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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Billigheim (Neckar-Odenwald-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhundert zu Kurmainz gehörenden
Billigheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die
Zeit des 17. Jahrhundert zurück. 1722 lebten bereits zehn jüdische Familien am
Ort, 1743 11 Familien.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdische Einwohner wie
folgt: 1825 85 jüdische Einwohner (10,7 % von insgesamt 795 Einwohnern), 1832
93, Höchstzahl um 1836/39 mit 140 Personen, 1864 90, 1871 66, 1975 69
(7,6 % von 903), 1880 77, 1885 72, 1890 62, 1895 46, 1900 44 (5,2 % von 850),
1910 35 (4,2 % von 841). Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Vieh und
Waren aller Art.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine
Religionsschule (jüdische Elementarschule von 1835 bis 1875) und ein rituelles Bad. Zur
Unterbringung der Schule wurde 1835 ein jüdisches Schulhaus erbaut (Entengasse,
Flurstück 205). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof
in Neudenau beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl.
Ausschreibung der Stelle unten). Die Gemeinde gehörte seit 1827 zum
Bezirksrabbinat Mosbach.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Salomon (Sally)
Schwarz (geb. 22.3.1889 in Billigheim, gef. 23.9.1917) und Sanitätsgefreiter Leo Lazarus
Weil (geb. 30.10.1887 in Graben, gef. 14.7.1918).
Um 1924, als knapp 40 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten, waren
die Gemeindevorsteher Abraham Strauß und K. Wertheimer. Einen eigenen Lehrer
hatte die Gemeinde seit dem Tod von Abraham Schlössinger (1921, siehe Bericht
unten) nicht mehr angestellt. Die jüdischen Kinder erhielten ihren
Religionsunterricht durch Lehrer Alfred Kaufmann aus Mosbach.
1932 waren die Gemeindevorsteher Abraham Strauß (1. Vors.), Adolf Siegel
(2. Vors.) und Hermann Wertheimer (3. Vors. und Schriftführer). Damals gab es
noch vier schulpflichtige jüdische Kinder, die durch Lehrer Baracker aus
Mosbach in Religion unterrichtet wurden.
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handelsbetrieben sind bekannt: Hausierhandel Abraham Bendheim
(Schefflenztalstraße 27), Viehhandlung Adolf Siegel (Entengasse 18), Textilhandlung Klara Strauß
(Schefflenztalstraße 72), Textilgeschäft Hermann Wertheimer
(Schefflenztalstraße 13).
1933 wurden noch 27 jüdische Einwohner gezählt. Bis 1938 kam es
offenbar zu keinen schlimmeren Vorkommnissen gegen die nur noch wenigen
jüdischen Familien. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
demoliert (s.u.), dazu wurden die Fenster und die Türen im Haus des Kaufmanns
Wertheimer zerschlagen. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 10 jüdischen
Einwohner aus Billigheim nach Gurs deportiert. Von dort aus sind die meisten
1942/44 nach Auschwitz weitertransportiert wurden. Abraham Bendheim war bereits
1941 im Lager Rivesaltes gestorben.
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den
1933 hier lebenden 27 jüdischen Einwohnern mindestens 12 ums Leben.
Von den in Billigheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham
Bendheim (1877), Johanna Bendheim geb. Siegel (1882), Max Bendheim (1924), Bella
Schlössinger geb. Wertheimer (1883), Adolf Siegel (1873), Emilie Siegel geb.
Mayer (1871), Hermine Henriette Strauß (1870), Albert Strauß (1895), Amalie
Strauss geb. Dornheimer (1878), Bonna Strauß geb. Meier (1882), Hermine
Henriette Strauß (1870), Isaak Strauß (1887), Meta Strauß (1913), Nathan
Strauß (1868), Salomon Strauß (1884), Salomon Woll (1884), Thekla Woll geb. Levy
(1894).
Anmerkung: die präzise Recherche zu Billigheim ist schwierig, da es
bei Landau einen weiteren Ort Billigheim mit jüdischen Familien gab; daher ist
die Heranziehung der speziellen Gedenkbücher (Baden-Württemberg)
nötig.
Eine Gedenktafel für die in der Verfolgungszeit umgekommenen jüdischen Einwohner ist an der Friedhofshalle des Ortsfriedhofes angebracht.
Weitere Spuren der jüdischen Geschichte: Zwischen Billigheim und Allfeld befindet sich ein landwirtschaftliches Einzelgehöft, das im Volksmund
"Judenmühle" genannt wird (Allfelder Straße 1, Herkunft der Bezeichnung
unbekannt, vielleicht Zusammenhang mit der Kunstmühle Wertheimer, siehe
Anzeigen unten).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1875
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Februar 1875: "Auskündigung
einer Religions-Schulstelle. Die Religionslehrer-, Vorsänger- und
Schächterstelle bei der israelitischen Gemeinde Billigheim,
Rabbinatsbezirk Mosbach am Neckar, ist sofort zu besetzen. Fester
jährlicher Gehalt für Schul- und Vorsängerdienst: 700 Mark,
einschließlich des Aversums für sogenannte Segenssprüche; ferner 2 Mark
Schulgeld für jedes Kind und freie Wohnung von 3-4 Zimmern. Der
Schächterdienst kann jährlich ca. 175 Mark abwerfen, und ist dem Lehrer
Gelegenheit geboten, sein Einkommen durch zu erteilenden Privatunterricht
bedeutend erhöhen zu können. Berechtigte Bewerber wollen deshalb, unter
Vorlage ihrer Befähigungs- und Sittenzeugnisse, bei unterzeichneter
Stelle binnen 14 Tagen sich melden.
Mosbach am Neckar, 24. Januar 1875. Das Großherzogliche Bezirksrabbinat:
S. Weil." |
Zum Tod des Lehrers und Vorbeters Abraham Schlössinger
(1921)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1921:
"Billigheim, 4. Januar (1921). Unsere Gemeinde erlitt einen schweren
Verlust durch das Ableben unseres Lehrers und Vorbeters Abraham
Schlössinger. Der Verstorbene, der am vorigen Pessach seinen achtzigsten
Geburtstag feierte, waltete nahezu 50 Jahre in unserer Gemeinde. Alle, die
ihn kannten, werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Elise Reif (1930)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
10. Juli 1930: "Billigheim (Baden), 6. Juli (1930). Am
Freitag, 4. Juli wird hier Frau Elise Reif unter großer
Beteiligung zu Grabe getragen. Die Entschlafene erreichte ein Alter von 85
Jahren und war die zweitälteste Frau unserer sehr alten Gemeinde. Die
Verewigte entstammte einer sehr streng religiösen Familie in Edelfingen
in Württemberg, wo echte, alte Jüdischkeit noch heimisch ist. In diesem
Sinne und Geiste wirkte und lebte sie hier über 40 Jahre
lang.
Herr Lehrer Baracker, Mosbach, schilderte in einer längeren
Ansprache ihren Lebenslauf und würdigte ihren echt jüdischen
Lebenswandel, den er als nachahmenswert bezeichnete. Möge Gott die edle
Verklärte reichlich belohnen. Ihre Seele sei eingebunden im Bund des
Lebens." |
Zum Tod von Fanny Wertheimer geb. Krug (1937)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1937: "Billigheim
(Baden), 13. Oktober (1937). Die älteste und religiöseste Frau unserer
kleinen Gemeinde und des Bezirkes, Frau Fanny Wertheimer geb. Krug,
verschied im hohen Alter von 94 Jahren. Groß war die Teilnehmerschar von
nah und fern, die der Verewigten das letzte Geleite gab. Herr
Bezirksrabbiner Greilsheimer, Mosbach,
schilderte in seiner Gedenkrede das tugendhafte jüdische Leben der
Verewigten und hob rühmend ihre Frömmigkeit und ihre Kenntnis im jüdischen
Schrifttum hervor. Herr Lehrer Baracker, Mosbach, beklagte den großen
Verlust, den der Lehrerstand durch den Heimgang dieser seiner Gönnerin
erleidet. – Möge ihr Verdienst uns beistehen. Ihre Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen der Kunstmühle Billigheim Westheimer Sohn (1893
/ 1894)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1893:
"Kunstmühle, Billigheim, Baden. Wertheimer Sohn empfiehlt
unter strengster Aufsicht feinst gemahlenes aus Dinkelkern erstelltes Matzen-Mehl.
Mit bemusterten Offerten stehe gerne zu Diensten. |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1894:
"Wertheimer Sohn, Kunstmühle, Billigheim (Baden) empfiehlt prima
Mazzenmehl, gemahlen unter der Kontrolle der Herren Rabbinen Dr.
Löwenstein in Mosbach und Dr. Schiffer in Karlsruhe und der von ihnen
bestellten Aufseher." |
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge
Nachdem bereits in der ersten Hälfte
des 18. Jahrhunderts die Zehnzahl religionsmündiger jüdischer Männer erreicht
war, wird sich die Gemeinde alsbald einen Betsaal eingerichtet haben.1804 wurde an der Schefflenztalstraße eine Synagoge
erbaut, in der sich auch die Wohnung des Lehrers befand. Auch ein Zimmer für
den Religionsunterricht der Kinder wird vorhanden gewesen sein, bis 1835 ein jüdisches
Schulhaus erbaut wurde. Zur Geschichte der Synagoge konnten bislang keine Quellen
gefunden werden.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch
SA-Leute demoliert. Die Inneneinrichtung wurde zerschlagen; eine durch den Kamin
geworfene Granate beschädigte das Gebäude. Ein damals im Erdgeschoss der
Synagoge wohnender christlicher Schneidermeister konnte durch seine Weigerung,
die Wohnung zu räumen, die Inbrandsetzung des Gebäudes verhindern.
1945 wurde das Gebäude von den Alliierten
beschlagnahmt und von der Jüdischen Vermögensverwaltung übernommen (Jewish
Restitution Successor Organization in New York, JRSO). Diese verkaufte das Gebäude
1952. Es wurde zu einem Wohnhaus umgebaut und als solches bis Mitte der
1980er-Jahre genutzt. Im Zuge des Ausbaus der Schefflenztalstraße wurde das Gebäude
um 1990 abgebrochen (Schefflenztalstraße 35). Äußerlich erinnerte bis dahin
vor allem noch der Türsturz mit der hebräische Jahreszahl für 1804 an die
Vergangenheit als Gotteshaus. Er blieb auf Grund einer Auflage der
Denkmalbehörden beim Abbruch erhalten und wurde 2007 in ein am
Synagogenstandort aufgestelltes Denkmal zur Erinnerung an die jüdische
Geschichte integriert.
Fotos
Historische Fotos
(Quelle: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, veröffentlicht in Hundsnurscher/Taddey - s. Lit. - Abb.
17 und 18):
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Außenaufnahme der Synagoge Billigheim von
Osten. Der
Toraschrein (Foto rechts) stand
zwischen den beiden Fenstern |
Im Betsaal der Synagoge:
Blick zum Toraschrein |
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Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Die Synagoge (Pfeil) war in ihrer
Umgebung gemäß
talmudischen
Gebräuchen das höchste Gebäude
der Siedlung |
Die ehemalige Synagoge Billigheim - umgebaut zu einem
Wohnhaus, das inzwischen schon schwere Schäden zeigte |
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Synagogengebäude
von Osten |
Das frühere Rundfenster
(siehe Foto oben) zeichnet sich
noch im Verputz des Hauses ab |
Der Eingang zur
ehemaligen Synagoge |
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Auf dem Türsturz des Eingangs ist die
Jahreszahl der
Einweihung (564 nach
der kleinen Zählung, entsprechend 1804)
eingetragen |
Im allgemeinen Friedhof Billigheim findet
sich die
Gedenktafel: "Ein Gedenken den
zu Todverfolgten, den Leidbedrängten
Juden des Dorfes 1933-1945" |
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Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.10.2003) |
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An der
Friedhofshalle im allgemeinen Friedhof Billigheim ist die
Gedenktafel
weiterhin vorhanden |
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Die
Schefflenztalstraße in Billigheim: die ehemals am Hang stehenden
Häuser
sind abgebrochen |
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Blick
von Haus Schefflenztalstraße 36 auf die gegenüberliegende Seite:
hier
war der Standort der Synagoge. |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
Die Errichtung des Denkmals
für die ehemalige Synagoge 2007
(Quelle für Text und Fotos: www.billigheim.de)
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| Das Denkmal |
Teilnehmer an der
Veranstaltung |
Dr. Fischer, Schefflenz
bei
seiner Ansprache |
Der Schülerchor der
Grundschule beim
Liedvortrag |
Die Ausstellung in der Aula
des neuen Rathauses
(Sulzbacher Str. 9) |
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Die Einweihung des Denkmals
zur Erinnerung an die jüdische Geschichte in Billigheim am 22. Oktober
2007
"Am Sonntag, 22. Oktober 2007 wurde in der Schefflenztalstraße in Billigheim ein Denkmal zur Erinnerung an die über 300jährige Geschichte jüdischen Lebens in Billigheim und die Verschleppung der letzten jüdischen Mitbürger am 22. Oktober 1940 am Ort der ehemaligen Synagoge feierlich eingeweiht.
Es besteht aus deren ehemaligen Türportal und aus zwei gegeneinander gestellten, dreieckigen Steinplatten, die sich gegenseitig stützen und so das Zusammenleben der einheimischen und der jüdischen Bevölkerung symbolisieren sollen.
Nach dem Liedvortrag des Schülerchors der Grundschule Billigheim begrüßte Bürgermeister Reinhold Berberich alle Gäste.
Er erläuterte, dass die Synagoge 1989 zur Verbreiterung der Schefflenztalstraße zusammen mit weiteren Häusern abgetragen werden musste.
Mit der Einweihung des Denkmals werde umgesetzt, was im Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 23. Februar 1982 dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Billigheim auferlegt wurde. Wie beim Ausbau der Schefflenztalstraße hat auch hier das Land den überwiegenden Teil der Kosten von ca. 6.500 Euro zu tragen.
In den letzten 1 ½ Jahren hat eine Projektgruppe unter Leitung von Dr. Georg Fischer Recherchen im Archiv vorgenommen und einen Plan mit den Wohnorten der ehemaligen jüdischen Mitbürger gefertigt.
Zudem fanden zwei Diskussionsrunden zwischen Schulklassen und Zeitzeugen statt.
Im Billigheimer Boten konnte sich die Bevölkerung über den Fortgang der Arbeiten informieren bzw. Termine zur Teilnahme erfahren.
Diese Projektarbeit wurde in einer Dokumentation zusammengefasst und in einer Broschüre, die im Rathaus erhältlich ist, dargestellt.
Bilder und Dokumente dieser Zeitgeschichte sind ab sofort in einer kleinen Ausstellung in der Aula des neuen Rathauses in der Sulzbacher Straße 9 zu sehen.
Vor einem Jahr wurde im Rahmen des Mahnmalprojektes bei der jüdischen Gedenkstätte in Neckarzimmern bereits ein gleich gestaltetes Denkmal aufgestellt.
An dieser Projektgruppe waren – in alphabetischer Reihenfolge - beteiligt:
Als Zeitzeugen: Frau Karolina Grimm, Billigheim; Elisabeth Linder, Billigheim;
Dr. Franz Zimmermann, Adelsheim. Die Jugendlichen Marius De Bortoli und Lisa Drost sowie
Beate Köpfle aus Schefflenz, Reinhard Lochmann aus Adelsheim und Dieter Neumahr aus Billigheim.
Dr. Georg Fischer aus Schefflenz hatte die Leitung übernommen. Felicia Sparacio aus Allfeld hat das Thema für Ihre Diplomarbeit verwendet.
Nach dem musikalischen Beitrag des kath. Kirchenchors Billigheim hielt Dr. Georg Fischer die Ansprache und erläuterte dabei die Geschichte der ehemaligen jüdischen Mitbürger.
Die Enthüllung des Denkmals wurde von Liedern des Männergesangvereines Billigheim begleitet.
Danach sprachen Landrat Dr. Achim Brötel und der stv. Vorsitzende des Oberrates der Israeliten, Herr David Seldner, ihre Grußworte.
Nach dem Vortrag der Musikkapelle Billigheim dankte Bürgermeister Berberich neben den Grußwortrednern den Mitgliedern der Projektgruppe, dem Schulchor der Grundschule Billigheim, dem kath. Kirchenchor, dem Männergesangverein und der Musikkapelle Billigheim und der Freiwilligen Feuerwehr für die Absperrung der Straße.
Sein Dank galt auch Herrn Günter Scherer vom Steinmetzbetrieb Rieth aus Billigheim, der das Türgewand aufbewahrt und dem Bauhof unter der Leitung von Herrn Söhner-Wesch bei den Aufbauarbeiten unterstützt hatte sowie der Firma Kotatko & Malatek, die die Steine kostenlos zur Verfügung stellte.
Ebenso bedankte er sich bei den Pressevertretern und Herrn Seitz, der einen Film über die Einweihung anfertigt.
Allen Anwesenden sagte er herzlichen Dank, dass sie trotz des kalten Wetters die Einweihung begleitet haben." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 44-45. |
 | Gabi Metzger: "...und gedenken der
Vergangenheit...": die Billigheimer Synagoge. In: Unser Land. 1987. S.
159-160. |
 | Martin Runow: "Die Stiftung eines Capitals von
Anschel Goldenberger von Billigheim zur Errichtung eines Rabbinats zu
Mosbach betr.". In: Der Odenwald. 44. 1997. S. 60-68. |
 | Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern -
Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from
their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem
1986. S. 269-271. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007. |
 | Rudolf Landauer, Reinhart Lochmann: Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis. Herausgegeben vom Landratsamt NOK, 2008, ISBN: 978-3-00-025363-8. 200 S., 284 Fotos, 19,90 Euro.
Informationen zu dieser Publikation auf Seite
zum Friedhof Mosbach. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Billigheim Baden. The
first Jews settled after the Thirty Years War and maintained a stable population
until the mid-18th century, trading in cattle and farm-produce. A Jewish
elementary school was opened in the 1830s and the Jewish population reached a
peak of 140 in 1842, declining afterwards. In 1933, 30 Jews remained. Ten left
by 1938 and another eight in 1939-40 after the disturbances of Kristallnacht
(9-10 November 1938). The last ten Jews were expelled to the Gurs concentration
camp on 22 October 1940, joined by four Jewish women who had previously left
Billigheim. In all, just two survived.

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