|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
Zurück zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in
Hessen
Die jüdischen Friedhöfe im
Stadtkreis Frankfurt am Main,
dem Kreis (Stadt- und Landkreis) Offenbach
am Main
sowie im Kreis Groß-Gerau
| Stadtkreis Frankfurt am Main
(F) |
Kreis Groß-Gerau (GG) |
|
|
|
|
| |
| |
|
|
|
Kreis Offenbach am Main
(OF) |
|
|
|
|
|
Stadtkreis Frankfurt am Main
(F)
| Pressebericht vom Oktober
2010: Über die vermutlich ältesten
jüdischen Grabsteine aus Frankfurt |
Foto
links von Hillebrecht: Diese Grabsteinfragmente gehören zu den Funden, die in
Bommersheim entdeckt wurden.
Artikel von Sophia Bernhardt in der "Frankfurter Neuen Presse"
vom 15. Oktober 2010 (Artikel):
"
Vom Friedhof gestohlen?
Die jüdischen Grabsteine, die bei den archäologischen Ausgrabungen im Sommer 2007 gefunden wurden, stammen aus Frankfurt. Die Funde sind wichtiger als zunächst angenommen.
Bommersheim/Frankfurt. In die Bommersheimer Burg wurden jüdische Grabsteine als Fenster- und Türeinfassungen (Gewände) eingesetzt. Was heute pietätlos und makaber klingt, war in der damaligen Zeit kein Einzelfall. Das belegen Funde in Trier, Köln, Berlin und Würzburg. Galten Grabsteine im 14. Jahrhundert doch als materiell sehr wertvoll.
Inzwischen steht fest, woher die in Bommersheim entdeckten Steine stammen.
'Bei den Funden in Bommersheim handelt es sich mit um die ältesten jüdischen Grabsteine aus Frankfurt', berichtet Heimatforscher Manfred Kopp.
Zu diesem Ergebnis ist Dr. Andreas Lehnardt, Professor für Judaistik an der Gutenberg-Universität Mainz, gekommen.
'Das beweist, wie sehr Oberursel mit Frankfurt verbunden war', so Kopp. Die Funde wurden bei archäologischen Grabungen im Sommer 2007 entdeckt (TZ berichtete).
Was mit den Grabsteinen geschehen soll, ist bis heute nicht geklärt. 'Es wäre sinnvoll, zwei typische Exemplare im Vortaunusmuseum als Zeugnis des Geschichtsprozesses auszustellen und die übrigen ins jüdische Museum nach Frankfurt zu geben', meint Kopp. Der Ort, an dem die Steine derzeit lagern, wird – aus Furcht vor Vandalismus – nicht bekanntgegeben.
Prof. Lehnardt und Nathanja Hüttenmeister ('Die Fragmente mittelalterlicher jüdischer Grabsteine in Bommersheim',
Trumah, Band 18, 2008) gehen davon aus, dass die Grabsteine, die in die Bommersheimer Burg eingebaut wurden, im Jahr 1349 vom Frankfurter Friedhof gestohlen und weiter verkauft wurden. In jenem Jahr wurde die jüdische Gemeinde in Frankfurt bei einem Pogrom vernichtet.
Bei den Ausgrabungen der Bommersheimer Raubritterburg wurden insgesamt 75 Fragmente jüdischer Grabsteine aus rötlichem Sandstein gefunden. Auf 19 Teilen ist hebräische Schrift eingraviert.
'Sie weisen die typischen Schriftfelder mittelalterlicher jüdischer Epitaphien auf, wie man sie auf Friedhöfen in Mainz, Worms und Frankfurt finden kann', schreibt Nathanja Hüttenmeister in ihrem Aufsatz
'Baruch ben Kalonymos' in der Zeitschrift Kalonymos.
Das jüngste Fragment. Fünf der Grabsteine datiert die Forschung in die Jahre 5050 bis 5070 – nach unserer Zeitrechnung zwischen 1289/90 bis 1310. Auch das jüngste Fragment des Grabsteins eines Knaben namens Kalon(ymos) ist, so die Experten für Judaistik, typisch für die Frankfurter Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Dort sind 40 Grabsteine aus den Jahren 1272 bis 1382 erhalten. Sie wurden 1952 bei Aufräumarbeiten am durch Bomben geschädigten Frankfurter Dom gefunden. Einige sind bis heute im Dom verbaut. In Sachen Material, Stil und Formulierung weisen sie große Übereinstimmungen mit den Steinen auf, die heute auf dem alten jüdischen Friedhof in Frankfurt (Battonnstraße) aufgestellt sind, so die Forscher.
Die Forscher sind sich sicher, dass die in Bommersheim gefundenen Grabsteine alle in der Burg verbaut waren. Denn jüdisches Leben in
Oberursel ist urkundlich erstmals 1636 erwähnt. Auch die jüdischen Friedhofe in der Umgebung sind erst nach 1636 entstanden.
Die fränkische Burg in Bommersheim wurde bereits 1382 zerstört – eine Strafaktion, die von Frankfurt angeordnet wurde, weil die Burgbewohner Reisende und Händler auf den Reichsstraßen ausraubten. Bei der Schleifung fielen die rötlichen Sandsteine in die Burggräben. Dort wurden sie von Schlamm bedeckt. Deshalb sind sie nicht verwittert."
Info: Was die Inschriften erzählen. Obwohl nur Fragmente der jüdischen Grabsteine erhalten sind, konnten die Forscher die Textlücken rekonstruieren, indem sie andere jüdische Grabsteine aus dieser Zeit zum Vergleich heranzogen und es sich bei den Inschriften meist um formelhafte Sätze handelt. Ein Beispiel einer rekonstruierten Grabinschrift eines Steins, von dem nur noch ein Bruchstück der rechten Hälfte existiert:
'Dieses Zeichen wurde errichtet zu Häupten der Frau Sara, Tochter des Schlomo, verschieden'. Die Jahresangabe fehlt. Danach war dort sehr wahrscheinlich die gängige Formulierung
'Und ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens. Amen, Amen, Amen. Sela', zu lesen. Das Wort
'verschieden' deutet darauf hin, dass Sara eines natürlichen Todes gestorben ist. Das Wort
'verschieden' wird auf allen erhaltenen Frankfurter Grabsteinen bis 1400 für Personen verwendet, die nicht ermordet wurden. Der Grabstein hat die Maße 90 mal 37 mal 19 Zentimeter." |
Hinweis: Allgemeine Link zu den jüdischen Friedhöfen in
Frankfurt:
Battonnstraße
(auch: Battonstraße)
Zur Geschichte des Friedhofes: Beim jüdischen Friedhof
Battonnstraße handelt es sich um den ältesten jüdischen Friedhof in Frankfurt
und den nach Worms zweitältesten erhaltenen jüdischen Friedhof in Deutschland.
1333 wurde der zunächst außerhalb der Stadt angelegte Friedhof in die Stadtmauern
eingeschlossen. 6.500 Grabsteine standen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf
dem 11.850 qm umfassenden Areal. 1943 fiel der Friedhof weitgehend der
nationalsozialistischen Zerstörungspolitik zum Opfer. Ein großer Teil der
Steine wurde mit Maschinen auf dem Friedhof zerschlagen. Nach 1945 wurde der
Friedhof - soweit möglich - wieder hergestellt. Entlang der Innenmauer wurden historisch
oder künstlerisch besonders wertvolle Steine wieder aufgestellt. Einer der
bekanntesten hier beerdigten Personen ist Mayer Amschel Rotschild.
Lage: Battonnstraße 2
Fotos:
(© Verlag Friedhof und Denkmal s.u.; www.1media.org;
es sind Beispielfotos aus der Dokumentation zu diesem Friedhof )
 |
 |
 |
| Teilansichten des
Friedhofes |
| |
 |
 |
 |
| Einzelne
Grabsteine |
Link:
 | Informationsseite der Stadt Frankfurt zum
Friedhof Battonstraße: hier
anklicken |
Rat-Beil-Straße (mit
Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die jüdische Friedhof
Rat-Beil-Straße ist von drei Seiten vom Hauptfriedhof eingeschlossen. Während
100 Jahren der Belegung des Friedhofs Rat-Beil-Straße wurden annähernd 40.000
Gräber geschaffen. Der klassizistische Torbau wurde nach Entwurf Friedrich
Rumpfs gleichzeitig mit der Anlage des jüdischen Friedhofs 1828 errichtet. Die
Friedhofsfläche umfasst 738,31 ar.
Innerhalb des Friedhofes liegt der Friedhof der orthodoxen "Israelitischen
Religionsgesellschaft".
 |
Link: Lageplan des Friedhofes
Rat-Beil-Straße mit integriertem Friedhof der "Israelitischen
Religionsgesellschaft" (Quelle: Meier-Ude/Senger s.Lit. S. 56f);
farbiger Plan: hier
anklicken |
Lage: Rat-Beil-Straße
Fotos:
(© Verlag Friedhof und Denkmal s.u.; www.1media.org;
es sind Beispielfotos aus der Dokumentation zu diesem Friedhof; die hier
verwendeten Fotos sind wesentlich verkleinert gegenüber den in der
Dokumentation selbst!)
 |
 |
 |
 |
| Teilansicht |
Grabstein über
dem Grab von Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882) |
Grabstein für Salomon Schiff |
Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.:
hier anklicken
Seite mit Fotos der Gräber der Freiherren von Rothschild auf dem Friedhof: hier
anklicken
Weitere Fotoseite: hier
anklicken
Hinweis auf eine Dokumentation der beiden jüdischen Friedhöfe
Rat-Beil-Straße:
(Erschienen und bestellbar im Verlag
Friedhof + Denkmal, Inh. Norbert Heyeckhaus, D-65624 Altendiez, Berg Straße
17,
Tel.: 06432-98240-0 - Fax.: 06432-84297 - E-Mail
- Informationsseiten/Website)
 |
 |
 |
| Gesamtdokumentation
des jüdischen Friedhofs an der Rat-Beil Strasse in Frankfurt am Main.
Diese Arbeits-Ausgabe beinhaltet alle Grabsteine (über 5000) von Feld 1-4
(alter Teil des Friedhofs) . Die Teile 2-3 und 5 erscheinen bis März/April
2005. Teil 4 ist bereits erschienen. |
Eine
fotografische Gesamtdokumentation vom Friedhof der "Israelitischen
Religionsgemeinschaft" Ca. 2000 hochauflösende Fotos dokumentieren
den gesamten Friedhof mit allen 2004 existierenden Grabmalen. |
Eine
Auswahl mit über 400 Grabmalen des jüdischen Friedhofs an der Rat-Beil
Straße, mit vielen bekannten Persönlichkeiten. |
Eckenheimer Landstraße (Neuer Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Seit 1928 werden die Toten der
jüdischen Gemeinde auf diesem Friedhof beigesetzt. Die Gesamtanlage erwarf
Regierungsbaumeister Fritz Nathan. Bis 1985 wurden 7.000 Beisetzungen vorgenommen.
Auf dem Friedhof finden sich u.a. die Gräber des 1. Vorsitzenden der
Israelitischen Gemeinde Dr. Julius Blau (1861-1939) und des Religionsphilosophen
Franz Rosenzweig (1886-1929). Über dem Hauptportal steht der hebräische
Spruch: "Wandeln werd ich vor dem Antlitz des Ewigen in den Gefilden des
Lebens". Die Friedhofsfläche umfasst 54.532 qm.
Lage: Eckenheimer Landstraße 238
Frankfurt - Bergen-Enkheim (alter
Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die
Bergener Juden wurden nach 1497 in Windecken
beigesetzt. Vermutlich zwischen 1660 und 1717 konnte ein eigener Friedhof in
Bergen angelegt werden. Dieser alte jüdische Friedhof in Bergen wurde
bis 1924 belegt. Bis 1840 wurden auf ihm auch die Toten der jüdischen Gemeinde
in Bad Vilbel beigesetzt. Die Friedhofsgröße beträgt 17,31
ar.
(Foto von H. Hummel aus der Ausstellung der Kulturgesellschaft
Bergen-Enkheim: hier
anklicken)
Lage: Innerhalb des Wohngebietes an der Straße "Am weißen Turm" (hinter
Wohnblock 2-16); das Eingangstor ist über den Ludwig Klemann-Weg zu erreichen
Link:
Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.:
hier
anklicken
Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim: Ausstellung
zur jüdischen Geschichte von Bergen-Enkheim
Foto 1 des
Friedhofes Foto
2 Foto
3 Foto
4
Frankfurt - Bergen-Enkheim (neuer
Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der neue jüdische Friedhof in
Bergen wurden von 1925 bis 1933 belegt. Es sind nur etwa zehn Grabsteine
vorhanden.
Die Friedhofsgröße beträgt 1,80 ar.
Lage: Vilbeler Landstraße, Am Galgen
(Wohnplatz)
Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.:
hier
anklicken
Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim: Ausstellung
zur jüdischen Geschichte von Bergen-Enkheim
Foto
des Friedhofes
Frankfurt - Bockenheim
(Sophienstraße)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen
Gemeinde Bockenheim wurden bis 1714 in Windecken
beigesetzt. Danach konnte ein eigener Friedhof in Bockenheim angelegt werden. Der Friedhof ist von einer
hohen Mauer umgeben und von außen nicht einsehbar. Es sind etwa 300 Steine
erhalten. Die Friedhofsfläche beträgt 16,41 ar.
Aus der Geschichte des Friedhofes -
Über die Schändung des Friedhofes
im Herbst 1927
Artikel
in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung"
vom 14. Oktober 1927:
"Die Frankfurter Friedhofsschändung. Frankfurt am Main (J.T.A.).
Der Polizeibericht meldet: 'Ende vergangener Woche wurde von unbekannten
Tätern der alte israelitische Friedhof in der Sophienstraße in gemeiner
Weise geschändet und Unfug darauf verübt. Es wurden Grabsteine
umgeworfen, demoliert und zerschlagen. Blumen wurden aus den Grabanlagen
gerissen und auf Grabsteine Aufschriften wie Judas Ischariot geschrieben
und Hakenkreuze gemalt. Weiter wurden die Wege verunreinigt. Die
Ermittlungen nach den Tätern sind im Gange und haben bereits zur
Entdeckung der Spuren geführt. Personen, die in der Angelegenheit
Mitteilungen machen können, werden ersucht, diese bei der Kriminalpolizei
anzuzeigen.' |
| |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1927: "Schulkinder
als Friedhofsschänder. Wie schon mitgeteilt, wurde in Bockenheim auf
dem alten jüdischen Friedhof eine große Reihe von Grabsteinen umgeworfen
und der übrige Teil mit Hakenkreuzen und Inschriften bemalt. Der
politischen Polizei ist es gelungen, die Täter festzustellen. Es handelt
sich um eine ganze Reihe von noch schulpflichtigen Volksschülern,
Mittelschülern und Gymnasiasten, die teilweise noch sehr jugendlich und
noch nicht strafmündig, teilweise aber auch gewusst haben, was sie taten.
Sie bestreiten die Schandtaten auf dem Friedhof nicht, betonen aber, dass
sie aus eigener Initiative gehandelt und nicht irgendwelchen Anweisungen
gefolgt wären." |
| |
Artikel
im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom
November 1927: "Friedhof in Bockenheim. Die in der Tagespresse
gemeldeten Beschädigungen haben sich erfreulicherweise als weniger
umfangreich herausgestellt, als es ursprünglich den Anschein hatte. Es
scheint sich zum Teil um Streiche von Jungen, die den Friedhof als Spielplatz
benutzten, zum anderen Teil freilich um ernster zu nehmende Untaten
verhetzter Schuljungen zu handeln. Schon jetzt sind die Täter im
wesentlichen namhaft gemacht, und der weitere Gang der Ermittlungen bleibt
abzuwarten. Der Gemeindevorstand hat Veranlassung genommen, die nötigen
Maßnahmen für eine bessere Sicherung und Bewachung des Friedhofes in die
Wege zu leiten." |
| |
Artikel
im Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt vom Dezember
1927 S. 103: "Aus dem Sitzungsprotokoll des Gemeindevorstandes vom
31. Oktober 1927:...Über die Beschädigungen auf dem Bockenheimer
Friedhof wird eingehend berichtet..." |
Lage: Sophienstraße, rechts vor der alten Liebigschule
Link:
Epigraphische
Datenbank des Steinheim-Institutes in Duisburg zum Friedhof Sophienstraße
Literatur: Lisberth Ehlers und Helga Kröhn: Die vergessenen
Nachbarn. Juden in Bockenheim. Hrsg. vom Jüdischen Museum Frankfurt.
1990.
Frankfurt - Griesheim
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden zunächst in Frankfurt oder in Rödelheim beigesetzt. Die jüdische Gemeinde Griesheim
erhielt 1780 die Genehmigung, eine Begräbnisstätte in der Nähe des Mains
anzulegen (alter Friedhof). 1870 wurde
dieses Gebiet von der "Chemischen Fabrik Griesheim" (später: IG Farben AG) aufgekauft und
gegen den entschiedenen Protest der Griesheimer Juden in ein Fabrikgelände
umgewandelt. 1897 wurde der Friedhof geräumt und die sterblichen Überreste von
etwa 40 Toten auf ein Gräberfeld am Rande des neuen christlichen Friedhofes an der Waldschulstrasse
umgebettet (neuer Friedhof). Dieses Feld kann man heute noch betrachten.
Nur eine weitere Beisetzung fand noch statt, als am 3. Februar 1939 die Urne mit
der Asche von Dr. Karl Hirsch (umgekommen in Buchenwald) hier beigesetzt
wurde.
Aus der Geschichte der jüdischen Friedhöfe in
Griesheim
Der
Beitrag aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1897
ist noch nicht ausgeschrieben. Bei Interesse (und vorhandenen
Hebräisch-Kenntnissen) bitte anklicken. |
|
Lage: Zugang von der Heinrich-Hardt-Straße; zwischen allgemeinem und jüdischem
Friedhof ist eine Mauer.
Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.:
hier
anklicken
Foto des
Friedhofes (Gedenktafel)
Frankfurt - Heddernheim
Zur Geschichte der Friedhöfe: In Heddernheim wurde bereits 1376
ein jüdischer Friedhof angelegt, der sich auf dem Grundstück Nr. 9 der
heutigen Straße Alt-Heddernheim befand. Bereits nach den Auflagen in der
Heddernheimer Judenordnung von 1771 sollte der jüdische Friedhof nach
außerhalb des Ortes verlegt werden. Die jüdische Gemeinde hielt jedoch an
ihrem alten Friedhof fest. 1802 war er voll belegt. Vermutlich auf Grund einer
partiellen Aufschüttung des Erdreiches konnten bis 1827 Beigesetzungen
durchgeführt werden. Danach wurden die Toten vorübergehend in Rödelheim und
Niederursel beigesetzt. An der Straße nach Praunheim konnte ein neuer
Friedhof angelegt werden, auf dem von 1840 an Beisetzungen vorgenommen
wurden. 1843 musste die Gemeinde das alte Friedhofsgrundstück verkaufen; ein
Teil der Gebeine wurden in diesem Jahr vom alten und neuen Friedhof überführt
und in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Ein Gedenkstein erinnert an diese
Überführung. Da auf dem Friedhofsgelände ein neues Haus gebaut wurde, sind
möglicherweise nur die Gebeine überführt worden, die an der Stelle des neuen
Gebäudes beigesetzt waren, da 1933 und 1937 bei weiteren Bauvorhaben auf dem
Grundstück Gebeine befunden wurden. Die Grabsteine des alten Friedhofes wurden
zum neuen Friedhof gebracht, wo sie
an die Begrenzungsmauer angelehnt wurden. Der neue Friedhof wurde bis 1937
belegt (letzte Beisetzung Sessi Salomon geb. Hammel). 1942 kam das Grundstück
in den Besitz der Stadt. Durch Bombeneinwirkung gab es erhebliche Schäden an
der Friedhofsmauer und an Grabsteinen. Eine Instandsetzung des Friedhofes wurde
in den 1960er-Jahren vorgenommen. Zu Schändungen des Friedhofes kam es u.a. im
April 1962 und im Mai 1985.
Lage: neuer Friedhof an der Straße "In der Römerstadt", nördliche
Straßenseite nahe der Durchbruchstelle der Rosa-Luxemburg-Straße.
Link: Informationsseite der Stadt
Frankfurt a.M. Zur
Seite über die Synagoge in Heddernheim (interner Link, dort auch
Literaturangaben)
Foto 1 des
Friedhofes Foto
2
Epigraphische
Datenbank des Steinheim-Institutes in Duisburg zum Friedhof in
Hedernheim
Frankfurt -
Niederursel/ Urselbachtal (alter
Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts in Niederursel entstandene jüdische Gemeinde
konnte 1720 ein Feldstück zur Anlage eines Begräbnisplatzes kaufen. Die Fläche des Friedhofes ist
heute mit
einer Tafel gekennzeichnet, die auf das Bestehen eines jüdischen Friedhofes an
diesem Ort hinweist. Die Friedhofsfläche umfasst 10,84 ar.
Lage: Oberurseler Weg
Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.:
hier
anklicken
Foto des
Friedhofes
Frankfurt -
Niederursel/ Urselbachtal (neuer
Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Fläche des Friedhofes ist mit
einer Tafel gekennzeichnet, die auf das Bestehen eines jüdischen Friedhofes an
diesem Ort hinweist. Auf dem Friedhof wurden nach 1876 auch die Torarollen der
damals nicht mehr bestehenden jüdischen Gemeinde Niederursel beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst 8,18
ar.
Über eine Friedhofschändung 1932
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1932: "Friedhofschändung
im Taunus. Vermutlich in der Nacht zum vergangenen Sonntag wurden auf
dem jüdischen Friedhof Niederursel (im Taunus zwischen Weißkirchen und
dem Ort Niederursel) vier Grabsteine gewaltsam aus dem Boden gerissen und
umgelegt. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in
Frankfurt am Main hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100
Mark ausgesetzt. Das Frankfurter Polizeipräsidium hat die Ermittlungen
sofort aufgenommen." |
Lage: Oberurseler Weg / An der Autobahn
Frankfurt
- Rödelheim (alter Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde
spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Die ältesten
noch sichtbaren Grabsteine datieren von 1740. Da der Friedhof in der NS-Zeit
angeräumt wurde, sind nur noch etwa 20 Grabsteine erhalten. Ein Gedenkstein
erinnert an den Gelehrten und Verleher Wolf Heidenheim (gest. 1832). Die
Friedhofsfläche beträgt 27,24 ar.
Lage: An der Straße "Seegewann" bzw. "Zehntmarkweg".
Link
zu den Google-Maps
Frankfurt
- Rödelheim (neuer Friedhof)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde noch im
19. Jahrhundert angelegt, jedoch in der NS-Zeit abgeräumt. Nur zwei
Erinnerungssteine mit der gleichlautenden Inschrift "Jüdischer Friedhof
der ehemaligen Gemeinde Rödelheim" zeigen an, dass sich hier ein Friedhof
befand. Die Friedhofsfläche beträgt 14,93 ar.
Lage: An der Westerbachstraße innerhalb des allgemeinen
Friedhofes. Link
zu den Google-Maps
Literatur zu den Friedhöfen in Frankfurt:

 |
Klaus Meier-Ude / Valentin Senger: Die
jüdischen Friedhöfe in Frankfurt. 1985. |
 |
Michael Brocke: Der alte jüdische Friedhof zu
Frankfurt am Main. Hg. von der Kommission zur Erforschung der Geschichte der
Frankfurter Juden. 1996.
|
Kreis Offenbach am Main
(OF)
Dreieich -
Dreieichenhain
Zum Friedhof in Dreieichenhain besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Dreieich - Sprendlingen
Zum Friedhof in Sprendlingen besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Egelsbach
Zum Friedhof in Egelsbach besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Hainburg am
Main - Klein-Krotzenburg
Zum Friedhof in Klein-Krotzenburg besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Heusenstamm
Zum Friedhof in Heusenstamm besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Langen/Hessen
Zum Friedhof in Langen (Hessen) besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Mühlheim am Main
Zum Friedhof in Mühlheim am Main besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Offenbach am Main
Zu den Friedhöfen in Offenbach am Main besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Offenbach am Main
- Bürgel
Zum Friedhof in Bürgel besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Seligenstadt
Zum Friedhof in Seligenstadt besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Landkreis Groß-Gerau (GG)
Groß-Gerau
Zur Geschichte
der Friedhöfe: Bereits in mittelalterlichen Zeiten (um 1300)
gab es bei Groß Gerau einen jüdischen Friedhof. Er lag im Bereich entlang der
Berliner Straße zwischen dem Grünen Weg und der Hermann-Löns-Straße.
Ein alter jüdischer Friedhof bestand seit 1632. Er wurde 30 Ellen vor
dem Burggraben, an der Galgenpforte angelegt. Dieser Friedhof wurde 1648, 1659
und 1703 erweitert. Der Friedhof wurde 1892 geschlossen. Im November 1936
befahlt die Stadtverwaltung der jüdischen Gemeinde, die Gebeine der
Verstorbenen auszugraben und in einem Massengrab auf dem Neuen jüdischen
Friedhof wieder beizusetzen. Eine Gedenktafel erinnert heute an die erzwungene Umbettung.
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde 1841 eröffnet. Der jüdische
Friedhof wurde von zahlreichen jüdischen Gemeinden in der Umgebung belegt. Laut
den Friedhofsstatuten von 1890/92 gehörten dem Friedhofsverband an die
jüdischen Gemeinden beziehungsweise jüdische Familien in den folgenden Orten: Arheilgen,
Astheim, Bauschheim, Biebesheim, Bischofsheim,
Büttelborn,
Crumstadt, Dornheim,
Erfelden, Geinsheim, Ginsheim, Goddelau, Groß und Klein-Gerau,
Gräfenhausen, Griesheim, Königstädten, Leeheim, Mörfelden,
Nauheim, Raunheim,
Rüsselsheim, Stockstadt, Trebur,
Wallerstädten, Weiterstadt, Walldorf,
Wolfskehlen und Worfelden.
Zu ersten Friedhofsschändungen kam es im Frühjahr 1887 und im
Frühjahr 1909:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1887:
"Aus der Provinz Starkenburg, 12. Mai (1887). Ein Akt großer
Rohheit, welcher die religiöse Duldsamkeit in trübes Licht zu setzen
geeignet ist, wurde auf dem israelitischen Friedhofe zu Groß-Gerau
verübt. Es wurden nämlich eine Anzahl der schönsten Grabdenkmäler
umgeworfen und beschädigt. Es wäre sehr zu wünschen, dass man die
Täter, denn Einer kann diese Rohheit allein nicht verübt haben,
ausfindig machen und einer gerechten Bestrafung entgegenführen
könnte." |
| |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1909:
"Groß-Gerau, 2. April (1909). Hier haben nach dem 'Kreisblatt' ein
16jähriger Taglöhner und dessen Bruder auf dem israelitischen Friedhof
etwa 40 Grabdenkmäler umgeworfen und zum Teil beschädigt. Die Täter
sind zur Anzeige gebracht." |
| |
| Aufstellung des Ehrenmals
für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1931) |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1931: "Mainz.
In Groß-Gerau wurde das vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten
zum Andenken an 44 jüdische Gefallene errichtete Ehrenmal auf dem
Israelitischen Friedhof in Anwesenheit vieler Organisations- und
Behördenvertreter des Kreises und der Kreisstadt
eingeweiht." |
Der Friedhof wurde bis nach 1938 belegt. 1938 wurde er geschändet;
das Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen im Ersten Weltkrieg wurde zerstört.
Nach 1945 brachte die Stadt zwei Tafeln an, eine zur Erinnerung an die
jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die andere zum Andenken an die in
der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Einwohner der Stadt. Im November 1953 wurde das
Ehrenmal für NS-Opfer beschmiert; 1963 wurden 37 Grabsteine von Jugendlichen
umgeworfen. Die Friedhofsfläche umfasst 56,68 ar. Etwa 1.200 Gräber sind
vorhanden.
Lage: Der alte Friedhof lag im Bereich der heutigen
Darmstädter- und Berliner Straße. Der neue Friedhof liegt beim Freibad
an der Theodor-Heuss-Straße.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Groß Gerau auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, jüd., Groß-Gerau" |
Links:
Website der Stadt Groß-Gerau
Zur Seite über die Synagoge in Groß-Gerau
(interner Link)
Informationsseite
zum jüdischen Friedhof (von hier sind die beiden
Fotos) Weitere
Informationsseite
Förderverein
Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V.
Kelsterbach
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in
Kelsterbach wurde 1889/90 angelegt. Er wurde mit einer Mauer umgeben und am 5.
Juli 1894 durch den Frankfurter Rabbiner Markus Horovitz eingeweiht. Bereits 1935
wurde auf Veranlassung des damaligen Bürgermeisters Busch abgeräumt. Die Grabsteine wurden zertrümmert,
die Fläche eingeebnet und
mit Gras eingesät.
Link: Website der
Stadt Kelsterbach. Auf dem von dort zugänglich Stadtplan von www.stadtplan.net
ist der jüdische Teil nicht eingetragen, jedoch der allgemeine Friedhof
("Friedhofsweg" eingeben).
Zur Seite über die jüdische Geschichte /
Synagoge in Kelsterbach.
Literatur: Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn.
Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss
des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990. S.
373-374.
Rüsselsheim
Zur Geschichte des Friedhofes. Die Toten
der jüdischen Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in
Groß-Gerau beigesetzt. 1923 wurde
als separater Teil des Waldfriedhofes ein jüdischer Friedhof eingerichtet. Auf
ihm wurden in der Folgezeit sechs Beisetzungen vorgenommen. In der NS-Zeit wurde
der Friedhof geschändet. Das Grundstück wurde eingeebnet, die Grabsteine
abgeräumt und vergraben. Die Gräber wurden wiederbelegt.
1967 wurden fünf Grabsteine wieder entdeckt und am Rand des Friedhofes
aufgestellt. Zwei zusätzliche Gedenkstein sind vorhanden.
Die Einweihung des Friedhofes 1923
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1923. Rüsselsheim
am Main, 23. Juli (1923). Am 9. Ab, Sonntag, den 22. Juli 1923 wurde
die erste Beerdigung auf dem neuen Friedhof der hiesigen Israelitischen
Religionsgemeinde vollzogen. In Anwesenheit eines großen Publikums, Juden
und Nichtjuden, hielt Herr Rabbiner Dr. Levi - Mainz die Weiherede; dann
wurde der im 23. Lebensjahre, von einem französischen Zoll-Kontrollposten
erschossene Ludwig Linz, Sohn des Herrn Moses Linz, Rüsselsheim,
bestattet. Zahlreiche Vereine gaben diesem jungen Manne das letzte
Geleite. Der Erschossene war mit 17 Jahren als Kriegsfreiwilliger seinen
beiden älteren Brüdern ins Feld gefolgt und ist jetzt ein Opfer der
Zeitverhältnisse geworden, unter welchen das besetzte Gebiet
lebt." |
Lage: Der Friedhof ist ein Teil des Waldfriedhofes am Waldweg
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Rüsselsheim auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof am Waldweg" |
Link: Zur Seite über die Synagoge in
Rüsselsheim (interner Link)
Literatur: Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn.
Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss
des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990. S. 375.
|