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Büdesheim (Gemeinde
Schöneck, Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Büdesheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./18.
Jahrhunderts zurück, als erstmals jüdische Einwohner am Ort genannt werden.
Seit etwa 1720 lebten kontinuierlich jüdische Personen/Familien am Ort.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1809 14 jüdische Familien, 1828 32 jüdische Einwohner, 1861 76
(3,5 % von insgesamt 2.182 Einwohnern), 1880 67 (2,7 % von 2.246), 1900 67, 1910
64 (5,3 % von 1.204). Die jüdischen Haushaltsvorstände verdienten den Lebensunterhalt
als Textil- und Viehhändler, als Metzger oder als Gemischtwaren-, Frucht-,
Getreide und Holzwarenhändler.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule, ein rituelles Bad (im jüdischen Gemeindehaus neben der
Synagoge) sowie einen Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein
Religionslehrer angestellt, der zugleich als Kantor und Schochet tätig war
(siehe Ausschreibungen der Stelle von 1877 und 1908 unten). Die jüdische
Gemeinde gehörte zum orthodoxen Provinzialrabbinat in Gießen.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Karl Bermann
(Bergmann?, geb. 18.4.1882 in Zell, gef. 30.9.1915), Friedrich
Markus Kahn (geb. 24.9.1888 in Büdesheim, gef. 31.8.1916) und Fritz Strauß
(geb. 4.3.1898 in Büdesheim, gef. 4.4.1918).
Um 1924, als der jüdischen Gemeinde 58 Personen angehörten (4,6 % von
insgesamt etwa 1.250 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Adolf
Simon, Abraham J. Jacob und Simon Strauß. Den Religionsunterricht der
damals vier schulpflichtigen jüdischen Kindern in Büdesheim erteilte Lehrer
Sally Stern aus Hochstadt. 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Max Strauß I,
Joseph Floyheimer (Flörsheimer?) und Hugo Strauß. Inzwischen wurde der Unterricht der im Schuljahr
1931/32 fünf schulpflichtigen jüdischen Kinder durch Lehrer Jakob Höxter aus
Heldenbergen erteilt.
1933 lebten noch 57 jüdische Personen in Büdesheim. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (mehrere Familien nach
Süd- und Nordamerika, eine Auswanderung nach Afrika). 1933 ist nach Büdesheim
Lehrer Jakob Höxter aus Heldenbergen zugezogen, da hier seine Tochter Gertie
Strauß lebte. 1934 verzog er nach Frankfurt (von dort 1939 nach Brasilien emigriert,
1943 nach Argentinien, wo
er 1950 in Buenos Aires starb).
Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), jüdische Wohnungen und Geschäfte
wurden überfallen und geplündert. Bei den durch SA-Leute durchgeführten
antijüdischen Aktionen wurden auch die Geschäftsbücher der jüdischen
Kaufleute verbrannt, zumal einige der bei der Aktion Beteiligten bei den
Geplünderten verschuldet waren. 1939 waren noch 16 jüdische Personen am
Ort. Zwei von ihnen starben 1942 vor den Deportationen (Juli und August 1942).
Die übrigen wurden am 15. September 1942 deportiert. Sie wurden auf
einen vor dem Haus von Abraham und Elka Jakob (Riedstraße 4) parkenden
Lastwagen verladen.
Von den in Büdesheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945" bzw. dem "Gedenkbuch: Vom Naziterror verfolgte
Kinder, Frauen und Männer im Main-Kinzig-Kreis 1933-1945"): Abraham
Jakob (1864), Elka Jakob geb. Schuster (1868), Paula Katz geb. Jakob (1894),
Levy Schwab (1879), Sara / Selma Schwab geb. Strauss (1883), Dina (Ida) Simon geb.
Strauss (1885), Fanny Simon (), Iwan Strauss (1932), Karoline
Strauss geb. Oppenheimer (1909), Max Strauss (1904), Meier Strauss (1938), Moritz
Strauss (1904), Moses A. Strauss (1870).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers, Kantors und
Schochet 1877 / 1908
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. November 1877: "Die
israelitische Gemeinde Büdesheim im Postbezirk Heldenbergen (Oberhessen)
stellt einen israelitischen Religionslehrer an mit einem jährlichen
Gehalt von 300 Mark, freier Kost und freiem Logis und freier Heizung, aber
nur unverheiratet, auch womöglich Schochet (Schächter), weil dadurch der
Gehalt noch um 80 Mark vergrößert wird. Bewerber wollen sich innerhalb
14 Tagen anmelden. Der israelitische Vorstand Feidel Jacob." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1908: "Die
Kultusgemeinde Büdesheim, Kreis Friedberg sucht sofort einen
unverheirateten Religionslehrer, Kantor und Schochet.
Gehalt 1.200 Mark. Bewerbung an Abraham J. Jacob, I. Vorsteher." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Unfalltod von Bernhard Straus, gestorben bei der Eisenbahnkatastrophe bei
Hanau am 14. November 1884
Anmerkung: am 14. November 1884 fuhr bei Hanau ein
Personenzug auf einen Güterzug auf. Ein aus der Gegenrichtung kommender zweiter
Güterzug fuhr in die Trümmer. 22 Personen starben, 26 wurden verletzt.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1884: "Heldenbergen. Auch in dem nahe gelegenen
Büdesheim hat die
schreckliche Eisenbahnkatastrophe bei Hanau vom 14. dieses Monats ihr
Opfer gefordert. Es starb in Folge erhaltene Quetschungen der erst 22 ½
Jahre alte, blühende und sehr kräftige Bernhard Straus, Sohn des
dortigen Viehhändlers H. Straus, Freitag nachts 2 Uhr, im
Landkrankenhause zu Hanau, wohin er sofort nach dem Zusammenstoße
gebracht worden war. Der hiesige Landesproduktenhändler Simon Strauß
befand sich in demselben Coupé und wurde wie durch ein Wunder gerettet,
sodass er mit dem bloßen Schrecken und einigen kleinen Contusionen an der
Hand davon kam. Derselbe dankte dem Allgütigen, in der am Schabbat
Brechat HaGomel unter tiefster Rührung Aller sprach, wie auch
dadurch, dass er an die Armen Geld und Brot verteilen ließ. Der Verunglückte
war die Stütze seiner bedauernswürdigen Eltern, weswegen er auch im
vorigen Herbste von der Militärbehörde, nach absolviertem 1.
Dienstjahre, zur Disposition beurlaubt wurde. Er gab sich mit rastlosem
Eifer seinem Berufe hin und fühlte sich glücklich, nunmehr seinen Eltern
ungestört seine Kräfte widmen zu können. Diese Freude sollte leider nur
eine sehr kurze sein! Er befand sich auf einer Geschäftstour, verließ
gesund und munter, froh und heiter das Elternhaus, in das er Freitagmittag
zurückkehren wollte. Leider sollte er nach dem unerforschlichen
Ratschlusse Gottes als Leiche in dasselbe zurückgebracht werden. Der
Jammer der Eltern und Geschwister war unbeschreiblich. Der Vater,
telegraphisch an das Schmerzenslager berufen, eilte dahin und traf seinen
Sohn in traurigem Zustand, aber noch lebend. Derselbe besprach seine Geschäftsangelegenheiten
noch mit dem Vater und verschied dann sanft und ruhig unter dessen Augen.
Die Leiche wurde Samstagnacht von dem Sterbeorte nach dem Elternhause überführt.
Sonntagmittag fand die Beerdigung statt. Die Teilnahme war eine großartige.
Es strömten Jehudim von Nah und Fern herbei, um ihre Teilnahme an dem
tragischen Ende des braven, allseitig geachteten jungen Mannes, wie an dem
herben Geschicke, das die braven Eltern betroffen, an den Tag zu legen.
Aber nicht allein Glaubensgenossen, sondern auch viele christliche Freunde
und Bekannte waren am Platze. Die ganze christliche Gemeinde Büdesheim: Männer,
Frauen und Jungfrauen folgten dem Sarge. Wir haben noch nie einen solchen
Leichenzug gesehen. Diese herzliche Teilnahme der christlichen Gemeinde Büdesheim
gereicht derselben zur hohen Ehre. Es läutete zur Nachmittagskirche, die der Geistliche aber ausfallen lassen musste, weil fast gar keine Besucher
sich einfangen; selbst der Lehrer des Ortes begleitet die Leiche, bis ihn
die Glocken zur Kirche riefen. Es gestaltete sich so diese Beerdigung zu
einem wahren Kiddusch Haschem
(Heiligung des Gottesnamens), was umso anerkennenswerter ist, als
unmittelbar vorher, in Folge der sehr hochgehenden Wahlbewegung im Kreise,
von den Antisemiten ein kolossales Rischut (Gotteslästerung) gemacht
worden war. Man sah da wieder, dass das Volk besser ist, als seine Führer.
– Am Grabe wurde vom Schreiber dieses (Artikels) eine von Herzen
kommende und zu herzen gehende Rede gehalten und den trostlosen
Hinterbliebenen der Hohepriester Aaron, der zwei Söhne auf einmal verlor
und sich beruhigte, als Muster hingestellt und dieselben darauf
hingewiesen, dass die Allgüte Gottes, die Wunden schlägt, sie auch
wieder heilt. Hieran hat Redner die Mahnung geknüpft, sich alltäglich
bereit zu halten auf den Ruf, der jeden Augenblick an jeden ergehen kann
und eben darin eine erste Aufforderung zur größtmöglichen
Gewissenhaftigkeit in allen unseren Lebensstellungen und Verhältnisse zu
erblicken. Gewissenhaftigkeit, treue Pflichterfüllung, zumal in
verantwortlicher Stellung, tut Not, denn Fahrlässigkeit stiftet oft das
größte Unheil, bringt oft viele Menschen und Familien in namenloses
Elend; wie der vorliegende |
Eisenbahnunfall
tatsächlich wieder beweist. – Lautlose Stille und tiefe Rührung
herrschte in der zahlreichen Versammlung. Wie am Grabe, so war auch die
Teilnahme während der siebentägigen Trauer. Alles strömte herbei, zu trösten
und zu beruhigen. Tagtäglich sahen wir die christlichen Bewohner des
Ortes im Trauerhause und vernahmen oft deren herzerquickenden
Trostesworte.
Möge nun der Allgütige die unglücklichen Eltern und Geschwister in
Wahrheit trösten und lindernden Balsam in die klaffende Wunde gießen; möchte
die aufrichtige Teilnahme von allen Seiten die Schmerzen derselben
lindern, damit sich an ihnen die Wahrheit des Wortes: ‚Geteiltes Leid,
ist halbes Leid,’ erfülle. Dem in so tragischer Weise abgeschiedenen
jungen Manne wird ein bleibendes Denkmal in den Herzen Aller gesetzt sein.
Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Moritz Strauß wird mit dem Eisernen Kreuz
ausgezeichnet (1916)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. November
1916: "Büdesheim (Oberhessen). Gefreiter Moritz Strauß, Kanonier im
Feldartillerie-Regiment 61, Sohn des Kaufmanns Sußmann Strauß, erhielt
das Eiserne Kreuz." |
Zum Tod von Emma Stauß geb. Joseph (1925)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1925: "Büdesheim
(Oberhessen). Am 18. Marcheschwan (= 5. November 1925) verschied hier nach
kurzem schweren Leiden Frau Emma Strauß geb. Joseph, noch im frühen
Alter von 58 Jahren. In religiösem jüdischen Hause aufgewachsen, bildete
Zedoko und Gemilus Chesed (Wohltätigkeit) einen
Hauptbestandteil ihres Wirkens. So konnte es kein Wunder nehmen, dass bei
der Bestattung großes Gefolge ihr das letzte Geleit gaben. Am Grabe
schilderte Herr Lehrer Sonnenberg - Wachenbuchen
in treffenden Worten das Leben der so früh Verstorbenen, ihre guten Taten
für Klall Israel (ganz Israel) und für Arme und Hilfsbedürftige.
- Mit dem schwer geprüften Gatten trauern brave Kinder, viele Verwandte
und die ganze Gemeinde um ihren Verlust. Möge HaSchem (Gott) den
trauernden seinen Trost spenden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund
des Lebens." |
Verlobungsanzeige von Gertie Höxter
und Hugo Strauss (1928)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. September 1928: "Gott
sei gepriesen.
Gertie Höxter - Hugo Strauss. Verlobte.
Heldenbergen Oberhessen - Büdesheim
Oberhessen. Im September 1928." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betsaal vorhanden. 1865/66
konnte eine neue Synagoge auf einem Grundstück in der damaligen Speckgasse -
unweit des Rat- und Schulhauses an der Durchgangstraße nach Heldenbergen -
erbaut werden. Auf demselben Grundstück wurde auch das jüdische Gemeindehaus
erstellt, in dessen Keller die Mikwe eingerichtet wurde. Die Synagoge stand
zugleich im Mittelpunkt des Wohngebietes, in dem die Mehrheit der jüdischen
Familien lebten: der nördlichen und südlichen Hauptstraße, der Riedstraße
und der Schulstraße.
Das Synagogengebäude war 7,5 m lang und 6,2 m breit. Es war nicht unterkellert
- die Seitenwände standen auf einem etwa 30 dm über den Erdboden
hinausreichenden, umlaufenden Sockel. Je zwei Rundbogenfenster waren an der Ost-
und Westseite sowie zwei Rundbogenfenster an der Südseite (eines davon direkt
über dem Eingangstor) angebracht und gaben dem Gebäude den Charakter eines
Sakralgebäudes. Ohne Fenster war die Nordseite. Auf dem unten stehenden Bauplan
ist möglicherweise die Ansicht nach Westen und die nach Osten vertauscht, da
der risalitartig vorgelegte Aron HaKodesch-Erker (im Bereich des
Toraschreines) nach Osten ausgerichtet sein müsste. Die Synagoge hatte ein
Walmdach mit Biberschwanzziegeldeckung.
Im Inneren hatte die Synagoge 26 Plätze für Männer, 16 für Frauen.
Der Architekt der Bödesheimer Synagoge war Johann Peter Thyriot (1833-1917),
der um 1861 in Windecken, danach in Büdesheim lebte. Seit 1865 war er
freischaffender Architekt in Hanau, wo er bis zu seinem Tod 1917 lebte, seit
1889 fest angestellt im Dienst der Stadt Hanau.
Wann die Synagoge eingeweiht wurde (noch 1866 oder 1867?) ist nicht
bekannt.
Lehrer Jakob Höxter hielt zum
60-jährigen Bestehen der Synagoge die Ansprache (Datum nicht bekannt, 1926 oder
1927).
Adresse/Standort der Synagoge: ehemalige
Speckgasse, heute Riedstraße 8
Fotos
(Bauplan aus dem Beitrag von S. Gerschlauer s.Lit. S. 315; neuere
Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.3.2009)
Bauplan der
ehemaligen Synagoge
aus dem Jahr 1866 |
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Ansicht nach
Norden |
Ansicht nach
Westen |
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| Ansicht nach Osten |
Grundriss der
Synagoge |
Querschnitt mit
Blick zum Toraschrein |
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| Das Denkmal am ehemaligen
Rathaus |
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Blick auf die Gedenkstele und
den liegenden Gedenkstein |
Die Stele mit Symbolik der
segnenden Hände
des Kohanim und Darstellung der Synagoge |
Darstellung der ehemaligen
Synagoge in
Büdesheim nach dem Bauplan von 1866 |
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Gedenkstein mit
Inschrift: "Hier in der Nähe stand die ehemalige Synagoge, erbaut
1866, zerstört am 9./10. November 1938. Zur Erinnerung an die Synagoge
und die Opfer der Gewaltherrschaft. Errichtet zur Mahnung und zum
Gedenken. Gemeinde Schöneck". |
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Darstellungen der
Synagoge
auf der Gedenktafel vor dem
ehemaligen Synagogenstandort
nach dem
Bauplan von 1866 (siehe
rechts).
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Standort der
ehemaligen Synagoge (Wohnhaus Mitte) mit Inschrift: "Den Toten zum
Gedenken - Den Lebenden zur Mahnung. Hier stand die im Jahre 1866
errichtete Synagoge der Jüdischen Gemeinde Büdesheim. Die bisher
ältesten Zeugnisse Jüdischer Einwohner in Büdesheim datieren aus dem
Jahre 1724. Die Synagoge mit 54 Sitzplätzen war ein aus roten
Ziegelsteinen errichtetes, fast quadratisches Gebäude und über einen
gepflasterten Weg von der Straße aus erreichbar. Das Gebäude hatte einen
Vorraum mit Garderobe und Waschgelegenheit, sowie ein Treppenhaus, über
das die Empore erreicht werden könnte. Die Synagoge wurde am 9. November
1938 zerstört. Die letzten Juden wurden im Herbst 1942 unweit von hier
zusammengetrieben, deportiert und in Konzentrationslagern umgebracht. Wir
trauern um unsere jüdischen Mitbürger. Schalom." |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| August 2010:
Auch in Büdesheim sollen
"Stolpersteine" verlegt werden |
Pressemitteilung aus
"primavera24.de" vom 11. August 2010 (Mitteilung):
"Schöneck: Stolpersteine erinnern an jüdische Mitbürger.
Die Gemeinde Schöneck will der Opfer des Nationalsozialismus gedenken – mit den so genannten Stolpersteinen des Künstlers Gunter
Demnig.
SCHÖNECK. Dabei handelt es sich um Pflastersteine mit einer Gedenktafel aus Messing. Die werden in den Gehweg eingelassen – vor den Häusern, in denen früher Juden und andere Opfer der Nazi-Diktatur lebten. Unter anderem gibt es Stolpersteine auch in Aschaffenburg, Dieburg, Gelnhausen, Großkrotzenburg und Nidderau." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 95-96. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 224-225. |
 | Keine Artikel in den Publikationen von Thea Altaras. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 100-101. |
 | Susanne Gerschlauer: Synagogen. In: Kirchen und
Synagogen in den Dörfern der Wetterau. Reihe Wetterauer Geschichtsblätter.
Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Band 53. Im Auftrag des Friedberger
Geschichtsvereins hrsg. von Michael Keller. Friedberg 2004 S. 289-326. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Buedesheim Hesse. The community, numbering 76 (3,5 % of
the total) in 1861, mainly engaged in the livestock trade. On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogue was devastated and Jewish property looted.
Of the 57 Jews living the in 1933, 40 had emigrated or moved elsewhere by 1939
and the rest were deported in 1942.

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