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Bad Soden (Main-Taunus-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Es besteht eine weitere Seite
mit Texten zur jüdischen Kuranstalt
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Bad Soden bestand eine kleine jüdische
Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts
zurück. 1657 war eine jüdische Familie am Ort, 1699 fünf Familien, 1726 drei,
1745 sieben Familien. Eine selbständige jüdische Gemeinde in Bad Soden gab es
jedoch erst ab 1848/49. Bis dahin gehörten die jüdischen Einwohner Bad Sodens zur
Gemeinde in Niederhofheim.
An der Entwicklung Bad Sodens zum Kur- und Badeort hatte der
Frankfurter Arzt (jüdischer Abstammung, seit 1828 protestantisch getauft) Salomon
Friedrich Stiebel (1792-1868) maßgeblichen Anteil. Er schrieb 1840 eine
Arbeit über "Bad Soden und seine Heilquellen" und wurde später
Herzoglich Nassauischer Geheimer Hofrat. Unter den Kurgästen war in den
1840er-Jahren mehrfach der damals schon weitbekannte und gefeierte Komponist Felix
Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Mehrere seiner in Bad Soden entstandenen
Orgelkompositionen spielte er während seiner Aufenthalte unter großem
öffentlichem Interesse erstmals auf der Kirchenorgel in Kronberg. An die
Aufenthalte Mendelssohn-Bartholdys und seiner Familie erinnert seit Ende des 19.
Jahrhunderts eine Gedenktafel an der ehemaligen Villa Nassovia (später Kurheim
Prätoria, Königsteiner Straße 89; in der NS-Zeit wurde die Gedenktafel
entfernt, nach 1945 wieder angebracht). Eine Straße ist in Bad Soden nach dem
Komponisten benannt (Mendelssohn-Bartholdy-Straße), seit einigen Jahren werden
in der Stadt die "Mendelssohn-Tage" durchgeführt (3. Mendelssohn Tage
der Musik, 2008). Auch der jüdische Komponist Giacomo Meyerbeer residierte 1843 in der
Villa Nassovia.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
in Bad Soden (ohne die Kurgäste) wie
folgt: 1842 35 jüdische Einwohner (4,8 % von insgesamt 733 Einwohnern), 1869
sechs Familien; 1871 38 jüdische Einwohner (3,8 % von 992), 1885 18 (1,2 % von 1.517), 1905 36 (1,9 % von 1.917), 1925 49
(1,6 % von 3.081).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule und seit 1873 ein eigener Friedhof,
nachdem die Toten der Gemeinde bis dahin in Niederhofheim
beigesetzt wurden. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war -
zumindest zeitweise - ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war (vgl. Ausschreibung der Stelle unten von 1871). Erstmals wird
ab 1849 ein Lehrer Stamm aus Mogendorf im Unterwesterwald genannt. In der Folgezeit erhielten die
jüdischen Kinder der Gemeinde ihren Religionsunterricht jedoch meist von den
Lehrern aus Königstein/Kronberg beziehungsweise
Falkenstein. Anfang der 1920er-Jahre gab
es auch keinen angestellten Vorbeter: beim Tod des Arztes Dr. Adolf Kallner wird
dies berichtet (siehe unten); der Verstorbene hatte bis dahin als ehrenamtlicher
Vorbeter gedient.
Eine besondere Einrichtung war in Bad Soden die Kuranstalt für arme
Israeliten, 1885 zunächst als koschere Speiseanstalt für jüdische
Kurgäste eröffnet - Texte zu dieser Einrichtung auf einer weiteren
Seite.
Um 1924, als 49 Personen zur Gemeinde gehörten, waren die Gemeindevorsteher
Dr. med. Max Isserlin (Chefarzt der 'Kuranstalt für arme Israeliten'), Max Strauß
und Jonas Blumenthal. Es gab damals auch einen Israelitischen Frauenverein mit
15 Mitgliedern unter Leitung der Frau von Dr. Kallner (auch 1932; Zweck und
Arbeitsgebiete: Unterstützung, Bestattungswesen). 1932 waren die
Gemeindevorsteher Dr. Isserlin (1. Vors., Hauptstraße 6), Moritz Strauß (2.
Vors., Neugasse) und J. Blumenthal (Schatzmeister, Villa Aurora). Hilfskantor
der Gemeinde war Herr Seligmann (Königsteiner Straße).
1933 lebten noch etwa 50 jüdische Personen in der Stadt. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. So emigrierte der Sohn von
Chefarzt Dr. Isserlin - Bruno Isserlin - bereits 1933 nach England; sein Vater
folgte ihm nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 dorthin nach. Die
beiden Viehhändler Wilhelm und Moritz Strauss emigrierten nach England
beziehungsweise in die USA. 1937 wurden noch 43 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), in der Leichenhalle auf dem
jüdischen Friedhof die Fenster eingeschlagen. Mehrere jüdische Anwesen wurden
verwüstet und geplündert, darunter die Villa Aurora der Familie Grünebaum
(Alleestraße 24), die Fremdenpension Freymann (Hasselstraße 12). Die
israelitische Kuranstalt wurde niedergebrannt.
Von den in Bad Soden geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham
Cohn (1867), Therese Cohn geb. Grünebaum
(1882), Bernhard Freymann (1885), Lucy Friedmann (1905), Markus Grünebaum
(1878), Rosa Grünebaum geb. Scheuer (1878), Marie Helene Helbig (1865), Selma
Maier geb. Mayer (1876), Bertha Mayer (1864), Clementine Mayer (1870), Louis
(Leo) Mayer (1865), Louis Mayer (1867), Max Mannheimer (1899), Ida Stern (1855),
Therese Strausser geb. Neuhof (1882).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Gemeindebeschreibung 1937
Artikel im
"Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom April 1937
S. 1: "Bad Soden am Taunus. 3100 Einwohner. – Als Salzquelle schon früh
bekannt, gleich Sulzbach unmittelbares Freibauerndorf. Beide stellen sich
1282 unter den Schutz Frankfurts. Im 15. Jahrhundert erbaut Frankfurt, das
sie inzwischen als Lehen erworben hat, in Soden eine Salzsiederei. 1803
kommt Soden an Nassau, 1866 an Preußen. – Heute besitzt Soden 26
Quellen, die in Form von Trink- und Badekuren Erkrankungen der Atmungs-
und Verdauungsorgane heilen. Weit bekannt für die Sodener Pastillen.
Die (jüdische) Gemeinde wahrscheinlich alt, wie alle in Frankfurts Nähe.
Einzelheiten aus alter Zeit fehlen. 1905 hatte die Gemeinde 40, 1924 50
Seelen, heute kaum noch 35. – Die Synagoge in der Enggasse, im alten
Ortsteil gelegen, 1847 erbaut, innen würdig und schön, äußerlich
unscheinbar und klein, nachdem die Regierung noch 1846 den Bau einer
stattlicheren an einer schön gelegenen Stelle verboten hatte!
Der Bestand
der Gemeinde ist wesentlich verbunden mit dem der Kuranstalt für
Israeliten. Diese wurde Anfang der achtziger Jahre von Baron Wilhelm von
Rothschild gegründet und allmählich, auch durch zahlreiche
Freibetten-Stiftungen von anderer Seite, vergrößert. Der Hauptbau
erstand 1909. Ursprünglich eine Kuranstalt für arme Israeliten, muss sie
sich seit der Inflation, die fast alle Stiftungen verschlang, selbst
erhalten. In einem besonderen Gebäude sind Lungenkranke untergebracht,
die sonst in Soden überhaupt keine Aufnahme finden. Die Anstalt wird
streng rituell geführt, ist fast immer gut besetzt (mit 25 bis 30
Patienten) und zählt etwa 10 Angestellte (Leiter: Dr. Isserlin, Vertreter
Dr. Vollmann und Dr. Heinemann). Im Winter wird in der Anstalt selbst, im
Sommer in der Synagoge noch regelmäßig Gottesdienst gehalten, den
entweder einer der Ärzte oder ein Patient leitet.
Die frühere Besitzerin
der Kuranstalt der Villa Aspira, Frau Dr. Kallnor, Heinrichstraße 7, gewährt
nach vorheriger Anmeldung Dauergästen und Durchwanderern auch heute noch
Unterkunft und streng rituelle Verpflegung. Auskunft Herr A. Cohn, Villa
Aurora, Alleestraße 12. -
Der (jüdische) Friedhof, auf der linken Seite der Straße nach
Niederhofheim, kaum 15 Minuten südwärts Sodens, dient auch den Gemeinden
Hofheim, Höchst und Hattersheim, ist etwa 65 Jahre alt, geräumig und
wohl gepflegt.
Am Hause Hauptstraße 28 befindet sich folgende Inschrift: In diesem Haus
verbrachte Richard Wagner nach elfjähriger Verbannung aus dem Vaterlande
die erste Nacht auf deutschem Boden. 12.-13. August 1860." |
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1871
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1871: "In der
israelitischen Gemeinde zu Bad Soden bei Frankfurt am Main ist die Stelle
eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters zu besetzen. Fixer
Gehalt 200 Gulden nebst freier Wohnung. Einkommen für die Schechitah 175
Gulden, Akzidenzien 100 Gulden; außerdem Nebenverdienst in Aussicht.
Frankierte Meldungen sind zu richten an
D. Stern, Vorsteher." |
Mitteilungen
zu einzelnen Kureinrichtungen (ausgenommen: Kuranstalt)
Restaurateur Neuhof übernimmt das Haus Rheinfels
(1907)
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April
1907: "Soden im Taunus. Herr Restaurateur Neuhof - Frankfurt am Main
hat das Haus Rheinfels übernommen und wird in demselben am 15. Mai ein
Hotel eröffnen". |
Neues Altersheim für jüdischen Mittelstand
(1926)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1925: "Altersheim
für jüdischen Mittelstand. Die Ortsgruppen und Frauenvereine des
Jüdischen Frauenbundes in Hessen und Hessen-Nassau beabsichtigen ab 1.
Februar 1926 in Soden im Taunus ein rituell geführtes Altersheim für
jüdischen Mittelstand zu errichten. Das Haus mit Park, in schöner Gegend
gelegen, ist sehr gut ausgestattet und bietet zu dem mäßigen Preise von
120 Mark monatlich volle Pension inklusive Heizung und Beleuchtung. Das
Heim ist vor allem für Hessen und Hessen-Nassau bestimmt, doch können,
soweit Platz vorhanden, auch Bewerbungen aus dem Reich berücksichtigt
werden. Sofortige Anmeldung erbeten an: Frau Paula Nassauer, Frankfurt am
Main, Rheinstraße 25." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Issor Josua Isserlin (1911)
Anmerkung: Issor Josua Isserlin dürfte Vater von Dr. Isserlin, dem
langjährigen Leiters der jüdischen Kuranstalt gewesen sein.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1911: "Frankfurt am
Main, 18. Oktober. Am Erew Sukkot
(Vortag zum Laubhüttenfest) wurde in Soden am Taunus ein Mann zu Grabe
getragen, der als wahrer Zadik Tamim
(beständig frommer Mann) bezeichnet werden darf: Herr Issor Josua
Isserlin. Einer hoch angesehenen jüdischen Familie entstammend – er war
ein Nachkomme des RM"A – bemühte er sich sein ganzes Leben, im Sinne seiner großen
Ahnen zu wirken und widmete sich von Jugend auf nur den drei Tugenden, die
einen wahren Jehudi kennzeichnen: der
Tora, dem Gottesdienst und der Wohltätigkeit. Viele schwere
Schicksalsschläge trafen ihn, doch stärkten diese nur sein unerschütterliches
Gottvertrauen und selbst in den
letzten Tagen, als die schwere Erkrankung seinen Körper schon fast
verzehrt hatte, trennte ihn nichts von seinem geliebten Mischnajot,
das er alljährlich ganz durchlernen pflegte. Fast sprichwörtlich war an
der russischen Grenze – er hatte seinen Wohnsitz in Prostken in Ostpreußen
– seine, man kann fast sagen, übertriebene Ehrlichkeit im Geschäftsleben.
Doch am bekanntesten ist R. Issor Isserlin – das Andenken
an den Gerechten ist zum Segen – wohl durch seine Tätigkeit als Mohel
geworden, denn ca. 7000 Kindern hat er das Siegel des Judentums aufgedrückt.
Sobald in den Straßen Königsbergs die imponierende Gestalt R. Issor – das
Andenken an den Gerechten ist zum Segen – mit dem wallenden
schneeweißen Bart auftauchte, wusste man schon, dass heute eine
Beschneidung ist. Kein Geschäft, mochte es auch noch so dringend sein,
konnte ihn von der Erfüllung dieses Gebotes
abhalten. Und sein Wohltätigkeitssinn kannte keine Grenzen; manch armer
Jehudi wird bei Erhalt der Nachricht von dem Ableben dieses Gerechten
in Tränen ausbrechen, denn jederzeit konnten sich die armen,
ausgewiesenen Glaubensgenossen an ihn wenden, er konnte niemandem eine
Bitte abschlagen. Nach den Worten unserer Weisen – das
Andenken an die Gerechten ist zum Segen – ist es ein günstiges
Zeichen, für einen Verstorbenen, wenn an seiner Bahre nicht die
Trauerrede gehalten wird, die ihm eigentlich gebührt. In kurzen Worten
nur konnte an seiner Bahre - am Vorabend des Feiertages wegen - Herr
Rabbiner Nobel der Verdienste des Dahingeschiedenen – das
Andenken an den Gerechten ist zum Segen – gedenken. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Stabsarzt Dr. Isserlin wird im Krieg ausgezeichnet (1915)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. August
1915: "Soden im Taunus, 6. August. Stabsarzt Dr. Isserlin hat
für seine Verdienste im Priesterwalde und bei anderen Gefechten das
Eiserne Kreuz erhalten." |
Zum Tod von Dr. Adolf Kallner (Villa Aspira)
(1922)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Januar
1922: "Soden im Taunus. Dr. Adolf Kallner, der Besitzer des
Sanatoriums 'Villa Aspira', ist - 50 Jahre alt - verschieden. Er hatte ein
gutes jüdisches Wissen und vertiefte es tagtäglich. Da die jüdische
Gemeinde Sodens keinen Kultusbeamten hat, so fungierte er auch als
Schliach Zibbur (ehrenamtlicher Vorbeter). Durch sein gütiges Wesen hatte
er sich viele Freunde erworben". |
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Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Januar
1922: "Solden. Vergangene Woche trug in Soden am Taunus ein großer
Freundes- und Verehrerkreis Dr. Adolf Kallner zur letzten Ruhe. Wer einmal
in sein gütiges und sonniges Auge gesehen hat, wird den Menschenfreund
Dr. Kallner niemals vergessen. Den Mann, der weit über seine
Verhältnisse Zedokoh (Gerechtigkeit im Sinne von Wohltätigkeit)
übte; er, der niemals einen Unterschied kannte zwischen dem Reichen, der
unter seinem Dache weilte und dem armen, den er um der guten Tat willen in
sein Heim aufgenommen, damit er Heilung fände von seinem
Leiden.
Wem es vergönnt war, mit Dr. Kaller ein jüdisches Fest zu feiern, war es
Freitagabend, war es der ernste Rosch-Haschonoh (Neujahr) oder das
fröhliche Purimfest, der konnte lernen, was es heißt, mit echter
Jüdischkeit Feste feiern, was heißt: Simchoh chel Mitzwoh (Freude
über dem von Gott Gebotenen). - Dr. Kallner war trotz seines
körperlichen Leidens ein gottbegnadeter Mensch. Das Wörtchen Chein
(Anmut, Gefallen), für das uns ein deutscher Ausdruck fehlt, durch
ihn war es verkörpert. - Eine seiner edelsten Charaktereigenschaften war
seine Bescheidenheit. Ihm, der ein so überaus großes jüdisches und
profanes Wissen hatte, war jede Überhebung fremd: er achtete die Meinung
und Gesinnung eines jeden seiner Mitmenschen.
Lessing erzählt uns im Nathan der Weise das Märchen von dem Ring, der
die Kraft hatte, seinen Eigentümer bei allen Menschen beliebt zu machen:
Dr. Kallner machte dies Märchen zur Wahrheit: er hat es meisterhaft
verstanden, sich alle Menschen zu Freunden zu machen, die Jugend zu sich
heranzuziehen und sie für das Judentum und seine Lehre zu begeistern. -
Das Andenken eines solchen Menschen muss zum Segen werden!
E." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe/Einrichtungen und Privatpersonen
Anzeige der Villa Aspira (1911)
Anzeige
(ganzseitig!) in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21.
September 1911: "Koscher - Villa Aspira - Koscher.
Erholungsheim GmbH - Telephon Nr. 39 - Bad Soden am Taunus am
Quellenpark.
Bislang fehlte in Deutschland ein streng rituell geführtes
Erholungsheim. Diesem Mangel soll die Villa Aspira Bad Soden am Taunus
abhelfen. Sie ist nach den Grundsätzen der neuzeitlichen Hygiene gebaut
und mit allem Komfort eingerichtet. Die Lage der Villa im herrlichen
Altenhainer Tale am Südabhange des Taunus schützt sie gegen Nordwinde,
und so eignet sie sich besonders zu Winterkuren.
Die Autoritäten ziehen ja neuerdings den Winteraufenthalt in Deutschland
der Kur im Süden vor, weil die Erfolgungsbedürftigen für ein nordisches
Klima wetterfester bleiben. Zudem stehen uns die zahlreichen Heilquellen
und Kurmittel des berühmten Taunusbades zur Verfügung.
Die Leitung ist bemüht, den Anstalts-Charakter auszuschalten und dafür
eine gemütliche Häuslichkeit zu bieten.
Die Eröffnung findet im Spätherbst mit einer Winterkur statt. Wir bitten
um gefällige Empfehlung bei ihren Bekannten und Freunden. Ihre
geschätzten Anfragen wollen Sie freundlichst an unseren Geschäftsführer
Herrn Dr. Adolf Kallner, Soden am Taunus richten.
Erholungsheim Villa Aspira GmbH. Sarah Beith. Dr. Adolf Kallner.
Ignatz Aron.
Linke Spalte: Streng rituell - Referenzen: Die Herren Rabbiner Dr.
Auerbach, Halberstadt; Dr. Kohn, Ansbach, Dr. Munk, Berlin.
Die Herren Ärzte Dr. med. Ascher, Nordrach, Dr. med. Frank,
Altona, Dr. med. Hirsch, Nauheim.
Individuelle Sanatoriums-Behandlung. Diätkuren, Kalt-Wasserkuren,
medizinische Bäder, Liege-Kuren, Sonnenbäder. Mit allem Komfort in jedem
Zimmer. Zentralheizung, elektrisches Licht, Wasserleitung, schallsichere
Wände, Sanitas-Boden, Balkon. Freundliche Gesellschaftsräume.
Bank-Konto: Vorschuss-Verein Soden am Taunus." |
Anzeige von Dr. med. D. Rothschild (1912)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April
1912: "Ich habe meine Praxis in Bad Soden am Taunus wieder
aufgenommen. Sprechstunde: vormittags 10-11 Uhr, nachmittags 3-4 Uhr.
Dr.
med. D. Rothschild. Telefon 9. Königsteinerstraße 39." |
| Hinweis: die 1904 errichtete "Villa
Rothschild" des Arztes Dr. D. Rothschild besteht bis heute. Die
Rothschild spielten eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen des früheren
Kreises Höchst. |
Bar-Mizwa-Feier von David Siegfried Grünewald
(1922)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1922: "Wir
beehren uns hiermit zu der am Schabbat Paraschat Acharei Kedoschim
(Schabbat mit entsprechenden Toralesungen aus 3. Mose 16-20, d.i. 6. Mai
1922), in der Synagoge Börneplatz stattfindenden Bar Mizwa-Feier unseres
1. Sohnes David Siegfried alle unsere Verwandte, Freunde und
Bekannte ergebenst einzuladen.
Max Grünewald und Frau. Bad Soden im Taunus. Empfang: Langestraße
25 bei H.S. Ball." |
Verlobungsanzeige für Erna Scheuer und Kurt Sostmann
(1931)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1931:
"Erna
Scheuer - Kurt Sostmann. Verlobte.
Bad Soden - Frankfurt am Main. Empfang
in Soden, am 12. April 1931." |
Sonstiges
Beitrag von Rabbiner Ossof (1921)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. April
1921:
"Die Berufungsinstanzen im jüdischen Rechtsleben.
Von Rabbiner Ossof, Bad Soden im Taunus".
Der Beitrag wird nicht ausgeschrieben, da es keine Bezüge zur
jüdischen Geschichte in Bad Soden gibt; bei Interesse zum Lesen bitte
Textabbildungen anklicken. Über einen "Rabbiner Ossof" liegen
dem Webmaster ansonsten keinerlei weiteren Informationen
vor. |
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Zur Geschichte der Synagoge
Die in Bad Soden lebenden jüdischen Personen besuchten bis in
die 1840er-Jahre die Gottesdienste in Niederhofheim. Zeitweise gab es jedoch
bereits im 18. Jahrhundert (von 1762 bis um 1780) einen Betraum (im Haus
Dachbergstraße 2), doch war damals
die Zahl der jüdischen Männer am Ort für die Abhaltung regelmäßiger
Gottesdienste zu gering. Nach 1835 bemühten sich die jüdischen Familien um die
Wiedereinrichtung einer Synagoge. Baron A. M. von Rothschild vermisste damals,
als er in Bad Soden zur Kur war, einen Gottesdienst.
Im Spätsommer 1846 konnte ein bestehendes Haus in Bad Soden als Synagoge
eingerichtet werden. Die Einweihung nahm Rabbiner Süsskind von Wiesbaden vor.
Die Gemeinde hätte lieber auf einem schöner gelegenen Grundstück eine
Synagoge gebaut, doch wurde dies von der Regierung nicht genehmigt. Das
Grundstück der Synagoge war auf den Namen Lazarus Meyer eingetragen, da damals
noch keine selbständige jüdische Gemeinde bestand.
Synagogeneinweihung 1847
Aus einem
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 7.
Februar 1847 über "Kirchliche und Schulverhältnisse in Nassau": "…Man
frage nur diejenigen Christen, die z.B. der Synagogeneinweihung zu
Weilburg oder der im Spätsommer dieses Jahres in dem Badeorte Soden
von (Rabbiner) Süsskind (von Wiesbaden) abgehaltenen, oder sonstigen
Feierlichkeiten, bei denen auch Christen veranlasst werden, zu
erscheinen….".
Anmerkung: "Spätsommer" muss sich auf 1846
beziehen, da der Artikel Ende 1846 geschrieben wurde, um Anfang Februar in
der Zeitschrift publiziert werden zu können. Somit wird die Synagoge in
Bad Soden vermutlich im September 1846 eingeweiht worden sein. |
Das Synagogengebäude wurde Ende des 19.
Jahrhunderts und nochmals 1927/28 renoviert. Danach waren im Betraum 26 Männer- und
7 Frauenplätze vorhanden. Über die anstehende Renovierung 1927/28
erschien der folgende Bericht:
Artikel
in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung"
vom 7. Oktober 1927: "Bad Soden am Taunus. Die nur 40 Seelen
zählende jüdische Gemeinde in Bad Soden am Taunus sieht sich genötigt,
ihre im Jahre 1846 erbaute Synagoge einer eingehenden Reparatur und
würdigeren Ausgestaltung zu unterziehen. Der jetzt bestehende Bau hat das
Aussehen eines kleinen niederen Häuschens und verdankte dieses Aussehen
der Unduldsamkeit der damaligen Regierung zu einer Zeit, wo die
Emanzipation der Juden in Hessen noch nicht durchgeführt war. Damals
bestand die Absicht, ein würdiges Gotteshaus in schöner Lage zu bauen,
die Errichtung wurde aber nur unter der Bedingung gestattet, dass die
Synagoge in einer kleinen Gasse so gebaut wurde, dass sie sich von den
umliegenden Häusern nicht unterscheidet. Da noch Kriegs- und
Inflationszeiten die Unterhaltung erschwerten, ist jetzt ein grundlegender
Umbau nötig geworden, vor allem auch, um die im Sommer ziemlich
erhebliche Zahl von jüdischen Kurgästen fassen zu können. Wenn die
kleine, finanziell nicht leistungsfähige Gemeinde sich in diese
Notwendigkeit versetzt sieht, so bittet sie vor allem um die
Unterstützung derjenigen, welche in Baden Soden am Taunus Heilung oder
Besserung ihrer Leiden gefunden haben und bittet Beiträge zum Synagogen-
Umbau auf das Konto der israelitischen Kultusgemeinde zu Bad Soden am
Taunus bei der Sodener Bank in Bad Soden am Taunus überweisen zu
wollen". |
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge im Inneren vollständig
zerstört. SA-Leute verbrannten die Ritualien auf offener Straße.
Nach 1945 wurde die ehemalige Synagoge umgebaut und als
Malerwerkstatt und
Lagerraum zweckentfremdet.
1981 wurde das Gebäude im Zusammenhang mit einer damaligen Altstadtsanierung abgebrochen, nachdem es sich in
heruntergekommenem Zustand befand. Seit 1987 ist eine Gedenktafel an der
auf dem Grundstück erbauten Seniorenwohnanlage angebracht mit dem Text: "Hier
stand die im Jahre 1846 erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde. Bereits um
1750 gab es eine jüdische Gemeinde in Bad Soden. 1938 wurde die Synagoge von
Nationalsozialisten verwüstet. 1986/87 wurde mit Unterstützung der Stadt Bad
Soden am Taunus und des Landes Hessen an dieser Stelle zehn Seniorenwohnungen
errichtet".
Anmerkung: der Text der Gedenktafel hätte ursprünglich präziser lauten
sollen: "...1938 wurde die Synagoge von Bad Sodener Nationalsozialisten
verwüstet...", doch fand dieser Text keine Mehrheit im Gemeinderat der
Stadt).
Adresse/Standort der Synagoge: Erster
Betraum im Haus Dachbergstraße 2; Synagoge ab 1846: Neugasse
2 (frühere Enggasse)
Fotos
| Historische Fotos
sind nicht bekannt; über Zusendungen freut sich der Webmaster der
"Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Synagogenstandort und
Gedenktafel
(Fotos: Elisabeth Böhrer, Aufnahmedatum 12.5.2009) |
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Erinnerungsarbeit vor Ort -
einzelne Berichte
| November 2008:
Ausstellung zum 70. Gedenktag des Novemberpogroms 1938 |
Historische Ausstellung im Badehaus.
Bericht aus der Website
der Stadt Bad Soden.
Am Montag, 10. November 2008, jährt sich der Tag der Vertreibung jüdischer Bürger und der Zerstörung jüdischer Einrichtungen in Bad Soden am Taunus zum 70. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtmuseum Bad Soden am Taunus bis Sonntag, 26. Oktober 2008, die Ausstellung
"...und blieben dennoch immer Fremde? Vergangenes jüdisches Leben in
Soden".
Zentrales Thema ist das oftmals konfliktbeladene Neben- und Miteinander von Christen und Juden in unserer Region über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten. Daneben würdigt die Ausstellung den Beitrag jüdischer Bürger zum Gemeinwesen, zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und dokumentiert auch das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinde während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Herausragende Persönlichkeiten in Soden. Herausragende Persönlichkeiten wie die Ärzte Salomon Stiebel, David Rothschild und Max Isserlin haben Sodens Ruf als Kurort gestärkt. Der
Kommerzienrat Enoch Reiss und seine Familie sind in Soden lange Zeit karitativ tätig gewesen. Daran erinnern heute noch einige Gebäude wie die Rothschild’sche Villa und das Haus Reiss. Andere Orte jüdischen Lebens wie die Israelitische Kuranstalt und die Synagoge sind mittlerweile aus Bad Soden am Taunus verschwunden. Die Ausstellung gewährt Einblicke in eine teils vergessene, teils verdrängte Vergangenheit.
Den Texten und Dokumenten liegen umfangreiche historische Recherchen zugrunde. Ergänzt werden sie durch eine Vielzahl von Exponaten aus dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main.
Unterstützt vom Wissenschaftsministerium. Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie mehrerer Sponsoren ermöglicht. Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Freitag, jeweils von 15:00 bis 18:00 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet € 3,00, ermäßigt € 2,00. Der Eintritt zum Stadtmuseum Bad Soden am Taunus bleibt wie immer frei. |
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| Dezember 2010:
Ein erster "Stolperstein" wird in Bad
Soden im Sommer 2011 auf Grund einer Privatinitiative verlegt |
Artikel von Mathias Geiß in der
"Frankfurter Neuen Presse" vom 17. Dezember 2010 (Artikel):
"Die Premiere. Der erste Stolperstein – nur die Stadt ist etwas zögerlich.
Im Sommer nächsten Jahres wird es in der Kurstadt den ersten Stolperstein geben. Es ist eine Privatinitiative – der Magistrat geht das Thema etwas verhaltener an . . .
Bad Soden. Obwohl in der Kurstadt vor dem Zweiten Weltkrieg viele Juden lebten, die zum Teil auch entscheidend das Leben mitgeprägt hatten, gibt es dort zwar Gedenktafeln, die an die Israelitische Kuranstalt und die Synagoge erinnern, doch Stolpersteine sucht man im Pflaster vergebens. Andere Städte im Main-Taunus-Kreis – wie beispielsweise Hofheim oder Hattersheim – sind da schon weiter...".
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| Mai 2011:
Diskussion im Stadtparlament zu den
"Stolpersteinen" |
Artikel in der "Frankfurter
Rundschau" vom 18. Mai 2011 (Artikel): "Bad Soden. Stolperstein-Projekt im Stadtparlament
Sollen Stolpersteine auch gegen den Willen der heutigen Hauseigentümer an die Bad Sodener Opfer der Nazi-Diktatur erinnern? Die Grünen sagen ja, CDU-Bürgermeister Altenkamp ist gegen
'Zwangsgedenken'.
Im August werden in Bad Soden die ersten Stolpersteine für NS-Verfolgte verlegt. Auf dem Areal in der Alleestraße, auf dem unter anderem der Tegut-Supermarkt steht, werde damit einer vertriebenen jüdischen Familie gedacht, sagte Bürgermeister Norbert Altenkamp gestern..."
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| Juni 2011:
Das Stadtparlament lehnt die Verlegung von
"Stolpersteinen" in Bad Soden ab |
Artikel von Barbara Helfrich in der
"Frankfurter Rundschau" vom 22. Juni 2011 (Artikel):
"Bad Soden - Stolpersteine abgelehnt. Die Bündnisgrünen würden gern Bad Soden am Stolperstein-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig beteiligen. Doch sie finden keine Mitstreiter. FDP und BSB fordern stattdessen eine zentrale Gedenkstätte.
Auch alle anderen Fraktionen gingen im Kulturausschuss auf Distanz zu dem Vorschlag..." |
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| Juli 2011:
In Bad Soden werden nach dem negativen Beschluss des Stadtparlaments auf
privatem Grund "Stolpersteine" verlegt |
Artikel von Claudia Horkheimer in der "Frankfurter Rundschau"
vom 23. Juli 2011 (Artikel):
"Gedenken mit Magengrimmen
Bad Soden Verlegung der ersten Stolpersteine facht politische Debatte um NS-Opfergedenken neu an..."
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| August 2011:
Zwei "Stolpersteine" werden auf
privatem Grund verlegt |
Artikel in der "Frankfurter Rundschau" vom 30. August 2011 (Artikel):
"Tränen für zwei Deportierte
Nach heftigem Streit bekommt Bad Soden die ersten Stolpersteine.
Traurig kniet die zwölf Jahre alte Lauren Florsheim vor den beiden frisch verlegten Stolpersteinen, die an ihre Ur-Ur-Großeltern erinnern. Tränen laufen ihr über das Gesicht. Kerzen werden angezündet. Die Familie Florsheim ist eigens dafür aus England und den USA angereist. An diesem Dienstag kommt mit der Verlegung der ersten beiden Stolpersteine in Bad Soden eine wochenlange politische Debatte zu ihrem vorläufigen Ende...". |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 256-259. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 139. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 164. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 139. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S.
230-231. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S.387-388. |
 | Joachim Kromer: Bad Soden am Taunus. Hg. Magistrat
der Stadt Bad Soden. Band 2: Bestehen aus der Geschichte. Bad Soden 1991. |
 | ders.: Der 10. November 1938. Darstellung der Entwicklungen
und der Aktionen gegen die Juden in Bad Soden am Taunus nach den Akten des
Prozesses vom Juli 1949. Reihe: Materialien zur Bad Sodener Geschichte. Heft
4. Bad Soden 1988. |
 | ders.: Die Familie Reiss in Soden. Reihe: Materialien zur
Bad Sodener Geschichte.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Bad Soden
Hesse-Nassau. Jews in medieval Soden fell victim to the Black Death persecutions
of 1348-49 and an independent community was not established until 1849.
Transformed into a flourishing spa (and renamed "Bad" Soden), the town
attracted wealthy Jewish visitors from Frankfurt - and the baptized composer
Felix Mendelssohn. In 1885 Baron Rothschild endowed a sanatorium treating needy
Jews (213 in 1912). By 1925 the community numbered 49 (2 % of the total). On Kristallnacht
(9-10 November 1938), Nazis destroyed the synagogue's interior and a mob burned
the sanatorium. Some Jews emigrated (1933-37), others probably died in the
Holocaust.

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