Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

 
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg  
    
      

Calw (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur Geschichte jüdischer Einwohner  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Einwohner   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte jüdischer Einwohner 

In Calw lebten im Mittelalter einzelne jüdische Personen, ohne dass es zur Bildung einer jüdischen Gemeinde kam. 1281 bis 1284 werden Calwer Juden als Gläubiger des Klosters Hirsau genannt. 1434 bis 1438 wird Jud Kalmann von Calw genannt.    
     
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen sich wenige jüdische Personen / Familien wieder in Calw nieder. Ihre Zahl blieb gering: 1871 vier jüdische Einwohner, 1895 drei, 1900 drei, 1905 elf, 1910 zehn, 1925 12 jüdische Einwohner.   
   
Bis nach 1933 bestanden an Gewerbebetrieben in jüdischem Besitz: das Manufakturwarengeschäft Otto Michelson (Marktplatz 24), der Gasthof zur "Linde", Inh. Georg, später Rosa Creuzberger (Lange Steige 2) und die Viehhandlungen Max und Rubin Löwengart aus Rexingen (Burgsteige 6). 
 
1933 wurden noch sechs jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. Das Ehepaar Otto und Setty Michelson verzog, nachdem es sein Manufakturwarengeschäft aufgeben musste, 1939 nach Pforzheim. Von dort wurden beide am 22. Oktober 1940 - bei der Deportation der badischen und pfälzischen Juden - in das Lager Gurs nach Südfrankreich verschleppt. Otto Michelson starb am 7. Dezember 1941 in eienm in Aix-en-Provence errichteten Lager. Setty Michelson wurde im August 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. In Auschwitz ist auch Helmar Spier umgekommen, der nach Berlin verzogen war. Gleichfalls in Auschwitz ist Rosa Creuzberger umgekommen. Sie wurde im September 1943 nach dem Tod ihres nichtjüdischen Ehemannes deportiert.    

  
Spuren der Verfolgungszeit 1933 bis 1945. In Calw bestand von Januar bis April 1945 ein Außenkommando des Konzentrationslagers Natzweiler/Elsass, in dem 199 jüdische Frauen (die jüngsten waren 13 Jahre alt), die aus anderen Lagern überstellt wurden, zur Zwangsarbeit der der Fa. LUFAG eingesetzt waren (Flugzeugbau). Die Frauen kamen in Calw bereits unterernährt an und wurden bei strenger Kälte - ohne Winterkleidung - auf dem Dachboden des LUFAG-Gebäudes untergebracht. Mindestens eine Frau verstarb an Typhus. Das Fabrikgelände war mit Stacheldraht umgeben und wurde von SS-Männern und -Frauen überwacht. Ende März oder Anfang April wurde das Lager vor den heranrückenden französischen Truppen geräumt. Eine Gruppe kranker Frauen wurde mit Lastwagen in das KZ-Außenkommando in Geislingen verbracht, andere wurden zu Fuß in Richtung Dachau losgeschickt. Das Gebäude der Fa. LUFAG, in dem die Frauen lebten und arbeiteten, blieb nach 1945 erhalten (später Hauptgebäude der Fa. Bauknecht, In der Eiselstätte 7).   
   
    
  

Berichte aus der Geschichte jüdischer Einwohner   
 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
 
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Geschwister Kleemann (1924)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1924: "Detail-Reisender
Wir suchen per sofort einen tüchtigen Herrn für gut eingeführte Tour. Derselbe muss die Manufakturbranche gut verstehen. 
Geschwister Kleemann, Calw (Württemberg)."    

             

         

Fotos 

Fotos zur jüdischen Geschichte in Calw sind noch nicht vorhanden.  
     

   
   
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Calw  mit Seite zum KZ-Außenkommando Calw  

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 146-147. 
Ludwig Müller: Aus fünf Jahrhunderten. In: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. 26. 1899 S. 166.
Heimatgeschichtliche Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Baden-Württemberg I. Regierungsbezirke Karlsruhe und Stuttgart. 1991. S. 11-14. 
Josef Seubert: Von Auschwitz nach Calw. Jüdische Frauen im Dienst der totalen Kriegsführung. Edition Isele. Eggingen 1989.
Erinnerungen von Elisabeth Isaac. In: Untergang und Neubeginn. Jüdische Gemeinden nach 1945 in Südwestdeutschland. Hrsg. vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Heidelberg 2009 S. 131-138.

        

n.e.

  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge    

           

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 03. Februar 2012