne. Da der
Lehrer verstand, dass es sich um einen Schiur (= Toralernstunde)
handelte, bejahte er. Darauf erlegte die Dame einen Betrag und bat, für
den jungen Mann, dem sie weiter keine Ehre erweisen könne, 'eine Messe zu
lesen.'. Es geschah auch - in der Form eines Schiurs mit Lernkaddisch." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod des hundertjährigen Abraham Sundheimer (1914)
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. November 1914:
"Heppenheim
an der Bergstraße. Hier verschied im vollendeten hundertsten Lebensjahre
Abraham Sundheimer". |
Abraham David wird mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (1916)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. September
1916: "Heppenheim. Abraham David, Sohn von Lazarus David,
eines Veterans des Krieges 1870/71, ist mit dem Eisernen Kreuz
ausgezeichnet worden." |
90. Geburtstag von Emanuel Meyerhof (1934)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1934: "Frankfurt
am Main, 9. September (1934). Am 26. September feiert Herr Emanuel
Meyerhof, Heppenheim a.d. Bergstraße, als ältester Bürger in voller
geistiger und körperlicher Frische seinen 90. Geburtstag. (Alles Gute) bis
120 Jahre." |
Weitere Persönlichkeiten
 | Martin
Buber (1878 Wien - 1965 Jerusalem), aufgewachsen in Lemberg, Studium
an verschiedenen Orten; lebte von 1916 bis 1938 mit seiner Familie in
Heppenheim (Haus Werlestraße), von wo er die von ihm gegründete
Monatsschrift "Der Jude" herausgab. Seit 1925 Lehrauftrag an der
Universität Frankfurt als Nachfolger von franz Rosenzweig; seit 1930
Honorarprofessor für Religionswissenschaft an der Frankfurter Universität.
1933 Begründer des jüdischen Lehrhauses in Frankfurt. Im Februar 1938 war
er zur Auswanderung gezwungen und emigrierte mit der Familie nach Jerusalem.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde sein Haus geplündert, die 3.000 Bücher
umfassende Bibliothek und das Mobiliar zerstört. Buber erhielt eine
Professur für Sozialphilosophie an der Hebräischen Universität in
Jerusalem. In Heppenheim sind seine wichtigsten Werke geschrieben worden,
u.a. "Ich und Du", 1922 in Leipzig erschienen, seine Bibelübersetzung,
die "Reden über das Judentum" u.a.m. |
 | Leopold, Adolf und Heinrich Hirsch (Söhne des um
1840 in Heppenheim geborenen Baruch Hirsch): Gründer des Bankhauses Hirsch
in London. Die Brüder waren zeitlebens eng mit Heppenheim verbunden, kamen
regelmäßig zu Besuch in die Stadt und stifteten große Summen für die
jüdischen und christlichen Bedürftigen in Heppenheim. Die Synagoge in
Heppenheim wurde großenteils von ihnen finanziert (s.u.); an der
Synagogeneinweihung nahmen Leopold und Adolf Hirsch persönlich teil. |
 | Ludwig Oberndorf (1888 - 1966), um 1900 im
Vereinsleben in Heppenheim engagiert (Gründer und zeitweise Vorsitzender
des FC Starkenburgia e.V. Heppenheim; in die USA ausgewandert; ab 1914 bei
der New York Staatszeitung und The New York Herald, seit 1947 Chefredakteur
(managing editor). Ehrenbürger der Stadt Heppenheim seit 1963.
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Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Feist Stern (1868)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1868:
"Für meinen Sohn, welcher drei Jahre lang die höhere Bürgerschule
in Weinheim besucht hat und die besten Zeugnisse besitzt, suche ich eine
Stelle als Lehrling in einem Geschäfte, das an Sabbat- und Festtagen
geschlossen ist.
Feist Stern in Heppenheim a.d.
Bergstraße." |
Anzeigen von E. Meyerhof (1903 / 1920)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1903: "1-2
Knaben, welche Ostern die hiesige sehr gut renommierte Realschule
besuchen wollen, erhalten Kost und Logis.
E. Meyerhof, Heppenheim a.d. Bergstraße." |
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Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. Januar
1920: "Für mein Putzgeschäft, Samstags geschlossen, suche
ich eine Volontärin. Eintritt am 1. oder 15. Februar. Kost und
Wohnung im Hause.
E. Meyerhoff. Heppenheim an der Bergstrasse." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge war seit 1791 in einem Haus in der Kleinen
Bachgasse 3 eingerichtet.
Synagogenordnungen sind aus dem Jahr 1859 und 1892 bekannt.
Im Laufe des 19.
Jahrhunderts erwies sich bei der steigenden Zahl der jüdischen Einwohner die
Synagoge für zu klein, sodass in den 1890er-Jahren der Neubau einer Synagoge dringende
Notwendigkeit war.
Für den Neubau einiger Synagoge wurde 1896 ein Bauplatz gekauft. Die
Finanzierung war unproblematisch, da die aus Heppenheim stammenden Gebrüder
Hirsch in London, Inhaber eines privaten Bankhauses, die Übernahme der
Baukosten zusagten.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1896:
"Heppenheim
(Bergstraße). die neue Synagoge wird in die neu angelegte Heinrichsstraße
zu stehen kommen. Der hiefür in Aussicht genommene Bauplatz ist bereits
angekauft. Der Bau selbst wird erst im Frühjahr begonnen werden. Das Baukapital
ist ein Geschenk der von hier stammenden Gebrüder Hirsch in London, die in den
letzten Tagen wieder den Armen Heppenheims die Summe von M. 1000 zuwendeten." |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juli 1897:
"Heppenheim
a.d. B. 9. Juli (1897) Die Herren Gebr. Hirsch aus London, welche letzten
Sonntag wieder ihrer alten Heimat dahier einen Besuch abstatteten, stifteten bei
dieser Gelegenheit dauernd jährlich 500 Mk. zur Verteilung unter die Ortsarmen,
außerdem 3.000 Mk. zur sofortigen Verteilung. Den Bau einer Synagoge haben sie
auf ihre Kosten übernommen. Diese Herren haben den hiesigen Armen schon viele
Tausende gespendet." |
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Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. April 1900:
"Heppenheim. Die hiesige neuerbaute Synagoge geht ihrer Vollendung
entgegen, doch soll dieselbe erst eingeweiht werden, wenn die Herren
Hirsch aus London, von hier gebürtig, welche viel zum Bau beigesteuert
haben, nach Deutschland kommen werden." |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Mai 1900:
"Berichtigung. Heppenheim a.d.B., 30. April. In ihrem
geschätzten Blatte Nr. 34 vom 26. dieses Monats bringen Sie unter Rubrik
'Vermischtes' eine von hier eingesandte Notiz, in der berichtigend zu
bemerken ist, dass die Herren Hirsch nicht allein viel zum Bau der
Synagoge beigesteuert haben, sondern den ganzen Bau auf ihre alleinige
Kosten herstellen ließen." |
Die Synagoge wurde durch den Architekten Prof. Heinrich Metzendorf (Artikel
in Wikipedia, der "Baumeister der Bergstraße") aus Bensheim geplant und zwischen Frühjahr 1897 und
Herbst 1900 erbaut. Metzendorf errichtete die Synagoge "in Formen, die in
vielen Teilen der Villenarchitekt der Zeit beziehungsweise dem Landhausstil des
Architekten, für den er sonst bekannt geworden war, entsprachen"
(Hammer-Schenk S. 365). "Besonders der Eingangsbereich mit offener Halle,
Treppenturm und dem eigenen Giebeldach folgten diesem Stil, dem auch der Wechsel
im Baumaterial von Bruchstein, Haustein und Putzflächen zuzurechen ist. Diesem
Westteil schloss sich der eigentliche Kultraum mit halbrunder Apsis an"
(ebd.). Die Maße der Synagoge waren: 20 Meter lang, zehn Meter breit, 17 Meter
hoch.
Die Einweihung der Synagoge war am 10./11. Oktober 1900. Rabbiner Dr. Marx aus Darmstadt nahm die Einweihung vor, worüber die
Zeitschrift "Der Israelit" berichtete:
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1900:
"Heppenheim
(Bergstraße). Am Chol HaMoed (sc. Halbfeiertag während des
Sukkotfestes, nach dem nächsten Bericht am 1. Chol HaMoed, d.h. am
Mittwoch, 10. Oktober 1900)
fand dahier die feierliche Einweihung der prächtigen, neuerbauten Synagoge
durch Rabbiner Dr. Marx - Darmstadt statt. Die meisten Kosten für die Erbauung
der Synagoge leisteten die von hier stammenden und jetzt in London wohnenden
Gebr. Hirsch, die auch persönlich anwesend waren. Von allen Seiten waren Leute
herbeigeströmt, um Zeuge dieser hübschen Feier zu sein. Alles verlief in
herrlichster Ordnung; besonders gefiel uns die Abschiedsrede des Herrn Rabbiner
Dr. Marx, gehalten in der alten Synagoge, sowie der Toast des Herrn Kreisrats
Dr. Göttelmann auf den Großherzog. Wie wir hörten, sollen die Gebr. Hirsch
bei ihrem Weggange jüdische und christliche Arme von Heppenheim reichlich
bedacht haben." |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1900: "Heppenheim
a.d.B. (Einweihungsfeier). Am ersten Tag Chol jamoed fand
dahier die feierliche Einweihung der neu erbauten Hirsch-Synagoge statt.
Aus Nah und Fern hatten sich zahlreiche Festteilnehmer eingefunden.
Persönlich anwesend waren die Herren Gebr. Hirsch aus London, die von
hier stammen und denen die hiesige Gemeinde den schönen Bau zu verdanken
hat. In edler Betätigung des Willens ihres Vaters Baruch Hirsch seligen
Andenkens haben sie die Kosten zum weitaus größten Teil getragen. Um 1
Uhr versammelte man sich zum letzten Male in der alten Synagoge. Nach dem
Minchahgebet hielt Herr Provinzialrabbiner Dr. Marx - Darmstadt die
Abschiedspredigt, die allgemeinen Beifall fand. Sodann wurden unter den
üblichen Gesängen die Torarollen ausgehoben und in feierlichem Zuge,
umgeben von Girlandenträgerinnen nach der neuen Synagoge getragen. So wie
der Festzug sich nun durch die reich beflaggten Straßen und hohen
Ehrenpforten unter Beteiligung der hiesigen Behörden und Geistlichkeit,
verschiedener Herren Rabbiner und einer großen Zahl Fremder in
ehrwürdiger Pracht dahinbewegte, bot er einen imposanten Anblick.
Vor der Hirsch-Synagoge überreicht die Schlüsselträgerin nach Vortrag
eines Gedichtes den Schlüssel Herrn Architekt Metzendorf. Dieser übergab
den Bau Herrn M. Hirsch - Mannheim, der von den Spendern mit der
Ausführung der Stiftung betraut worden war. Von diesem empfing Herr
Vorstand Mainzer unter reichen Worten des Dankes den Schlüssel, worauf
der Herr Provinzialrabbiner mit den Worten Pis-chu Scheorim
(Öffnet die Tore...) die Pforte öffnete. Nun bot der prachtvolle
Innenraum sich den Einziehenden dar. Der hierauf begonnene
Weihegottesdienst, bei welchem ein vortrefflicher Chor Herrn Kantor Bloch
unterstützte, stimmte zu feierlichster Andacht. Herr Provinzialrabbiner
Dr. Marx - Darmstadt sprach das Gebet für den Landesfürsten und hielt
sodann die Weihepredigt. In längerer Rede stellte er an der Hand der
Namen des Bethauses die Ziele desselben dar und erläuterte seine
Bedeutung. Mit der Verheißung himmlischen Segens für Alle schloss die
meisterhafte Predigt. Am ersten Tage fand ferner in den Sälen des 'Halben
Mond' Festessen und abends Bankett, das in sehr animierter Stimmung
verlief, statt.
Am zweiten Weihetage folgten Festgottesdienst, und mittags gemeinsamer
Spaziergang. Die Hirsch-Synagoge ist in mittelalterlichem Stile erbaut und
liegt malerisch am Fuße des von der Starkenburg gekrönten Schlossberges.
Innen ist sie herrlich ausgestattet und genügt mit elektrischem Licht,
Luftheizung etc. allen modernen Ansprüchen. ch." |
Die Synagoge in Heppenheim blieb im Besitz der Familie Hirsch, nachdem sie
die gesamten Baukosten übernommen hatte. Im Grundbuch wurde als
Eigentümer "Adolf Hirsch in London" eingetragen. In der Stiftungserklärung
hieß es u.a. "um der Liebe zu ihrer Heimat einen ewigen Ausdruck zu
verleihen und zum Andenken an die Eltern...". Die Synagoge sollte nach 50
Jahren - also 1947/50 in den Besitz der jüdischen Gemeinde übergehen. Einzige
Bedingung war, dass die jüdische Gemeinde Heppenheim auch künftig dem
orthodoxen Rabbinat Darmstadt unterstellt sei. Nicht ahnen konnte man,
dass das Gebäude bereits nach 38 Jahren beim Novemberpogrom 1938 zerstört würde. Dabei
wurde die Synagoge durch SA-Leute niedergebrannt. Später
waren jüdische Männer gezwungen, die stehen gebliebenen Außenmauern
abzutragen.
Adresse/Standort der Synagoge: Ecke
Bensheimer Weg / Starkenburgweg / Herrmannstraße (die Synagoge stand inmitten
des Gartens oberhalb der Mauer an der Gedenkstätte).
Fotos
(Quelle: obere Zeile: Sammlung Hahn; untere Zeile: linkes Foto bei Arnsberg Bilder s.Lit. S. 89;
ein Ausschnitt der Abbildung rechts bei Hammer-Schenk s.Lit. Bd. 2 Abb. 283).
| Historische Ansichtskarte
von Heppenheim vor 1938 |
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Auf der Karte ist
die Synagoge ungefähr unterhalb der Starkenburg
zu erkennen; rechts
Ausschnittvergrößerung |
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| Ansichten der ehemaligen
Synagoge |
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Die Synagoge in
Heppenheim: 1900 bis 1938 |
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Neuere Fotos - April
2011
(Fotos: Michael Ohmsen; Quelle:
Fotoseite
von M. Ohmsen zu Heppenheim) |
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Die alte Synagoge
1791-1900
in der Straße "Kleine Bach" 3 |
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Das Gebäude der alten
Synagoge |
Hinweistafel |
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Das Grundstück der
neuen Synagoge 1900-1938 |
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| Blick auf die Gedenkstätte |
Gedenktafel mit
Abbildung der 1938 zerstörten Synagoge |
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Denkmal mit den Namen der in
der NS-Zeit aus Heppenheim deportierten jüdischen Personen |
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Das rituelle Bad
(Mikwe)
in der Bosengasse 8 |
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| Das Gebäude des
rituellen Bades (Mikwe) |
Hinweistafel "Am
Judenbad" |
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| Erinnerungen an
Martin Buber |
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Das "Martin-Buber-Haus"
mit der Hinweistafel: "Hier lebte in den Jahren 1916-1938 der große
jüdische Religionsphilosoph
Martin Buber geboren: Wien 8.2.1878 verstorben: Jerusalem 13.6.1965. Vom
Ungeist jener Zeit verfolgt, verließ er
Deutschland im Jahre 1938". |
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| Hinweistafel |
Der
"Martin-Buber-Platz" mit einer plastischen Darstellung Bubers;
von diesem Standort am Graben/Kellereigasse blickt Martin Buber auf das
frühere Wohnhaus |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Februar
2010: Darf das Synagogengrundstück
überbaut werden? |
Artikel (fs) in
"Echo-online" - Bergstraße vom 20. Februar 2010 (Artikel):
"Eigentümer will auf Gedenkstätte bauen
Starkenburgweg: Bauvoranfrage für das Gelände der niedergebrannten Synagoge - Bürgermeister hofft auf Denkmalschutz
HEPPENHEIM. Die kleine Gedenkstätte am Starkenburgweg, die auf den früheren Standort der Synagoge aufmerksam macht und an die vertriebene und ermordete jüdische Gemeinde Heppenheims erinnert, ist in Gefahr..."
Eine kleine Treppe, eine Gedenktafel und ein Bildstock erinnern an das d |
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| März
2010: Die Bebauung des
Synagogengrundstückes soll verhindert
werden |
Artikel in "Echo-online" - Bergstraße vom 20. März 2010 (Artikel):
"Initiative will Gedenkstätte retten
Ehemalige Synagoge: Kirchengemeinden, Geschichtsverein und Lokale Agenda wollen Bebauung verhindern.
HEPPENHEIM. Bislang ist noch nicht über eine Bauvoranfrage entschieden, in der es um das Grundstück der ehemaligen Synagoge am Starkenburgweg in Heppenheim geht. Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) hatte in der Bürgerversammlung am 4. März erklärt, dass man in Kontakt mit Bau-, Denkmal- und
Flurbereinigungsbehörden stehe, um 'dem öffentlichen Interesse - bedingt durch die Historie dieses Areals - bei der Entscheidung angemessen Rechnung tragen zu
können'..." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica Bd. II,1 S. 354; III,1 S. 544. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 247-351. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 89. |
 | Thea Altaras: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 108-110 (ausführlich zum
rituellen Bad in Heppenheim) |
 | Harold Hammer-Schenk: Synagogen in Deutschland. Geschichte
einer Baugattung im 19. und 20. Jahrhundert. Teil I S. 365-366.471.478. Teil II Abb.
283. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 18-21. |
 | Wilhelm Metzendorf: Geschichte und Geschicke der
Heppenheimer Juden. Lorsch 1982. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 183-187. |
 | Harald E. Jost: Die jüdische Gemeinde Heppenheim
und ihr prominentestes Mitglied Martin Buber. In: Aschkenas - Zeitschrift
für Geschichte und Kultur der Juden. Bd. 12 2002. Heft 1 S. 141-154.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Heppenheim
an der Bergstrasse Hesse. Annihilated during the Black Death
persecutions of 1348-49, the community was reestablished around 1700 and at its
height, in 1890, numbering 148 (3 % of the total). Since Jews had contributed
their share to the town's development, many Christians joined in the
celebrations when a new synagogue was opened in 1900. Members of the wealthy
Hirsch family paid all the costs, with one proviso - that the community remain
affiliated with the Orthodox rabbinate of Darmstadt - and Liberal Jews
subsequently honored this agreement. After Worldwar I, a branch of the Central
Union (C.V.) organized Jewish social and cultural activity as well as the fight
against antisemitism. Martin Buber, the religious philosopher and Zionist leader,
lived there for over 20 years (1916-1938). On Kristallnacht (9-10
November 1938), Nazis burned to synagogue to the ground; Jews were paraded
through town carrying loads of debris from their house of worship; and 3.000
volumes from Martin Buber's library were also destroyed. Of the 113 Jews who
lived there after 1933, 87 (chiefly young people) emigrated while the remainder
(mostly old or sick) perished in the Holocaust. After Worldwar II, Buber's
former home became the headquarter of the International Council of Christians
and Jews (1979).

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