Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Die jüdischen Friedhöfe im Stadtkreis Frankfurt am Main, 
dem Kreis (Stadt- und Landkreis) Offenbach am Main sowie im Kreis Groß-Gerau

Stadtkreis Frankfurt am Main (F)  Kreis Groß-Gerau (GG) 

Battonnstraße  

Rat-Beil-Straße (mit Religionsfriedhof)  

Eckenheimer Landstraße (Neuer Friedhof)  

Ffm - Bergen-Enkheim (alter Friedhof)  

Ffm - Bergen-Enkheim  
(neuer Friedhof)
  

Ffm - Bockenheim (Sophienstraße)

Ffm - Griesheim  

Ffm - Heddernheim  

Ffm - Niederursel/ Urselbachtal (alter Friedhof)  

Ffm - Niederursel( Urselbachtal (neuer Friedhof)  

Ffm - Rödelheim (alter Friedhof)  

Ffm - Rödelheim (neuer Friedhof) 
   

Groß-Gerau   

Kelsterbach      

Rüsselsheim        

  
     

Kreis Offenbach am Main (OF) 

 

Dreieich - Dreieichenhain   
Unterseite   

Dreieich - Sprendlingen  
Unterseite   

Egelsbach  
Unterseite 

Hainburg - Klein-Krotzenburg  
Unterseite 

Heusenstamm        
Unterseite   

Langen (Hessen)     
Unterseite  

Mühlheim am Main  
Unterseite  

Offenbach am Main      
Unterseite  

Offenbach am Main - Bürgel   
Unterseite  

Seligenstadt  
Unterseite   

 

  
  

Stadtkreis Frankfurt am Main (F)

Pressebericht vom Oktober 2010: Über die vermutlich ältesten jüdischen Grabsteine aus Frankfurt   
Bommersheim Grabstein 050.jpg (21093 Byte)Foto links von Hillebrecht: Diese Grabsteinfragmente gehören zu den Funden, die in Bommersheim entdeckt wurden.      
Artikel von Sophia Bernhardt in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 15. Oktober 2010 (Artikel): " 
Vom Friedhof gestohlen?   
Die jüdischen Grabsteine, die bei den archäologischen Ausgrabungen im Sommer 2007 gefunden wurden, stammen aus Frankfurt. Die Funde sind wichtiger als zunächst angenommen. 
Bommersheim/Frankfurt.
In die Bommersheimer Burg wurden jüdische Grabsteine als Fenster- und Türeinfassungen (Gewände) eingesetzt. Was heute pietätlos und makaber klingt, war in der damaligen Zeit kein Einzelfall. Das belegen Funde in Trier, Köln, Berlin und Würzburg. Galten Grabsteine im 14. Jahrhundert doch als materiell sehr wertvoll. Inzwischen steht fest, woher die in Bommersheim entdeckten Steine stammen. 'Bei den Funden in Bommersheim handelt es sich mit um die ältesten jüdischen Grabsteine aus Frankfurt', berichtet Heimatforscher Manfred Kopp. 
Zu diesem Ergebnis ist Dr. Andreas Lehnardt, Professor für Judaistik an der Gutenberg-Universität Mainz, gekommen. 'Das beweist, wie sehr Oberursel mit Frankfurt verbunden war', so Kopp. Die Funde wurden bei archäologischen Grabungen im Sommer 2007 entdeckt (TZ berichtete). 
Was mit den Grabsteinen geschehen soll, ist bis heute nicht geklärt. 'Es wäre sinnvoll, zwei typische Exemplare im Vortaunusmuseum als Zeugnis des Geschichtsprozesses auszustellen und die übrigen ins jüdische Museum nach Frankfurt zu geben', meint Kopp. Der Ort, an dem die Steine derzeit lagern, wird – aus Furcht vor Vandalismus – nicht bekanntgegeben. 
Prof. Lehnardt und Nathanja Hüttenmeister ('Die Fragmente mittelalterlicher jüdischer Grabsteine in Bommersheim', Trumah, Band 18, 2008) gehen davon aus, dass die Grabsteine, die in die Bommersheimer Burg eingebaut wurden, im Jahr 1349 vom Frankfurter Friedhof gestohlen und weiter verkauft wurden. In jenem Jahr wurde die jüdische Gemeinde in Frankfurt bei einem Pogrom vernichtet. Bei den Ausgrabungen der Bommersheimer Raubritterburg wurden insgesamt 75 Fragmente jüdischer Grabsteine aus rötlichem Sandstein gefunden. Auf 19 Teilen ist hebräische Schrift eingraviert. 'Sie weisen die typischen Schriftfelder mittelalterlicher jüdischer Epitaphien auf, wie man sie auf Friedhöfen in Mainz, Worms und Frankfurt finden kann', schreibt Nathanja Hüttenmeister in ihrem Aufsatz 'Baruch ben Kalonymos' in der Zeitschrift Kalonymos. 
Das jüngste Fragment. Fünf der Grabsteine datiert die Forschung in die Jahre 5050 bis 5070 – nach unserer Zeitrechnung zwischen 1289/90 bis 1310. Auch das jüngste Fragment des Grabsteins eines Knaben namens Kalon(ymos) ist, so die Experten für Judaistik, typisch für die Frankfurter Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Dort sind 40 Grabsteine aus den Jahren 1272 bis 1382 erhalten. Sie wurden 1952 bei Aufräumarbeiten am durch Bomben geschädigten Frankfurter Dom gefunden. Einige sind bis heute im Dom verbaut. In Sachen Material, Stil und Formulierung weisen sie große Übereinstimmungen mit den Steinen auf, die heute auf dem alten jüdischen Friedhof in Frankfurt (Battonnstraße) aufgestellt sind, so die Forscher. Die Forscher sind sich sicher, dass die in Bommersheim gefundenen Grabsteine alle in der Burg verbaut waren. Denn jüdisches Leben in Oberursel ist urkundlich erstmals 1636 erwähnt. Auch die jüdischen Friedhofe in der Umgebung sind erst nach 1636 entstanden. 
Die fränkische Burg in Bommersheim wurde bereits 1382 zerstört – eine Strafaktion, die von Frankfurt angeordnet wurde, weil die Burgbewohner Reisende und Händler auf den Reichsstraßen ausraubten. Bei der Schleifung fielen die rötlichen Sandsteine in die Burggräben. Dort wurden sie von Schlamm bedeckt. Deshalb sind sie nicht verwittert."
Info: Was die Inschriften erzählen. Obwohl nur Fragmente der jüdischen Grabsteine erhalten sind, konnten die Forscher die Textlücken rekonstruieren, indem sie andere jüdische Grabsteine aus dieser Zeit zum Vergleich heranzogen und es sich bei den Inschriften meist um formelhafte Sätze handelt. Ein Beispiel einer rekonstruierten Grabinschrift eines Steins, von dem nur noch ein Bruchstück der rechten Hälfte existiert: 'Dieses Zeichen wurde errichtet zu Häupten der Frau Sara, Tochter des Schlomo, verschieden'. Die Jahresangabe fehlt. Danach war dort sehr wahrscheinlich die gängige Formulierung 'Und ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens. Amen, Amen, Amen. Sela', zu lesen. Das Wort 'verschieden' deutet darauf hin, dass Sara eines natürlichen Todes gestorben ist. Das Wort 'verschieden' wird auf allen erhaltenen Frankfurter Grabsteinen bis 1400 für Personen verwendet, die nicht ermordet wurden. Der Grabstein hat die Maße 90 mal 37 mal 19 Zentimeter."  

 
Hinweis: Allgemeine Link zu den jüdischen Friedhöfen in Frankfurt:    

http://www.jewish-online.de/Friedhoefe.html 

http://www.jg-ffm.de/web/deutsch/juedische-friedhoefe/  (Website der jüdischen Gemeinde Frankfurt)    

      
    

Battonnstraße (auch: Battonstraße)

Zur Geschichte des Friedhofes: Beim jüdischen Friedhof Battonnstraße handelt es sich um den ältesten jüdischen Friedhof in Frankfurt und den nach Worms zweitältesten erhaltenen jüdischen Friedhof in Deutschland. 1333 wurde der zunächst außerhalb der Stadt angelegte Friedhof in die Stadtmauern eingeschlossen. 6.500 Grabsteine standen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem 11.850 qm umfassenden Areal. 1943 fiel der Friedhof weitgehend der nationalsozialistischen Zerstörungspolitik zum Opfer. Ein großer Teil der Steine wurde mit Maschinen auf dem Friedhof zerschlagen. Nach 1945 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder hergestellt. Entlang der Innenmauer wurden historisch oder künstlerisch besonders wertvolle Steine wieder aufgestellt. Einer der bekanntesten hier beerdigten Personen ist Mayer Amschel Rotschild.

Lage: Battonnstraße 2   

Fotos:
(©  Verlag Friedhof und Denkmal s.u.; www.1media.org; es sind Beispielfotos aus der Dokumentation zu diesem Friedhof )

Frankfurt Batton 102.jpg (123714 Byte) Frankfurt Batton 103.jpg (116569 Byte) Frankfurt Batton 101.jpg (102623 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
 
Frankfurt Batton 100.jpg (106231 Byte) Frankfurt Batton 104.jpg (94855 Byte) Frankfurt Batton 105.jpg (100743 Byte)
Einzelne Grabsteine

Link: 

Informationsseite der Stadt Frankfurt zum Friedhof Battonstraße: hier anklicken   

Frankfurt Batton 01.jpg (23781 Byte)Hinweis auf eine Dokumentation des jüdischen Friedhofes Battonstraße: 
(Erschienen und bestellbar im Verlag Friedhof + Denkmal, Inh. Norbert Heyeckhaus, D-65624 Altendiez, Berg Straße 17, 
Tel.: 06432-98240-0 - Fax.: 06432-84297 - E-MailInformationsseiten/Website)

Epigraphische Datenbank des Steinheim-Institutes in Duisburg zu den Inschriften des Friedhofes Battonstraße  

   

  
Rat-Beil-Straße (mit Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft)

Zur Geschichte des Friedhofes: Die jüdische Friedhof Rat-Beil-Straße ist von drei Seiten vom Hauptfriedhof eingeschlossen. Während 100 Jahren der Belegung des Friedhofs Rat-Beil-Straße wurden annähernd 40.000 Gräber geschaffen. Der klassizistische Torbau wurde nach Entwurf Friedrich Rumpfs gleichzeitig mit der Anlage des jüdischen Friedhofs 1828 errichtet. Die Friedhofsfläche umfasst 738,31 ar.
Innerhalb des Friedhofes liegt der Friedhof der orthodoxen "Israelitischen Religionsgesellschaft".

Ffm Rat-Beil P001.jpg (68166 Byte) Link: Lageplan des Friedhofes Rat-Beil-Straße mit integriertem Friedhof der "Israelitischen Religionsgesellschaft" (Quelle: Meier-Ude/Senger s.Lit. S. 56f); farbiger Plan: hier anklicken 

Lage:  Rat-Beil-Straße  

Fotos:
(©  Verlag Friedhof und Denkmal s.u.; www.1media.org; es sind Beispielfotos aus der Dokumentation zu diesem Friedhof; die hier verwendeten Fotos sind wesentlich verkleinert gegenüber den in der Dokumentation selbst!)

RatBeil 100.jpg (91298 Byte) RatBeil 103.jpg (67426 Byte) RatBeil 101.jpg (59270 Byte) RatBeil 102.jpg (67667 Byte)
Teilansicht Grabstein über dem Grab von Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882) Grabstein für Salomon Schiff

Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.: hier anklicken  
Seite mit Fotos der Gräber der Freiherren von Rothschild auf dem Friedhof: hier anklicken 
Weitere Fotoseite: hier anklicken  

Hinweis auf eine Dokumentation der beiden jüdischen Friedhöfe Rat-Beil-Straße: 
(Erschienen und bestellbar im Verlag Friedhof + Denkmal, Inh. Norbert Heyeckhaus, D-65624 Altendiez, Berg Straße 17, 
Tel.: 06432-98240-0 - Fax.: 06432-84297 - E-MailInformationsseiten/Website)

Frankfurt CD RB.jpg (13448 Byte) Frankfurt CD2.jpg (15933 Byte) Frankfurt CD5.jpg (16364 Byte)
Gesamtdokumentation des jüdischen Friedhofs an der Rat-Beil Strasse in Frankfurt am Main. Diese Arbeits-Ausgabe beinhaltet alle Grabsteine (über 5000) von Feld 1-4 (alter Teil des Friedhofs) . Die Teile 2-3 und 5 erscheinen bis März/April 2005. Teil 4 ist bereits erschienen. Eine fotografische Gesamtdokumentation vom Friedhof der "Israelitischen Religionsgemeinschaft" Ca. 2000 hochauflösende Fotos dokumentieren den gesamten Friedhof mit allen 2004 existierenden Grabmalen. Eine Auswahl mit über 400 Grabmalen des jüdischen Friedhofs an der Rat-Beil Straße, mit vielen bekannten Persönlichkeiten.

  
    

Eckenheimer Landstraße (Neuer Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Seit 1928 werden die Toten der jüdischen Gemeinde auf diesem Friedhof beigesetzt. Die Gesamtanlage erwarf Regierungsbaumeister Fritz Nathan. Bis 1985 wurden 7.000 Beisetzungen vorgenommen. Auf dem Friedhof finden sich u.a. die Gräber des 1. Vorsitzenden der Israelitischen Gemeinde Dr. Julius Blau (1861-1939) und des Religionsphilosophen Franz Rosenzweig (1886-1929). Über dem Hauptportal steht der hebräische Spruch: "Wandeln werd ich vor dem Antlitz des Ewigen in den Gefilden des Lebens". Die Friedhofsfläche umfasst 54.532 qm.

Lage: Eckenheimer Landstraße 238   
   
   

Frankfurt - Bergen-Enkheim (alter Friedhof)

Bergen Enkheim Friedhof 050.jpg (37007 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Die Bergener Juden wurden nach 1497 in Windecken beigesetzt. Vermutlich zwischen 1660 und 1717 konnte ein eigener Friedhof in Bergen angelegt werden. Dieser alte jüdische Friedhof in Bergen wurde bis 1924 belegt. Bis 1840 wurden auf ihm auch die Toten der jüdischen Gemeinde in Bad Vilbel beigesetzt. Die Friedhofsgröße beträgt 17,31 ar.
(Foto von H. Hummel aus der Ausstellung der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim: hier anklicken)

Lage: 
Innerhalb des Wohngebietes an der Straße "Am weißen Turm" (hinter Wohnblock 2-16); das Eingangstor ist über den Ludwig Klemann-Weg zu erreichen  

Link:
Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.: hier anklicken  
Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim: Ausstellung zur jüdischen Geschichte von Bergen-Enkheim 
Foto 1 des Friedhofes  Foto 2  Foto 3  Foto 4  

    
  

Frankfurt - Bergen-Enkheim (neuer Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der neue jüdische Friedhof in Bergen wurden von 1925 bis 1933 belegt. Es sind nur etwa zehn Grabsteine vorhanden. Die Friedhofsgröße beträgt 1,80 ar.

Lage: Vilbeler Landstraße, Am Galgen (Wohnplatz)      
Link:
 Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.: hier anklicken  
Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim: Ausstellung zur jüdischen Geschichte von Bergen-Enkheim  
Foto des Friedhofes

  
  
  

Frankfurt - Bockenheim (Sophienstraße)

Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde Bockenheim wurden bis 1714 in Windecken beigesetzt. Danach konnte ein eigener Friedhof in Bockenheim angelegt werden. Der Friedhof ist von einer hohen Mauer umgeben und von außen nicht einsehbar. Es sind etwa 300 Steine erhalten. Die Friedhofsfläche beträgt 16,41 ar. 
 
Aus der Geschichte des Friedhofes - 
Über die Schändung des Friedhofes im Herbst 1927        

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 14. Oktober 1927: 
"Die Frankfurter Friedhofsschändung. Frankfurt am Main (J.T.A.). Der Polizeibericht meldet: 'Ende vergangener Woche wurde von unbekannten Tätern der alte israelitische Friedhof in der Sophienstraße in gemeiner Weise geschändet und Unfug darauf verübt. Es wurden Grabsteine umgeworfen, demoliert und zerschlagen. Blumen wurden aus den Grabanlagen gerissen und auf Grabsteine Aufschriften wie Judas Ischariot geschrieben und Hakenkreuze gemalt. Weiter wurden die Wege verunreinigt. Die Ermittlungen nach den Tätern sind im Gange und haben bereits zur Entdeckung der Spuren geführt. Personen, die in der Angelegenheit Mitteilungen machen können, werden ersucht, diese bei der Kriminalpolizei anzuzeigen.' 
   
Bockenheim Israelit 03111927.jpg (71476 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1927: "Schulkinder als Friedhofsschänder. Wie schon mitgeteilt, wurde in Bockenheim auf dem alten jüdischen Friedhof eine große Reihe von Grabsteinen umgeworfen und der übrige Teil mit Hakenkreuzen und Inschriften bemalt. Der politischen Polizei ist es gelungen, die Täter festzustellen. Es handelt sich um eine ganze Reihe von noch schulpflichtigen Volksschülern, Mittelschülern und Gymnasiasten, die teilweise noch sehr jugendlich und noch nicht strafmündig, teilweise aber auch gewusst haben, was sie taten. Sie bestreiten die Schandtaten auf dem Friedhof nicht, betonen aber, dass sie aus eigener Initiative gehandelt und nicht irgendwelchen Anweisungen gefolgt wären."    
  
Bockenheim GemBl Frankfurt 111927.jpg (56360 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom November 1927: "Friedhof in Bockenheim. Die in der Tagespresse gemeldeten Beschädigungen haben sich erfreulicherweise als weniger umfangreich herausgestellt, als es ursprünglich den Anschein hatte. Es scheint sich zum Teil um Streiche von Jungen, die den Friedhof als Spielplatz benutzten, zum anderen Teil freilich um ernster zu nehmende Untaten verhetzter Schuljungen zu handeln. Schon jetzt sind die Täter im wesentlichen namhaft gemacht, und der weitere Gang der Ermittlungen bleibt abzuwarten. Der Gemeindevorstand hat Veranlassung genommen, die nötigen Maßnahmen für eine bessere Sicherung und Bewachung des Friedhofes in die Wege zu leiten."
 
Bockenheim GblIsrFf Dez1927 103.jpg (41922 Byte)Artikel im Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt vom Dezember 1927 S. 103: "Aus dem Sitzungsprotokoll des Gemeindevorstandes vom 31. Oktober 1927:...Über die Beschädigungen auf dem Bockenheimer Friedhof wird eingehend berichtet..."

Lage: Sophienstraße, rechts vor der alten Liebigschule        
Link:
Epigraphische Datenbank des Steinheim-Institutes in Duisburg zum Friedhof Sophienstraße  
Literatur: Lisberth Ehlers und Helga Kröhn: Die vergessenen Nachbarn. Juden in Bockenheim. Hrsg. vom Jüdischen Museum Frankfurt. 1990. 
     
     

Frankfurt - Griesheim

Zur Geschichte der Friedhöfe: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Frankfurt oder in Rödelheim beigesetzt. Die jüdische Gemeinde Griesheim erhielt 1780 die Genehmigung, eine Begräbnisstätte in der Nähe des Mains anzulegen (alter Friedhof). 1870 wurde dieses Gebiet von der "Chemischen Fabrik Griesheim" (später: IG Farben AG) aufgekauft und gegen den entschiedenen Protest der Griesheimer Juden in ein Fabrikgelände umgewandelt. 1897 wurde der Friedhof geräumt und die sterblichen Überreste von etwa 40 Toten auf ein Gräberfeld am Rande des neuen christlichen Friedhofes an der Waldschulstrasse umgebettet (neuer Friedhof). Dieses Feld kann man heute noch betrachten. Nur eine weitere Beisetzung fand noch statt, als am 3. Februar 1939 die Urne mit der Asche von Dr. Karl Hirsch (umgekommen in Buchenwald) hier beigesetzt wurde. 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Griesheim    

Griesheim FFM Israelit 27121897.jpg (316062 Byte)Der Beitrag aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1897 ist noch nicht ausgeschrieben. Bei Interesse (und vorhandenen Hebräisch-Kenntnissen) bitte anklicken. 
Griesheim FFM Israelit 27121897b.jpg (377003 Byte) 

Lage: Zugang von der Heinrich-Hardt-Straße; zwischen allgemeinem und jüdischem Friedhof ist eine Mauer. 
Link:
Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.: hier anklicken  
Foto des Friedhofes (Gedenktafel)  

    
  

Frankfurt - Heddernheim

Zur Geschichte der Friedhöfe: In Heddernheim wurde bereits 1376 ein jüdischer Friedhof angelegt, der sich auf dem Grundstück Nr. 9 der heutigen Straße Alt-Heddernheim befand. Bereits nach den Auflagen in der Heddernheimer Judenordnung von 1771 sollte der jüdische Friedhof nach außerhalb des Ortes verlegt werden. Die jüdische Gemeinde hielt jedoch an ihrem alten Friedhof fest. 1802 war er voll belegt. Vermutlich auf Grund einer partiellen Aufschüttung des Erdreiches konnten bis 1827 Beigesetzungen durchgeführt werden. Danach wurden die Toten vorübergehend in Rödelheim und Niederursel beigesetzt.  An der Straße nach Praunheim konnte ein neuer Friedhof angelegt werden, auf dem von 1840 an Beisetzungen vorgenommen wurden. 1843 musste die Gemeinde das alte Friedhofsgrundstück verkaufen; ein Teil der Gebeine wurden in diesem Jahr vom alten und neuen Friedhof überführt und in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Ein Gedenkstein erinnert an diese Überführung. Da auf dem Friedhofsgelände ein neues Haus gebaut wurde, sind möglicherweise nur die Gebeine überführt worden, die an der Stelle des neuen Gebäudes beigesetzt waren, da 1933 und 1937 bei weiteren Bauvorhaben auf dem Grundstück Gebeine befunden wurden. Die Grabsteine des alten Friedhofes wurden zum neuen Friedhof gebracht, wo sie an die Begrenzungsmauer angelehnt wurden. Der neue Friedhof wurde bis 1937 belegt (letzte Beisetzung Sessi Salomon geb. Hammel). 1942 kam das Grundstück in den Besitz der Stadt. Durch Bombeneinwirkung gab es erhebliche Schäden an der Friedhofsmauer und an Grabsteinen. Eine Instandsetzung des Friedhofes wurde in den 1960er-Jahren vorgenommen. Zu Schändungen des Friedhofes kam es u.a. im April 1962 und im Mai 1985. 

Lage: neuer Friedhof an der Straße "In der Römerstadt", nördliche Straßenseite nahe der Durchbruchstelle der Rosa-Luxemburg-Straße. 

Link: Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.       Zur Seite über die Synagoge in Heddernheim (interner Link, dort auch Literaturangaben)    
Foto 1 des Friedhofes   Foto 2   
Epigraphische Datenbank des Steinheim-Institutes in Duisburg zum Friedhof in Hedernheim   

     
   

Frankfurt - Niederursel/ Urselbachtal (alter Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Niederursel entstandene jüdische Gemeinde konnte 1720 ein Feldstück zur Anlage eines Begräbnisplatzes kaufen. Die Fläche des Friedhofes ist heute mit einer Tafel gekennzeichnet, die auf das Bestehen eines jüdischen Friedhofes an diesem Ort hinweist. Die Friedhofsfläche umfasst 10,84 ar. 

Lage: Oberurseler Weg   
Link: 
Informationsseite der Stadt Frankfurt a.M.: hier anklicken 
Foto des Friedhofes 

    
  

Frankfurt - Niederursel/ Urselbachtal (neuer Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Die Fläche des Friedhofes ist mit einer Tafel gekennzeichnet, die auf das Bestehen eines jüdischen Friedhofes an diesem Ort hinweist. Auf dem Friedhof wurden nach 1876 auch die Torarollen der damals nicht mehr bestehenden jüdischen Gemeinde Niederursel beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst 8,18 ar.
 
Über eine Friedhofschändung 1932

Niederursel Israelit 17031932.jpg (51432 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1932: "Friedhofschändung im Taunus. Vermutlich in der Nacht zum vergangenen Sonntag wurden auf dem jüdischen Friedhof Niederursel (im Taunus zwischen Weißkirchen und dem Ort Niederursel) vier Grabsteine gewaltsam aus dem Boden gerissen und umgelegt. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Frankfurt am Main hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Das Frankfurter Polizeipräsidium hat die Ermittlungen sofort aufgenommen." 

Lage:  Oberurseler Weg / An der Autobahn
  

     

Frankfurt - Rödelheim (alter Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Die ältesten noch sichtbaren Grabsteine datieren von 1740. Da der Friedhof in der NS-Zeit angeräumt wurde, sind nur noch etwa 20 Grabsteine erhalten. Ein Gedenkstein erinnert an den Gelehrten und Verleher Wolf Heidenheim (gest. 1832). Die Friedhofsfläche beträgt 27,24 ar.

Lage: An der Straße "Seegewann" bzw. "Zehntmarkweg".      Link zu den Google-Maps  
   
    

Frankfurt - Rödelheim (neuer Friedhof)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde noch im 19. Jahrhundert angelegt, jedoch in der NS-Zeit abgeräumt. Nur zwei Erinnerungssteine mit der gleichlautenden Inschrift "Jüdischer Friedhof der ehemaligen Gemeinde Rödelheim" zeigen an, dass sich hier ein Friedhof befand. Die Friedhofsfläche beträgt 14,93 ar.

Lage: An der Westerbachstraße innerhalb des allgemeinen Friedhofes.    Link zu den Google-Maps  

Literatur zu den Friedhöfen in Frankfurt:

Ffm Friedhof Buch 005.jpg (57816 Byte) Ffm Friedhof Buch 006.jpg (26802 Byte)

Klaus Meier-Ude / Valentin Senger: Die jüdischen Friedhöfe in Frankfurt. 1985.

Michael Brocke: Der alte jüdische Friedhof zu Frankfurt am Main. Hg. von der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden. 1996.

  

Kreis Offenbach am Main (OF)  

Dreieich - Dreieichenhain

Dreieichenhain Friedhof 174.jpg (128646 Byte) Zum Friedhof in Dreieichenhain besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  
     
    

Dreieich - Sprendlingen

Sprendlingen Friedhof 189.jpg (121586 Byte) Zum Friedhof in Sprendlingen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
        
      

Egelsbach

Egelsbach Friedhof 181.jpg (113669 Byte) Zum Friedhof in Egelsbach besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

  
      

Hainburg am Main - Klein-Krotzenburg

Klein-Krotzenburg Friedhof 152.jpg (122879 Byte) Zum Friedhof in Klein-Krotzenburg besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
        
    

Heusenstamm  

Heusenstamm Friedhof 182.jpg (133262 Byte) Zum Friedhof in Heusenstamm besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
    
       
     

Langen/Hessen

Langen Friedhof 180.jpg (112856 Byte) Zum Friedhof in Langen (Hessen) besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

     
          

Mühlheim am Main

Langen Friedhof 180.jpg (112856 Byte) Zum Friedhof in Mühlheim am Main besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
     
     

Offenbach am Main

Offenbach Friedhof a191.jpg (93459 Byte) Zu den Friedhöfen in Offenbach am Main besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
          
     

Offenbach am Main - Bürgel 

Buergel Friedhof 179.jpg (136685 Byte) Zum Friedhof in Bürgel besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken
   
     

Seligenstadt

Seligenstadt Friedhof 160.jpg (109003 Byte) Zum Friedhof in Seligenstadt besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken


     

   

Landkreis Groß-Gerau (GG)

Groß-Gerau

Gross Gerau Friedhof 050.jpg (25394 Byte)Zur Geschichte der Friedhöfe: Bereits in mittelalterlichen Zeiten (um 1300) gab es bei Groß Gerau einen jüdischen Friedhof. Er lag im Bereich entlang der Berliner Straße zwischen dem Grünen Weg und der Hermann-Löns-Straße.

Ein alter jüdischer Friedhof bestand seit 1632. Er wurde 30 Ellen vor dem Burggraben, an der Galgenpforte angelegt. Dieser Friedhof wurde 1648, 1659 und 1703 erweitert. Der Friedhof wurde 1892 geschlossen. Im November 1936 befahlt die Stadtverwaltung der jüdischen Gemeinde, die Gebeine der Verstorbenen auszugraben und in einem Massengrab auf dem Neuen jüdischen Friedhof wieder beizusetzen. Eine Gedenktafel erinnert heute an die erzwungene Umbettung.

Ein neuer jüdischer Friedhof wurde 1841 eröffnet. Der jüdische Friedhof wurde von zahlreichen jüdischen Gemeinden in der Umgebung belegt. Laut den Friedhofsstatuten von 1890/92 gehörten dem Friedhofsverband an die jüdischen Gemeinden beziehungsweise jüdische Familien in den folgenden Orten: Arheilgen, Astheim, Bauschheim, Biebesheim, Bischofsheim, Büttelborn, Crumstadt, Dornheim, Erfelden, Geinsheim, Ginsheim, Goddelau, Groß und Klein-Gerau, Gräfenhausen, Griesheim, Königstädten, Leeheim, Mörfelden, Nauheim, Raunheim, Rüsselsheim, Stockstadt, Trebur, Wallerstädten, Weiterstadt, Walldorf, Wolfskehlen und Worfelden
   
Zu ersten Friedhofsschändungen kam es im Frühjahr 1887 und im Frühjahr 1909

Grossgerau Israelit 23051887fn.jpg (63358 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1887: "Aus der Provinz Starkenburg, 12. Mai (1887). Ein Akt großer Rohheit, welcher die religiöse Duldsamkeit in trübes Licht zu setzen geeignet ist, wurde auf dem israelitischen Friedhofe zu Groß-Gerau verübt. Es wurden nämlich eine Anzahl der schönsten Grabdenkmäler umgeworfen und beschädigt. Es wäre sehr zu wünschen, dass man die Täter, denn Einer kann diese Rohheit allein nicht verübt haben, ausfindig machen und einer gerechten Bestrafung entgegenführen könnte."
 
Grossgerau Israelit 15041909f.jpg (26079 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1909: "Groß-Gerau, 2. April (1909). Hier haben nach dem 'Kreisblatt' ein 16jähriger Taglöhner und dessen Bruder auf dem israelitischen Friedhof etwa 40 Grabdenkmäler umgeworfen und zum Teil beschädigt. Die Täter sind zur Anzeige gebracht." 
  
Aufstellung des Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1931)
Gross Gerau Israelit 17121931.jpg (39800 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1931: "Mainz. In Groß-Gerau wurde das vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zum Andenken an 44 jüdische Gefallene errichtete Ehrenmal auf dem Israelitischen Friedhof in Anwesenheit vieler Organisations- und Behördenvertreter des Kreises und der Kreisstadt eingeweiht."   

Der Friedhof wurde bis nach 1938 belegt. 1938 wurde er geschändet; das Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen im Ersten Weltkrieg wurde zerstört. Nach 1945 brachte die Stadt zwei Tafeln an, eine zur Erinnerung an die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die andere zum Andenken an die in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Einwohner der Stadt. Im November 1953 wurde das Ehrenmal für NS-Opfer beschmiert; 1963 wurden 37 Grabsteine von Jugendlichen umgeworfen. Die Friedhofsfläche umfasst 56,68 ar. Etwa 1.200 Gräber sind vorhanden. 

Lage: Der alte Friedhof lag im Bereich der heutigen Darmstädter- und Berliner Straße. Der neue Friedhof liegt beim Freibad an der Theodor-Heuss-Straße.

Lage des jüdischen Friedhofes in Groß Gerau auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd., Groß-Gerau"

Links: Website der Stadt Groß-Gerau      
Zur Seite über die Synagoge in Groß-Gerau (interner Link)  
Informationsseite zum jüdischen Friedhof (von hier sind die beiden Fotos Weitere Informationsseite  
 
Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V.



   

   

    

Kelsterbach

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Kelsterbach wurde 1889/90 angelegt. Er wurde mit einer Mauer umgeben und am 5. Juli 1894 durch den Frankfurter Rabbiner Markus Horovitz eingeweiht. Bereits 1935 wurde auf Veranlassung des damaligen Bürgermeisters Busch abgeräumt. Die Grabsteine wurden zertrümmert, die Fläche eingeebnet und mit Gras eingesät. 
  

Link: Website der Stadt Kelsterbach. Auf dem von dort zugänglich Stadtplan von www.stadtplan.net ist der jüdische Teil nicht eingetragen, jedoch der allgemeine Friedhof ("Friedhofsweg" eingeben). 
Zur Seite über die jüdische Geschichte / Synagoge in Kelsterbach.   
Literatur: Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn. Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990. S. 373-374.  

   
  

Rüsselsheim 

Zur Geschichte des Friedhofes. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Groß-Gerau beigesetzt. 1923 wurde als separater Teil des Waldfriedhofes ein jüdischer Friedhof eingerichtet. Auf ihm wurden in der Folgezeit sechs Beisetzungen vorgenommen. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. Das Grundstück wurde eingeebnet, die Grabsteine abgeräumt und vergraben. Die Gräber wurden wiederbelegt. 
  
1967 wurden fünf Grabsteine wieder entdeckt und am Rand des Friedhofes aufgestellt. Zwei zusätzliche Gedenkstein sind vorhanden. 
 
Die Einweihung des Friedhofes 1923  

Ruesselsheim Israelit 26071923.jpg (74216 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1923. Rüsselsheim am Main, 23. Juli (1923). Am 9. Ab, Sonntag, den 22. Juli 1923 wurde die erste Beerdigung auf dem neuen Friedhof der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde vollzogen. In Anwesenheit eines großen Publikums, Juden und Nichtjuden, hielt Herr Rabbiner Dr. Levi - Mainz die Weiherede; dann wurde der im 23. Lebensjahre, von einem französischen Zoll-Kontrollposten erschossene Ludwig Linz, Sohn des Herrn Moses Linz, Rüsselsheim, bestattet. Zahlreiche Vereine gaben diesem jungen Manne das letzte Geleite. Der Erschossene war mit 17 Jahren als Kriegsfreiwilliger seinen beiden älteren Brüdern ins Feld gefolgt und ist jetzt ein Opfer der Zeitverhältnisse geworden, unter welchen das besetzte Gebiet lebt."  

      
Lage: Der Friedhof ist ein Teil des Waldfriedhofes am Waldweg  

Lage des jüdischen Friedhofes in Rüsselsheim auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof am Waldweg"


Link: Zur Seite über die Synagoge in Rüsselsheim (interner Link)  
Literatur: Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn. Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990. S. 375.  

 

 

 

 

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Stand: 31. Januar 2012