Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über "Jüdische Friedhöfe in der Region" 
Zur Übersicht über die Friedhöfe im Elsass 
     

Cronenbourg / Strasbourg (Kronenburg) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Cimetière juif / Jüdischer Friedhof 
sowie Friedhof der Adath Jisrael 

  
Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe  
    
   
Der Zentralfriedhof in Cronenbourg  
 
Der jüdische Friedhof in Cronenbourg ist bis zur Gegenwart der zentrale Friedhof der israelitischen Gemeinde von Strasbourg. Nachdem der 1801 angelegte Friedhof in Koenigshoffen Anfang des 20. Jahrhunderts mit etwa 4.000 Gräbern voll belegt war, konnten in Cronenbourg Grundstücke zur Anlage eines neuen Friedhofes erworben werden.  
  
Plan der Anlage des Friedhofes (1907)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Februar 1907: "Straßburg im Elsass. Durch landesherrliche Verordnung ist die Anlegung eines israelitischen Friedhofes im Banne der Stadt Straßburg, Untergemarkung Königshofen - Kronenburg, neben dem Hauptfriedhof, als im öffentlichen Nutzen liegend, für dringend erklärt worden".          

  
Im Oktober 1910 wurde der neue Friedhof eingeweiht. Über die Einweihung des Friedhofes liegen zwei Berichte vor: 

Kronenburg AZJ 21101910.jpg (72445 Byte)Die "Allgemeine Zeitung des Judentums" berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. Oktober 1910: "Straßburg u.E., 14. Oktober. Die hiesige jüdische Gemeinde hat ihren neuen Friedhof in Kronenburg eingeweiht. Oberrabbiner Ury hielt die Weiherede, in der er auf die Geschichte des Friedhofes zu sprechen kam. Nach ihm richtete Rabbiner Dr. Marx nochmals ernste Worte an die zahlreiche versammelte Zuhörerschaft, wie sie der feierlichen Stätte des Todes angemessen sind. Die Anlagen sind sehr geräumig. Es ist Raum für 3.200 Erwachsene und 300 Kinder. Der eingezäunte Teil umfasst bloß die Hälfte des ganzen Komplexes und wird ungefähr 30 bis 40 Jahre ausreichen. Die Eingangshalle ist sehr praktisch und einfach gehalten. In den Seitenhalle befinden sich die Leichenhalle, die Leichenwaschhalle. Ebenso ist die große Halle geräumig genug, um 400 Personen aufzunehmen. Es ist eine Wohnung für den Friedhofverwalter vorhanden. Die gesamte würdige Anlage, ein Muster wahrer Friedhofeskunst macht den Erbauern, den Architekten Wolf und Falk, alle Ehre." 
   
Kronenburg FrfIsrFambl 14101910.jpg (54721 Byte)Bericht im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Oktober 1910: "Straßburg. An 250 Personen hatten sich zur Einweihung des neuen Friedhofs, der sich in der Kronenburger Gemarkung befindet, eingefunden. Es sprachen Oberrabbiner Dr. Ury und Rabbiner Dr. Marx. Nach dem Einweihungsakt fand eine Besichtigung statt. Eine Neuerung ist die Einrichtung, dass als Ersatz für die Leichenwärter den aufgebahrten Leichen Ringe an die Finger gesteckt werden, die mit einer Klingelanlage in Verbindung gesetzt sind, sodass bei der geringsten Bewegung etwaiger Scheintoter sofort der Wächter alarmiert wird. Eine Neuerung ist auch die aus Marmor gefertigte, auf Kurbeln drehbare Waschbahre."

Mit der Belegung dieses neuen Friedhofes wurde 1911 begonnen.  
  
Am 12. April 2002 wurde der Friedhof geschändet, wobei zahlreiche Grabsteine mit Hakenkreuzen besprüht wurden.   
  
 
Der Friedhof der Gemeinde Adath Israel  
 
Bereits im 19. Jahrhundert wurde ein Friedhof der orthodox-jüdischen Gemeinde Adath Israel an der heutigen Rue Jean-Pierre Clause angelegt. 
   

Lage der Friedhöfe      
 
-  Cronenbourg, 3 route d'Oberhausbergen   
-  Cronenbourg, 5 rue Jean-Pierre Clause (Friedhof der Adath Israel)  
   
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    

Größere Kartenansicht      

    
  
Fotos 

Der jüdische Zentralfriedhof in Cronenbourg im Frühjahr 2004 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 28.5.2004)  
 
Cronenbourg Cimetiere 122.jpg (43226 Byte) Cronenbourg Cimetiere 121.jpg (45530 Byte) Cronenbourg Cimetiere 120.jpg (64946 Byte)
Die Gebäude am Eingang
 zum Friedhof
Unweit des Eingangs die Gedenkstätte für die in der NS-Zeit ermordeten 
Straßburger Juden
   
Cronenbourg Cimetiere 118.jpg (79693 Byte) Cronenbourg Cimetiere 109.jpg (80460 Byte) Cronenbourg Cimetiere 119.jpg (83720 Byte)
Grab- und Gedenkstein für 
umgekommene KZ-Häftlinge aus 
dem KZ Natzweiler-Struthof
Schlichte Grabsteinplatten für 
Personen, die 1943/45 hier 
beigesetzt wurden
Gedenkinschrift auf einem Grabstein
 für ermordete Familienmitglieder
  
      
Cronenbourg Cimetiere 114.jpg (68950 Byte) Cronenbourg Cimetiere 102.jpg (73934 Byte) Cronenbourg Cimetiere 108.jpg (70967 Byte)
Auffallend große Grabanlage für 
Angehörige der Familie Blum 
Im älteren Teil des Friedhofes. Vorne 
ein Sarkophag-Grabstein; im Hintergrund
 die Eingangsgebäude des Friedhofes
 (Trauerhalle)
"Gott hat gegeben, Gott hat 
genommen, der Name Gottes sei 
gepriesen in Ewigkeit" 
    
     
Cronenbourg Cimetiere 117.jpg (72898 Byte) Cronenbourg Cimetiere 112.jpg (65892 Byte) Cronenbourg Cimetiere 113.jpg (76509 Byte)
Grabstein für Abraham Bloch aus Rheinbischofsheim (1850-1921)  Grabstein für Henry Levy (1831-1937),
 Vice President du Consistoire Israelite 
du Bas-Rhin 
Eine der deutschen Grabinschriften: für 
Karl Heymann, gest. 1912: "Wenn Liebe
 könnte Wunder tun, und Tränen Tote 
wecken, so würde dich gewiss nicht hier 
die kühle Erde decken"
   
     
Cronenbourg Cimetiere 104.jpg (68805 Byte) Cronenbourg Cimetiere 103.jpg (71264 Byte) Cronenbourg Cimetiere 115.jpg (68868 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
  
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Teilansicht im 
neuen Teil
Selten auf jüdischen Friedhöfen: 
Portrait auf Grabstein
Moderner Grabstein mit 
Getreidehalmen und Davidstern
     
Cronenbourg Cimetiere 111.jpg (63271 Byte) Cronenbourg Cimetiere 116.jpg (83533 Byte) Cronenbourg Cimetiere 101.jpg (77022 Byte)
Künstlerisch modern gestalteter Grabstein  Neue Grabsteine mit "segnenden Händen" der Kohanim
   
Cronenbourg Cimetiere 110.jpg (66625 Byte) Cronenbourg Cimetiere 106.jpg (73323 Byte)  
Neuestes Gräberfeld Neuere Gräber (2003/04)   

   
   

Links und Literatur

Links:  

Französische Informationsseite zum Friedhof Cronenbourg  

Literatur:  

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 12. Mai 2012